Sa 02.01.2016

Ich dachte ja, am 1.1. anreisen wird locker, da ist ja sonst niemand unterwegs - weit gefehlt! Es sind mehr Leute unterwegs UND weniger Personal an den Flughäfen, so dass die Schlangen besonders schön lang sind und man schon mal Zeit hat, das Warten zu üben - und zwar VOR und NACH 10,5 Std Flug! Wenigstens eine Rechnung ist aufgegangen, nämlich den kleinst möglichen Mietwagen zu buchen, denn den gab es nicht.  Also "pick anyone you like" - fahre ich jetzt einen weißen Jeep :-9.

Ich weiß jetzt schon, dass meine neuen Linda Land Geschichten euch gefallen werden, besonders wegen Patrick ;-), "meinem" Pferd für die Zeit hier! Außer mir sind derzeit noch Marion, Emily und Maureen und natürlich Ryan hier (eine coole Truppe!), die Patrick gestern freundlicherweise für mich abgeholt haben. Das Video unseres ersten Treffens habe ich euch auf Facebook gepostet - ein sehr freundlicher Kerl, man ruft und er kommt, steckt gern den Kopf in das Halfter und ist erfreut mit zu kommen.

Ich habe ihn gesattelt, aber zunächst am Boden begonnen (während die anderen geritten sind), um ihn erstmal kennen zu lernen. Dafür, dass er die Ranch nicht kannte, hat er zwar etwas rum geprustet und auch mal geguckt, aber war erstaunlich ok mit der Umgebung und der Gesamtsituation, dass wir uns auf dem Playground verteilt haben und auch noch zwei Pferde frei herum liefen. Ich konnte ihn gut von den anderen entfernen. Das Touch-it-Game wollte er gern mit den Füßen spielen, also habe ich erstmal das Podest, dann die Brücke und schließlich auch die Wippe ausprobiert, hat er alles relativ relaxed gemacht, was mich besonders bei der Wippe überrascht hat.

Danach kam ich auf die verwegene Idee ihn im circling über einen Baumstamm zu schicken - davor ist er stehen gebleiben und hat mich angeschaut "nicht dein Ernst oder?". Oh doch! Also etwas rückwärts und umdrehen und erneut senden, was schon gleich mit buckeln und kicken beantwortet wurde. Weniger als eine halbe Runde später war er wieder im Schritt und stand dann wieder vor dem Stamm, mich ansehen und quasi mit den Schultern zucken. Nun jut, also "make it a game" - immer wieder umdrehen, neu senden und sehen, wer mehr Geduld hat. Und er hatte ne Menge Geduld, aber seine ging zuerst aus ;-)! Irgendwann ist er mit einem Vorderfuß drüber gestiegen. Sehr umständlich, und dann musste er den Rest "nachholen", weil der Fuß nicht mehr zurück ging.  Wir haben für heute aufhört, als er mehr oder weniger flüssig mehrfach über den Stamm gestiegen war. Aber die Sache mit dem "Springen" werden wir im Auge behalten!

Er sah für mich reitbar aus, also bin ich augesteigen. UI weh! während er am Boden noch einigermaßen gut gewichen ist, beschreibt "bracy" das Gefühl im Sattel ziemlich genau. Wer hat mir noch gleich ein Linksgehirnhälftiges gewünscht (?) - vielen Dank Viola! Keine Antwort auf Sitz, Gewicht, oder Schenkel, und Zügel heißt "stopp"! Sein Hirn denkt nicht im geringsten über vorwärts nach, aber über drängeln nach links oder rechts, oder eben da hin, wo der Reiter nicht hin möchte, gerade Linien ausverkauft! Also, umgekehrte Psychologie anwenden: ich habe nach rückwärts gefragt. NÖ, auch nicht! Aber das haben wir so lange gemacht, bis es ging - und vorwärts immer als Belohnung eingesetzt. Rückwärts ging dann ganz gut, aber das Vorwärts war nur ein mäßiger Erfolg!

Als die anderen die Pferde getauscht haben, bin ich mit zum Stall geritten, um meine Stiefen anzuziehen, den Sattel neu zu shimmen, weil er nicht gut saß, und mir ein Stöckchen zu besorgen ;-)! Nachdem wir die Sache mit dem Herankommen zum Aufsteigen neu besprochen hatten, (nein, du schubst mich nicht mit der Nase von der Aufsitzhilfe, und nein, es geht nicht vorwärts bis da wieder runter springen muss - es geht seitwärts auf mich zu!) - ging es gleich schon etwas mehr geradeaus ;-)!

Patrick ist das erste Pferd, das ich kenne, dass sogar Schlauchgeräusche im Schritt produzieren kann. Mein Ziel: vorwärts! Meine Hilfsmittel: Sitz und Stöckchen - kein Bein! Einatmen, lächeln mit allen 4 Backen und dann habe ich mein Stöckchen verwendet und ihn "zu beißen", langsam, aber bestimmt. Sofort hat er gleich mal ein Bein lang gemacht ;-). Und als ich micht erst erdreistet habe, ihn auf die Schulter zu tippen, als er nicht geradeaus gehen wollte, da muss man mal aufstampfen und den Kopf schütteln. Irgendwann ging es am losen Zügel einigermaßen gut anzutraben (danach viel loben und dann rumstehen). Aber auch der Trab war nicht wirklich vorwärts. Als ich entschlossen war, das zu ändern, indem ich wieder angefangen habe, rhytmisch mein Stöckchen zu benutzen, hat Patrick gedacht "jetzts reicht's" und gefragt, ob ich gern bocken möchte (Linda sagte "stay on") - als er angaloppiert war, habe ich aufgehört und ihn gelobt. Such a brat! Das haben wir zweimal wiederholt, dann hat er sich für vorwärts traben entschieden - BRAV!!!!

Aber, kleine Finger - ganze Hand-Prinzip, da geht noch was! Also habe ich im Schritt (Sitz auf "an") den Zügel genommen, sofortiges mega-Klemmen und Kopf hoch, also mit einer Hand den leichten Zügelkontakt halten und mit der anderen das Rhythmus-Stöckchen bedienen. Ergebnis, wir drehen und rückwärts im Kreis und an der Bande entlang - Linda sagt im vorbeireiten: "If you need help, let me know". Es hat ne ganze Weile gedauert, aber irgendwann hat er sich für antraben entschieden - GOOD BOY! Dann hat es nur noch zwei Wiederholungen gebraucht und nach dem Zügel greifen hat antraben bewirkt - dann hab ich aufgehört! Das war mein Highlight des Tages!

Während der Feedbackrunde habe ich gesagt, das ich sehr gespannt bin, wie es morgen sein wird. Marion gab zu bedenken, dass er sich bis dahin ein paar neue Strategien ausgedacht haben könnte. Ja, das befürchte ich auch, das wir hierzu noch ein paar Themenabende zusammen haben! Ihr Tipp: "bring your helmet" - das werde ich tun!

Nachmittags durften wir mitfahren zu Janice Dulak (www.dulakpilates.com). Sie hat einen neuen Außenplatz und ihre beide Pferde wollte nicht an der kurzen Seite vorbei gehen, die an Büsche und Bäume angrenzt. Janice hatte Annäherung und Rückzug verwendet, aber keinen Erfolg gehabt. Linda zitierte Pat und sagte: a spook is the opposite of a yield! 

Beeindruckend zu sehen, dass sobald Linda das Weichen auf Druck aus dem Sattel wieder installiert hatte, marschierten beide Pferde an den Büschen vorbei, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken! It's not about the ..... bushes!!!

Danach waren Linda, Maureen und ich noch Groceries shoppen - mit hungrigem Magen hat das ganz schön viele Tüten ergeben :-). Jetzt bin ich erstmal versorgt!

Und jetzt seid ihr dran: Welche Horsenality hat Patrick? Email erwünscht!