"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

Mi 06.01.2016

Als Linda in den Stall kam, fragte sie zuerst, ob es „any questions or need to talk“ gibt – YES – Maureen und ich melden uns! Da es eher windig und kalt war, sind wir ins Studio gegangen. Als ich mein Notizheft raus hole, hat Linda schon leicht Angst bekommen, aber ich konnte sie beruhigen, dass ich nur alle ihre Antworten notieren möchte ;-)!

Meine Frage (getreu meinen Goals): wenn Sie Patrick ins Training bekommen hätte, welche Dinge würde sie mit ihm tun und in welcher Reihenfolge. Erste Antwort „check the 7 games first on the ground and then in the saddle” – hab ich getan! Mein Ergebnis: alles ganz ok, bis auf Porcupine, das geht GAR NICHT! Linda „so fix the Porcupine Game“. Ich sage, dass ich da gern ihre Hilfe hätte, denn daran habe ich gearbeitet, aber bin nicht damit zufrieden.

Nachdem alle Fragen geklärt sind, beginnen wir mit der OL-Session mit Patrick. Linda bietet mir an, eine Demo zu machen, das nehme ich doch gern an. Genau wie mit mir geht das Porcupine Game so la la, und als sie bestimmter wird, zeigt Patrick sich relativ unbeeindruckt. Dann geht sie zum Driving Game über, bleibt aber beim Thema der Yields! Ich frage, ob sie das macht, um es ihm leichter zu machen und sie sagt, nein, sondern weil sie nicht so nah an ihm dran sein möchte, um nicht gebissen oder getreten zu werden. Wichtiger Hinweis! Ihr Rat ist, Verbessern der Yields in Driving, stay safe (!) und wenn das gelingt, weiter zum Procupine!

Ich warte, bis alle gesattelt haben und wir zum Playground gehen. Ich beginne mit rückwärts, Linda sagt, more than 20 steps, und in der Tat 4-6 gehen, danach wird’s holperig, also beiße ich in sein Bein, so lange weiter bis es sich so anfühlt „as if he would do it forever“ - was erst nach geschätzten 30 Schritten der Fall wird.  Dann viel Lecken und Kauen! Beim VH und HH Weichen bekomme ich ‘ne ganze Menge Reaktion und kein Response (Antwort) – Patrick steigt, springt in die Luft, zieht am Seil. Linda sagt „Be clear about the goal“ und gestern Abend haben wir von Pat gehört zum Thema „Leadership: the horse is either doing what he thinks you asked it to do, or what you are allowing it to do. So if you are the leader don't allow things to happen, you didn’t ask for.“ Ich sehe vermutlich etwas nach Karate Kid aus, während ich versuche die anderen Dinge nicht zu erlauben und tatsächlich bietet mir Patrick immer schneller ein Antworten an. Ich mache Ranglisten-Punkte! In unseren Pausen schau ich den anderen zu, Patrick ist so fertig, er denkt nicht mal übers Grasen nach, sondern schließt die Augen.

Allerdings spiele ich am Leadrope (3,7m) und zweimal muss ich ausweichen. Einmal der Schulter und einem Winken mit dem Hinterbein. Marion hat‘s gesehen und sagt „I thought he was gonna get you“ – ja, genau das war sein Plan! Er bleibt sehr links – zu keinem Zeitpunkt geht mein friendly game kaputt, das ist schon beeindruckend!  

Im Yoyo bekomme ich nach und nach ein immer besseres Rückwärts, aber beim Vorwärts auf mich zu versucht er immer einen oder zwei Schritte näher kommen, als ich frage. Der schwierigste yielding Bereich sind weiterhin die Rippen. Ich höre auf, als alle Füße am Boden in jede Richtung fließend um mich herum seitwärts gehen. Danach wird ganz viel geschnaubt. Genug Änderung für heute, das muss erst mal einwirken.

Als alle fertig sind, besprechen wir die Ziel-Erreichung. Unsere Zuschauer von heute sind beeindruckt davon wieviel Energie Patrick in „up instead of forwards“ steckt. Der Plan für morgen: diese Dinge am Boden nochmal wiederholen und dann evtl. in den Sattel steigen und dort: die Yields checken, dann vorwärts off the seat on a loose rein, danach GoC. Ich bin SEHR gespannt. Patrick ist denke ich noch nicht besonders happy mit diesen neuen Dingen – fürchte er ist bis jetzt immer mit all dem durchgekommen und findet eine Änderung überflüssig. Auf dem Weg zurück in den Stall habe ich ihn lieber nicht hinter mich kommen lassen – better be safe than sorry!

Am Nachmittag und morgen Vormittag findet eine Instruktoren Konferenz auf dem Campus statt, so dass wir erst wieder morgen um 14h reiten – bis dahin sind homestudies angesagt. Auch sehr cool, dafür mal so viel Zeit zu haben J

Ralph hat heute sogar für Jae und mich gekocht – es gab Pizza!