"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

Sa 30.01.2016

Letzter Linda Land Tag! Morgens musste ich mich schon von Jae verabschieden, weil sie arbeitet und nicht da sein wird, wenn ich fahre. Sie ist mein „home away from home“ . Leider wird sie ihr Haus hier verkaufen, um etwas down-zu –sizen, so dass ich hier zum letzten Mal gewohnt habe, schnüff!

Ich hatte mich schon auf eine gemütliche Golfcart Tour eingerichtet, aber dann kam Linda und fragte mich, ob ich heute Morgen vielleicht Highland warm spielen möchte? (Die genaue Anweisung lautete „let the bucks out“ :-)) LOGO!

Da ich den „learning tree“ (das Roundpen unter dem Großen Baum, wo das Seil runter hängt) noch nie benutzt hatte, haben wir dort begonnen und sie hat mich gecoacht. Was ein cooles Pferd – total schnell im Kopf und super verspielt. Check this, check that, check the other thing, fertisch!

Sie hat Jazz gesattelt und Ryan Rhembrand und wir haben uns auf den Weg zum Playgound gemacht. Vorher bekam ich noch den guten Rat, das Lasso zu benutzen. „Iris, do you know, how you can hold on better with the stick – because he might test you on that?” Ja, ich weiß Bescheid, halte immer Stick und Lasso in der gleichen Hand und „let’s go“.

Aber Highland war voll der Gentleman, hat mich nicht getestet ;-). Ich mußte meine Aktions- und Denkgeschwindigkeit deutlich erhöhen, damit der alte Gedanken-Leser nicht schon wußte , was ich fragen will, bevor ich‘s überhaupt tun konnte und damit er dachte „geil, das macht SPASS“. What a horse! Woran kann man sehen, mit welcher Pferde-Persönlichkeit jemand gespielt hat? Pferd und Person ziemlich zerzaust, verschwitzt und super dreckig = LBE!

Linda ist Highland danach noch geritten. Alles richtig gemacht, er hat nicht gebockt ;-). Ryan kam mit Navi noch dazu. Ich saß auf der Aufstieghilfe und habe zugesehen. Zuerst ist Moxy auf meinen Schoß gekrabbelt und dann kam nach und nach die komplette restliche Pferde-Gang dazu. Rhem war so freundlich wieder hinter mir zu stehen, mir den Rücken frei zu halten und mir Schatten zu spenden – Allure, der alte Punk, mußte mehrfach von direkt vor mir etwas zur Seite verwiesen werden, damit ich überhaupt was sehen konnte ;-).

Wir haben noch eine sehr coole Abschluß-Besprechung und Linda sagt, ich darf wieder kommen, wann immer ich will –YEY!!!!

Großartiger Vormittag! Zum Glück habe ich noch genügend Zeit, nochmal Duschen und  komplett umziehen ist  angesagt. …sonst hätten später die Sitzreihen im Flugzeug um mich rum, bestimmt ihre Sauerstoffmasken anfordern müssen  ;-)

Übrigens: Pat und Linda kommen im Mai nach Deutschland und zwar ganz zu uns in die Nähe, auf den Tannenhof nach Watzelhain! Sie unterrichten einen 4 Tages Kurs „MASTER-CLASS“ (2 Tage mit Pat und 2 Tage mit Linda) vom Dienstag, 10. Mai bis Freitag, 13. Mai 2016.

Ausserdem gibt es am Sonntag, 15. Mai 2016 (9.00 bis 18.00 Uhr) die GROSSE SHOW „One Day with Pat & Linda Parelli“ (Dieses Event wird simultan auf Deutsch übersetzt!) Tickets dafür hier: www.ticketmaster.de.

Das sollte sich wirklich niemand entgehen lassen!!! Weitere Infos und Anmeldung als Zuschauer zur Masterclass findet ihr hier: http://www.parelli-instruktoren.com/de/pat-linda-parelli-live/

CU in Germany :-)

Fr 29.01.2016

Kurze Version: Doppel-Durchbruch – und „Sie sind eingecheckt bis Frankfurt!“

Laaaaange Version:  Today was THE day! Es wird kälter, d.h. die Sonne kam wieder raus :-). Patrick kam mir trotz Heu-Frühstück auf der Koppel entgegen. Beinschlamm haben wir heute mit dem Wasserschlauch entfernt, den Rest wieder ordentlich weg geputzt – das ganze Kerlchen super sauber gemacht, denn ich wollte ihn gern besonders sauber zurück geben.

Lindas Meetings haben etwas länger gedauert, aber um 10h sind sie, Ryan und ich zum Playground gestartet. Ich habe mein Warmup am Boden geplant, was auch gut so war. Online hatte ich heute mit Patrick  sofort Go, ohne große Aktion galoppieren und travelling circlings, was durch rocken & bocken erweitert wurde. Trotzdem hatte ich er einen „squeeky belly“ – hm ;-/.

Um ihn etwas locker zu machen, wollte ich Sprünge nutzen. Die Baumstämme gingen super, aber da es unter den Bäumen noch relativ rutschig war, bin ich zu den Stangen der Dressur Arena ausgewichen. Das hat die Sache erstaunlicherweise krass erschwert.  Ich stand außerhalb der Arena und habe quasi im Zirkel die Ecke mit eingebaut, über die lange Seite rein und kurze raus und umgekehrt.

Er ist aus vollem Tempo davor stehen geblieben, dann so umständlich drüber gestiegen, dass die Stangen von den Haltern gefallen sind. HERJE! Also „cause it to be his idea“ – mein Ziel: vorwärts, über die beiden Stangen, ohne Schlauchgeräusche.  Wie? „Set it up and WAIT“! Ich habe ihn also zirkeln lassen, wenn er stehen geblieben ist, Richtungswechsel, und die einzige Stelle, an der ich ihm gesagt, habe, dass er bitte traben soll, war in der viertel Runde NACH den beiden Stangen. Ich muss zugeben, er hat Ausdauer in „resistance“. Zum Glück kam Linda vorbei und sagte „you are doing good“, ich dachte wirklich schon, ich muss meinen Rückflug verschieben ;-). Nach sicher 15-20 min immer der gleichen Wiederholung meiner- und seinerseits, ist er endlich ohne vorher langsamer zu werden oder zu stocken allerdings im Schritt über die erste Stange gestiegen – also habe ich ihn nach der zweiten direkt rein geholt.

Die Augen wurden ganz klein, leerer Blick und die Atmung war so heftig, als ob er gerade 750 Runden vollspeed gelaufen wäre – immer wieder hat er angesetzt zum Grunzen und Abschnauben, aber es ist nicht passiert.  Nach einer mittleren Ewigkeit kam er aus dem „processing“ wieder raus. Also andere Richtung. Ähnliche Sache, irgendwann hat er umgedreht und viele, viele Runden später ist er dann in einem Tempo ohne Stocken im Schritt über beide Stangen gestiegen. Ich habe ihn wieder rein geholt, und wieder war er völlig weg, immer wieder lecken, hat geschnauft wie irre und kam nicht zum Schnauben. Was auch immer er für ein Training vorher hatte – es hat definitiv Cavalettis oder Stangen beinhaltet und die sind nicht gerade in guter Erinnerung geblieben, so viel steht fest!

Nachdem ich ihn wieder losgeschickt hatte – und es hat immer noch alles ewig gedauert, bis er von „resist“ auf „respond“ geschaltetet hat - ging aber jedes Mal etwas besser, ist er sogar nach der ersten Stange freiwillig wieder angetrabt und über die zweite.  Inzwischen kam Linda dazu und die Pause lief wie alle davor, krass! Linda sagte „oh no, we should have filmed this“. Als ich ihn zur nächsten Runde los schicken konnte, hatte er „magically“ keine Schlauchgeräusche mehr! Und ging flüssig über beide Stangen – Linda sagte „I would take this“ – ok, also rein holen und Pause. Ebenso krass wie alle vorher.

Linda und ich haben beschlossen nach dieser Pause zum Reiten überzugehen. Wir haben mit „bit-isolations“ begonnen und eine neue Büchse der Pandorra geöffnet. Krasse Reaktionen, immer wieder extrem heftiges Atmen und schnauben wollen aber nicht können – aber es ging immer schneller, dass er wieder raus kam.  Nach 3 Wiederholungen bin ich aufgestiegen und habe kurz „reins mean go“ wiederholt – das hat geklappt – also gleich wieder runter, denn es war inzwischen 1:15h und Sue sollte um 2h noch eine Unterichts-Stunde mit mir haben.

Ich habe Patrick zum Stall zurück gelaufen – und guess who was already there – richtig, Sue. Wir haben ihn kurz trinken lassen und Heu fressen und uns etwas unterhalten. Dann sind wir mit dem etwas erstaunten Patrick zurück zum playground gewandert. Sie hatte gemand zum Filmen mitgebracht, damit sie das später wieder ansehen kann.

Wir haben wieder mit den Stangen begonnen, gleiches Spiel. Ich habe die ersten drei Durchgänge gezeigt, was ich gemacht habe und wie es geht. Sue war auch krass über Patricks Reaktionen entsetzt, obwohl es konstant besser wurde, Schlauchgeräusche blieben weg. In meinem dritten Durchgang ist er über die erste Stange, hat dann angefangen abzuschauen und zu prusten und ist trotzdem noch über die Zweite gestiegen. Das war sehr cool – danach war das heftige Atmen weg!

Ich habe dann an Sue übergeben und sie gecoacht, weitere Fortschritte und immer noch weit entfernt die komplette Runde traben zu können, aber die Pausen-Reaktionen wurden immer besser und milder.

Die „bit-isolations“ gingen mehr oder weniger sofort. Dann habe ich vorgeritten und „reins mean go“ erklärt – und was macht Patrick, er trägt mich im Trab zu der einen Stange und darüber. Danach erneut krasses, krasses Atmen und „a lot of processing“. Way cool!

Sue ist auch nochmal geritten, so dass  sie das nachfühlen konnte, wie es geht, und bis sie das Timing gut hatte. Dann haben wir aufgehört. Linda war nochmal runter zum Playground gekommen und hatte uns mit Amy zusammen zugesehen.Sie sagt "good job Iris" - Danke!

Ich glaube nicht, dass ich unter „normalen“ Umständen heute noch eine Session gemacht hätte, nachdem ich das erste Mal fertig war – aber ich denke genau deshalb haben wir heute echt einen richtigen Durchbruch geschafft. Right on time sozusagen, denn Patrick ist anschließend mit Sue nach Hause gefahren.

Sue war mega glücklich :-) und sagte noch, dass es sicher gut war, dass ich nicht die ganzen alten Geschichten über ihn wußte, so dass ich etwas unvoreingenommener an die Sache ran gehen konnte. Hm, ich weiß nicht, aber ist ja gut gegangen zum Glück ;-/. Auch von Sue habe ich eine Einladung, bei ihr zu wohnen ;-). Es war 16h als die beiden nach Hause gefahren sind.

Ich muss mich mit diesen armen Pferden immer wieder fragen, was zum Teufel die schon erlebt haben müssen?!

Danach hatte ich Jae versprochen, ihr ein paar Übungen mit Stangen zum Muskelaufbau, Balance, Gleichgewicht zu zeigen. Erst haben wir alles zusammen aufgebaut und dann Cloe geholt. Ich habe angefangen und hatte mal gleich „Aires above the ground“, oder fliegende Pferde. Aber relativ schnell wollte Cloe nicht, dass ich auch nochmal ausflippe und hat sich auf die Aufgabe konzentriert und dann auch richtig Gefallen daran gefunden. Na also! Auch mit Jae hat sie das dann brav nachgemacht.

Wir waren genau fertig als es dunkel wurde. Danach haben wir alle zusammen gegessen (Jae und Ralph Hotdogs – ich Suhsi ;-) ) und ein Rotweinchen dazu getrunken. Ich habe Jae noch geholfen Notizen zum Training und zu „wie es jetzt weiter geht“ zu machen.

Dann war es schon 21h – Zeit zum online check in – ihr werdet euch hoffentlich freuen, morgen Abend geht’s los – Heimflug nach Deutschland. Mit Duschen und Packen habe ich den resltichen Abend verbracht und euch jetzt noch dieses update geschrieben. Jetzt ist es hier 0:09h, ich muss ins Bett! Bei euch ist es  6:09h ihr steht schon bald wieder auf….. Zeitumstellung wird die Hölle, wenn ich zurück bin, ich weiß es jetzt schon ;-)

Do 28.01.2016

Kein Regen heute Morgen, aber noch immer ziemlich nass. Trotzdem Patrick rein holen und Schlammkruste abkratzen während er Heu frisst. Als ich ihn endlich so weit wieder raus geputzt hatte, fing es wieder an zu regnen :-(!

Linda kam, und wir haben einfach mit einem sehr coolen Theorie und Q&As morgen begonnen.  Amy Bowers kam irgendwann noch mit dazu. Sie ist Pats Nichte inkl der ganzen Parelli Basis-Ausbildung und hat sich auf Vielseitigkeit spezialisiert.  Mit ihrer Stute Piper ist sie hier angekommen während wir in Wellington waren. Sie wird ein paar Monate bei und mit den O’Connors reiten und trainieren. How cool ist that?

Der Regen hat nur zwischen Sprühregen, mittlerem und starkem Regen gewechselt – no way we could ride. ABER stattdessen habe ich super kurzweilige und grandiose 4 Stunden damit verbracht mit Linda und Amy zu chatten und sie auszufragen. Ich bin nicht mal sicher, ob ich nicht sogar ein bissel froh über den Regen bin ;-)

Es ging unter anderem um:

-          expression (Ausdruck) – wie kann man es schaffen, dass das Pferd einen positiven Ausdruck behält, obwohl es schwierige oder anstrengende Dinge tut

-          wie muss man warm-up gestalten

-          wie wichtig sind die Grundbedürfnisse wie Safety, Comfort and Play – fühlt sich das Pferd safe bei und mit dem Trainer, ist es comfortable = weiß es wann es Dinge richtig macht, und behält bei allem der Reiter eine playful attitude – spielerische Einstellung und wird nicht ärgerlich auf das Pferd, sondern behält das Ziel im Blick

-          wie wichtig es ist, dass das Pferd die gleichen „drive“ wie man selbst hat, Ziele zu erreichen

-          inwiefern sowohl Über- als aus Unterforderung Streß für ein Pferd bedeuten

-          warum gibt es so viele Fesselträger u.ä. Verletzungen bei Sportpferden, wenn man im Vergleich sieht wie Pat seine vielen Pferde auf Turnierlevel trainiert und kein einziges eine solche Verletzung hat, obwohl sie auch mal Endgeschwindigkeit und über Stock und Stein gehen

Amy hatte eine sehr schöne Analogy indem sie sagt, sie betrachtet alles was sie mit dem Pferd tut als eine Konversation.  Sie fragt sich, habe ich dem Pferd alle Worte beigebracht, die es wissen muss. Wenn die Konversation schwierig wird, hilft es nicht, nichts zu sprechen. Aber kann ich auch aus schwierigen Gesprächen so heraus kommen, dass wir anschließend bessere Freunde sind als vorher.

Auch gut fand ich den Gedanken, wie häufig müssen wir z.B. etwas tun bevor wir wirklich wissen, WIE man es tut. Und wie häufig erwarten wir, dass das Pferd, das etwas schon mal gemacht hat, „das ja wohl jetzt kann“.

Auch sehr cool fand ich, dass Linda sagt „Do what they do, to feel how they feel!“, d.h. wenn das Pferd z.b. mit den Zähnen knirscht, macht sie es auch, um nachzuempfinden, wie man sich fühlt, wenn man sowas tut, was sie meist zur Ursache des Problems führt – in diesem Fall Frustration!

Wir haben noch ein sehr cooles Video zusammen gesehen, das die Überschrift „The Power of WAIT“ trägt. Es war eine Liberty Session mit Jazz, wo Linda eine Schülerin coacht, lange genug zu warten. Jazz geht anfangs mit angelegten Ohren (ein defensives „oh no“) auf dem Zirkel und sie schaffen es, dass er beginnt Fragen zu stellen, die Aufgabe zu verstehen, und sie gern und mit ganz anderem Ausdruck auszuführen. Noch während der Abschlußbesprechung gibt es super viel Gähnen, Schütteln  und dann legt sich Jazz in der Mitte des Roundpens auf den Boden, wälzt sich kurz und bleibt dann ganz relaxed liegen.

Als ich nach Hause kam, hatte Ralph gerade Pizza gemacht – jum! Der Nachmittag gehörte Home-Studies und Business-Calls – leider hat es konstant weiter geregnet. Heute Abend hatte ich nach wunderbarem Sakura Sushi noch eine sehr coole Hanna Somatics Behandlung mit Alissa. Muss jetzt dauernd gähnen – gute Nacht!

Mi 27.01.2016

Das wird heute leider ein kurzer und mehr oder weniger uninteressanter Blog Eintrag für euch werden.

Ich habe 10h geschlafen :-) – dann ein gutes Frühstück und leckeren Kaffee für einen guten Beginn für meinen Regen-Büro -Tag. Nachdem ich ja jetzt wieder Internet Zugang habe, Emails lesen und beantworten, Kurse und Unterrichte planen, Website aktualisieren, Newsletter schreiben und verschicken – lauter solche Sachen, bevor es schwups 16h ist.

Dann kam Alissa vorbei (einige von euch kennen sie von den allerersten Hanna Somatic Sessions, die wir hatten http://www.alissamayer.com/ ) und nachdem wir uns sehr nett mit einem Latte und Dutch Apple Pie unterhalten haben. Als Jae von der Abreit nach Hause kam, haben wir zusammen geschaut, ob ein Sattel auf den sie ein Auge geworfen hat (zu englisch heißt das übrigens „i was eyeballing it“) auf ihre Stute Cloe passt, und für die selbst die richtige Größe und Paßform hat. Alles hat gestimmt, was die Geschichte mit den „eyeballs“ erstmal nicht besser macht ;-).

Alissa hat sie mich dann mitgenommen zu David und Dee, bei denen sie wohnt, wo wir beide zum Abendessen eingeladen waren (Fotos auf FB). Das war mit Abstand das beste Essen, das ich hatte, seit ich hier bin. Dee hat asiatisch für uns gekocht, alles frisch und vor unseren Augen zubereitet und in der offenen Küche bei super netten Gesprächen gegessen.

 

Di 26.01.2016

Wir sind um 7:30h gestartet, um um 8h bei der ersten Unterrichtsstunde von Christoph Hess als Zuschauer dabei zu sein. Der Lehrgang hatte von daher ein sehr interessantes Format als Christoph mit einem persönlichen Shuttel von Arena zu Arena gefahren wurde. So dass in diesem Fall, nicht alle Teilnehmer zu einem Stall kamen, um dort zu reiten, sondern der Lehrer zu allen Ställen seinen Schülern kam.

Zwei Unterrichtsstunden waren painful anzusehen, grauenhaftes Reiten, obwohl Christoph alles gegeben hat. Bei den restlichen waren einige interessante Herangehensweisen und Pferde dabei. Ich fand es interessant, dass wenn man das Talent der Pferde vergleicht, und auf welchem Level sie an Turnieren teilnehmen gibt es hier (in USA) einige relativ „normale“ Pferde, die aber alle Grand Prix Lektionen beherrschen, während es bei uns deutlich mehr GUTE Pferde gibt, die nie Über A Niveau hinaus kommen. HM, how interesting! Wir haben heute genau ein sehr talentiertes Pferd gesehen, das allerdings wohl die meiste Zeit seines Lebens bis jetzt in jemandes „backyard“ verbracht hat.  Es gibt auch recht viele deutsche Trainer hier in Welli-Wood.

Linda, Ryan und ich waren bis nach dem Mittagsessen die einzigen Zuschauer, die fleißig immer mit die Arenas gewechselt haben. Nachmittags kam Alissa noch dazu, die heute in Orlando angekommen ist und dann zu uns runter gefahren kam. Cool, sie wieder zu treffen!

Linda hatte die letzte Unterrichtsstunde des Tages (-lichts) von 17:15-18h. Sehr interessant war, dass zu dieser Stunde eine ganz schöne Menge Zuschauer kamen, obwohl wir der einzige Lehrgangsort waren, der etwas außerhalb der anderen lag. Als auf einmal all die Autos in den Driveway fuhren, waren wir alle relativ überrascht.

Aber natürlich waren Linda und Jazz optimal vorbereitet und überhaupt nicht gestreßt. Es war schön anzusehen, harmonisch  einfach klassisch gutes Reiten entlang der Skala der Ausbildung, mit einer sehr, sehr fundierten Basis und schon einem ziemlich guten Schwierigkeitsgrad. Schon ein bißchen ein Trauerspiel, dass das sonst niemand hin so bekommen hat.

Da es ab morgen früh mal wieder den kompletten Tag regnen soll haben wir beschlossen, heute Nacht noch nach Hause zu fahren – ist ja quasi um die Ecke, nur 4,5 Std ;-)! Also erst mal packen, alles einladen, und verabschieden. Ryan und ich waren schon wieder aus dem Haus, als wir bemerkt haben, dass die Pferde sich offensichtlich selbst aus der Koppel entlassen hatten – das Tor stand offen, oh shit!

Aber kurzes Rufen genügt und sie geben Antwort, also haben wir uns mit Handytaschenlampe auf den Weg gemacht und sie auch schnell gefunden. Angeseilt und ratz-fatz eingeladen, bevor Linda überhautp aus dem Haus kam. Ein Glück Parelli Parelli Pferde.

Um 20h hat die Heimreise begonnen, ich schreibe euch jetzt aus dem Truck, wir sind jetzt in der Nähe von Orlando, es ist 23h – und ich dachte ich nutze die Zeit.

Wenn es um Mitarbeiter-Motivation geht können sich bei Linda denke ich auch so einige Firmen was abschauen.  Alle Angestellten (und das Beispiel vor meinen Augen ist Ryan) arbeiten wirklich hart und viel, deutlich mehr, als ein „normaler Angestellter. Aber ich denke, sie mögen was sie tun und sind deshalb bereit einen außergewöhnlichen Einsatz zu bringen. Und obwohl er schon so lange für Linda arbeitet (4 Jahre) und so nah dran und mit allem vertraut ist, ist er immer noch bemüht, Dinge besser zu machen, voraus zu denken, alles bereit zu habe, hilfreich zu sein und doch im Hintergrund zu bleiben.  Ich weiß nicht, wann er heute Morgen aufgestanden ist, aber die Pferde waren komplett versorgt, bevor wir los mussten. Den kompletten Tag hatte er jede Adresse, zu der wir als nächstes mussten bereits im Navi, so dass wir immer direkt ankamen, er hat Jazz und alles vorbereitet für den Unterricht, hat das alles mit 3 Kameras gleichzeitig gefilmt, dann alles wieder ordentlich verpackt und hatte bereits angehängt und das Gefährt so gestellt, dass wir nur noch verladen und los mussten. Und natürlich hat er den Koloß den kompletten Heimweg gesteuert.

Um 0:30h sind wir kurz vor dem Regen auf der Ranch angekommen. Pferde ausladen, Gepäck aufteilen und heim. Jetzt regnet es schon recht derbe L - morgen soll es den kompletten Tag regnen.

Mo 25.01.2016

Ich war um 8:30h auf der Ranch. Wie ihr auf FB verfolgen konntet, sind wir mit dem „kleinen“ Anhänger unterwegs – mit ausfahrbaren Wohnzimmer und Platz für 5 Pferde ;-). Es mußte noch schnell fertig gepackt werden und für Jazz wurde noch einen Fahrkumpel (Mocha von Ryan) eingeladen und los gings. Bei uns würde man mit diesem Gefährt relativ schnell stecken bleiben.

Trucks dürfen hier die gleiche Geschwindigkeit fahren wie Autos – also waren wir mit 75 MPH auf der linken Spur Richtung Wellington unterwegs und sind glaube ich gegen 3h bei Jonny angekommen. Die Einfahrt war dann doch etwas challenging, Linda und ich mussten aussteigen und Äste zur Seite halten, damit der Truck einigermaßen unverkratzt ankam. Und dann – Sackgasse! Kein Driveway um das Haus herum. Wir haben erstmal die Pferde ausgeladen und auf die Koppel entlassen – dann hat Ryan es tatsächlich geschafft, ohne das komplette Gefährt in den hauseigenen See oder gegen eine Palme zu setzen, das Ding im Garten umzudrehen. Ich war und bin beeindruckt!

Linda hat Jazz dann nochmal auf dem hauseigenen Außenplatz, den hier auch jeder hat, geritten. Aber er war sofort super locker und flockig, so dass sie recht bald wieder aufgehört hat.

Abends waren Linda, Jonny, Ryan und ich bei einem sehr guten Italiener essen. Draußen sitzen wäre von dem Temperaturen ohne weiteres machbar gewesen – leider haben wir drin einen Platz bekommen, wo es nicht nur massiv runter gekühlt sondern auch original italienisch laut war. Unterhaltung war möglich, aber schwierig. Dafür gab es das erste richtig gute Brot hier – knuspriges Weißbrot mit Olivenöl und Knobi zu Salat – SUPER lecker! Danach „design your own Pasta“ und auch die war gut.

Hoffe, dass mein Luftbett mich nicht heute Nacht auf den Boden sinken läßt, aber muss jetzt wirkich schlafen, denn morgen geht es früh los!  

So 24.01.2016

Nachdem ich gestern Nacht noch bis 1h einen Artikel für linda geschrieben habe (…. mehr wird noch nicht verraten) haben wir heute Morgen glücklicherweise erst um 10h begonnen.

Patrick vorher rein geholt und ordentlich sauber gemacht und mit Heu in seiner Box geparkt.

Tik kam mit zwei Pferden. Linda hat ihm zunächst mit Jazzis Hilfe den „learning tree“  vorgeführt. Manche haben sicher das Foto davon schon auf Facebook gesehen. Kurzbeschreibung: ein Seil hängt von einem Ast hinunter, dort wird das Pferd mit seinem Seil befestigt und dann z.b. auf den Zirkel geschickt. Der Mensch hat kein Seil in der Hand, das Pferd lernt also die Grenzen des Zirkels zu finden, in dem es sich bewegen kann und am losen Seil den richtigen Abstand zum Mensch einzuhalten. Vorher die Spiele zu kennen ist hilfreich ;-)

Tik ist sein Vollblut Remarkable geritten und Linda auf Jazz, der Rest von uns mit dem Golfcart hinterher ;-).  Die Änderung im Pferd, seit Dienstag, ist beachtlich! Linda hat ihm das Konzept von „steer like a boat“ gezeigt und ihn durch gecoacht – es geht immer um own the HQ.

Danach haben sie noch das Rückwärts und Seitwärts verbessert und dann mit der „Box“ geritten. Obwohl das Pferd heute bei uns fremd war, war sehr cool zu sehen wieviel calmer er bereits war, und wieviel mehr er verstanden hatte, dass er die Lösung finden kann und „release is available to him“.

Das zweite Pferd, ist ein recht gutes Springpferd. Tik sagt solange man die Zügel einfach nichts benutzt ist alles ok, aber wenn man sie nimmt, drückt er dermaßen seinen Hals nach unten durch, dass es schon fast artistisch ist. Selbstverständlich hat er bereits eine Karriere mit Schlaufzügeln hinter sich, die merkwürdiger Weise das Problem nicht gebessert haben – na sowas! Sie haben am Boden begonnen: relativ calm, nicht connected, nicht responsive. Auf den Zirkel geschickt schoss er los (und dachte weg), HH weichen ging einigermaßen, beim zurückholen bliebt er einfach stehen und hielt am Seil dagegen. Linda hat eine kleine Demo zu mehr connected gemacht und damit auch mehr responsive bekommen – LBE! Danach hat sie Tik damit gecoacht.

Als Vorbereitung zum Reiten haben sie dem Pferd dann, ebenfalls vom Boden, zuerst die Yields am Halfter erklärt, dann Bit-Isolations, dann ist Tik aufgestiegen und Linda hat ihn mit Ride the Line gecoacht. Das war alles sehr, sehr cool zu sehen, da Tik schnell verstanden hat und gut umsetzen konnte, so ließen gute Erfolge nicht lange auf sich warten!

Danach habe ich Ryan geholfen den Anhänger an den Truck zu hängen. WOW, ich lade morgen ein Foto auf Facebook hoch, damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt vom „american way of drive“ ;-). Morgen früh geht’s nämlich nach Wellington, wo Linda am Dienstag einen Dressurlehrgang bei Christoph Hess mitreitet.

Als ich zurück zum Stall kam, war Patrick leicht aus dem Häuschen, weil Tiks Pferde zwischenzeitlich auch abgereist waren und „nur“ Pferde auf der Koppel in der Nähe waren. Seine Box war ein wüstes Durcheinander. Ich bin zu ihm rein, und wer wollte mal direkt an mir vorbei raus. OK, Reiten kann ich ja wann anders immer noch, also Halfter an, Tür auf, Patrick sprintet raus und wir beginnen mit dem „Monopoly Spiel“ (gehe zurück auf los, ziehe nicht 4.000DM ein). Er geht rückwärts zurück in seine Box, das wiederholen wir so lange, bis er WARTET während ich am langen Seil draussen stehe, bis ich ihn einen Schritt vor frage.  BUH, sowas bringt ihn echt auf die Palme! Mitnichten calm und schon gar nicht connected! Es dauert ca 20 Minuten, bis er einen Schritt nach dem anderen aus seiner Box zu mir raus macht und nicht immer wieder weiter vor geht als ich ihn frage. Unser rückwärts wird immer besser, die connection auch. Dann im Stick to me zwei Meter die Stallgasse runter und ich stoppe – er nicht! Tja, das wäre ihr Preis gewesen. Also von vorne! Wir brauchen bis aufs Gras (für ca. 8 m) insgesamt 45 min, bis er wartet solange ich stehe, geht wenn ich gehe stoppt wenn ich stoppe und nicht los zackelt. Ich beschließe es dabei zu belassen, das war „Themenabend“ genug!  Danach ist der Weg bis zu seiner Koppel ein Kinderspiel.

Ich habe schon schnell ein paar Sachen eingekauft (70$) und voll getankt (12$), dann bin ich nach Hause gefahren.

Heute habe ich übrigens zufällig auf Facebook eine Collage von Fotos mit der Entwicklung eines Pferdes mit Daten darunter (über ein paar Jahre) gesehen. Als erstes dachte ich, das hat jemand von Tierschutz gepostet, so und un- bzw. falsch bemuskelt sah Pferd aus – aber nein, es sollte den Erfolg des Trainings dokumentieren. AUTSCH! Auf meinem Merkzettel im Kopf wird aufgeschrieben: unbedingt Theorie zu „Was ist gesundes Training für mein Pferd“ und Kurs-Serie zu „Elemente der Ausbildung“ wiederholen, um mehr Augen zu schulen, damit sowas nicht im besten Wissen und Gewissen passiert.

Bonusinfo dazu: Definition von SEHR LEICHTE Arbeit = Schritt +Trab – Erholungstraining mit einer Gesamtdauer von 40-80 Minuten oder anfängliches Aufwärmen gefolgt von einem aktiven Erholungstraining mit ca. 30 Minuten Dauer; LEICHTE ARBEIT = Schritt, Trab und leichter Handgalopp – Training mit 40-80 Minuten Dauer! Mein Tierarzt sagte kürzlich zu mir: die meisten Pferde werden leider gar NICHT gearbeitet! Oder wie Pat sagt: "Most horses are over-fed and under-exercised!" (überfüttert und unterbewegt). Natürlich ist es wichtig, die Mentale und Emotionale Komponente des Trainings nicht hinter die Physische zu stellen und einen durchgeknallten Athlet zu erzeugen, was man ja gern den Sportreitern vorwirft. Aber es ist genausowenig ok, das Physische nicht zu beachten und damit einen ausgeglichenen Totalschaden zu bewirken, was man gern der Freizeit und Horsemanship Seite anlastet. ALLE 3 Kompomenten müssen im Training bedient werden!

Jetzt muss ich mal packen, wir kommen erst am Mi abends oder Do morgens wieder. Ich bin nicht sicher, ob ich euch von Welli-Wood aus updaten kann in den nächsten Tagen, wir werden sehen! Hoffe, dass ich euch zumindest ein paar Fotos posten kann.

Also dann: Over and out :-)

Sa 23.01.2016

Habe mir gerade mal etwas lautere Musik angemacht, damit ich mich einigermaßen konzentrieren kann, um euch zu schreiben, denn hier ist heute Video-Night! Warum auch immer, muss man die in einer Lautstärke sehen, die vermutlich in Deutschland locker bis zu den Nachbarn reichen würde, das Haus vibriert jedenfalls. Für alle die mich nicht so gut kennen: GENAU MEIN DING! Falls ihr mal Fragen zu irgendwelchen Filmen oder Schauspielern habt, bin ich DER Ansprechpartner ;-)

Also was mir wirklich sehr gut gefällt, ist euer Feedback zu meinen Blog Einträgen! GROSSARTIG – besonders eure Erkenntnisse und Erfahrungen nach dem Sattel Video. So ist das mit dem Blog nicht so eine einseitige Sache, sondern ich hab auch noch was davon.

Heute Nacht hat es zwar nicht gefroren, aber morgens waren es nicht viel mehr wie 5 Grad und blieb auch erst mal so. Wir haben mit einer Theorie und Q&A Stunde im Studio begonnen. Unsere Nachbesprechungen finde ich immer alle sehr wertvoll! Manche Fragen kommen einem erst, wenn man abends seine Notizen gemacht oder mal ne Nacht drüber geschlafen hat.

Tik hat Linda zwischenzeitlich schon mit einigen Updates zu den Pferden versorgt, mit denen wir gearbeitet haben. Natürlich hat er noch ein Pferd in petto, zu dem er gern noch Hilfe gehabt hätte. Er hat also gefragt, ob er am WE nochmal mit ihm bei uns vorbei schauen darf und wird morgen früh kommen und mit uns reiten. COOL!!!! Er ist so ein netter Typ – hat angeboten Linda natürlich für ihre Zeit zu bezahlen, worauf Linda ihm geantwortet hat, dass sie allerdings sehr teuer sei, und er schrieb, es sei ihm egal, sie sei jeden Penny wert (DAS sehe ich übrigens exakt genauso!), aber sie zum ihm meinte, nein, sie wäre froh, wenn sie einfach zusammen arbeiten könnten! Ist das nett, oder ist das nett? (… und nur um euch ein Gefühl für die Preise zu geben: 1h liegt bei 2,500$, ½ Tag (3h) 6,000$, 1 Tag 10,000$)

Wir haben auch nochmal über die Woche mit Janice gesprochen, welche Übungen für welche Sitz-Korrekturen gut helfen, wie lange sollten Steigbügel eingestellt sein, wie trainiert man am besten das Aussitzen und all solche Dinge.

Danach sind wir raus zum Reiten, brrrrr, frische 6 Grad und sehr windig inzwischen. Patrick schon leicht ungeduldig. Ich habe beschlossen wieder am Boden zu beginnen, weil wir zumindest in diesem Savvy in den letzten Tagen Fortschritte gemacht haben. Außerdem wollte ich ihm die Möglichkeit geben, seinen Rücken ohne Reiter etwas warm zumachen, da ihn das Reiten per se immer noch zu einem squeeky belly veranlasst.

Vorwärts OL war pretty nice, as long as I was traveling circling. Circle an einer Stelle erzeugen sofort den “chain-gang“-trot (Sträflingskollonen-Trab) :-). Mein OL Ziel für heute waren Sprünge. Der Baumstamm, der bisher dafür herhalten musste, war kein Thema, weder in die eine noch in die andere Richtung, aber als ich ihn travelling ein paar weitere springen lassen wollte, stand er erst mal wieder davor. Aber irgendwann ging’s – sogar mit den Stangen, die als Begrenzung um die Arena liegen, die obwohl am niedrigsten interessanter Weise am schwierigsten sind. Ich denke das ist so, weil man in die Arena rein oder aus der Arena raus springt, also von Gras auf Sand und umgekehrt, der Boden sich also ändert.

Ich bin aufgestiegen – hier gab es nach den letzten beiden Reit-Tagen die zu erwartende Diskussion. War klar, also „take the time it takes” und „be effective without being critical“. Mein Reitziel für heute „reins mean go”. Ich hatte Linda gebeten mich zu coachen, und auch hier war Patrick erwartungsgemäß auf der Suche nach einem Kampf statt einer nach einer Antwort. Wie einfach wäre ich hier in meinem früheren Leben, besonders nach so einer Aufsteige-Aktion, drauf eingestiegen und wir hätten uns so richtig fett gestritten – shame on me….

Ich war bereit wieder ein paar Schritte zurück zu gehen, aber Linda hat mich komplett von vorne anfangen lassen: Gehe zurück auf Los! Leading rein start, pick up the reins v e r y slow and feel for their mouth, take the reins, if you feel him slowing and thinking of stopping (was SOFORT war), keep his feet busy by turning and let the reins slide. Oh weh, das hat ganz schön viele Wiederholungen benötigt, bevor Patrick endlich wieder den Zügel „genommen“ hat und auch das nur extrem zögerlich.

Irgendwann hatte ich von „nose, neck, maybe the feet“ endlich den Hals und schließlich auch die Nase. Dann sollte ich ihn per Sitz dabei nach antraben fragen, OHNE Schenkel zu benutzen. Zunächst einfach keine Reaktion darauf. Aber „passivly persistent in a proper position“ wurde der Schritt auf einmal doch etwas mehr vorwärts. Sofort ausgiebig loben und erst mal stehen bleiben. Großes Ausatmen von Patrick – AH gut! Ab jetzt haben wir Fortschritte gemacht. Und während es bis hierher bestimmt fast 20-30 min gedauert hat, hatten wir in den nächsten 5 min alle Steps von: Zügel nehmen, nose, neck und antraben bekommen, stretch und durchparieren am langen Zügel bis zu Zügel nehmen, antraben, einige Schritte den Kontakt halten, im Kontakt durchparieren, dann stretch und langer Zügel. Immer wieder ganz viel Ausatmen von Patrick und keine Schlauchgeräusche!

Definitiv Schluß für heute! Linda meint, morgen können wir sogar mit Frame (Rahmen) spielen – mal sehen, ich bin gespannt. Immer wieder bestätigt es sich, man muss das Pferd da abholen, wo es heute steht und nur wer bereit ist, alle erforderliche Zeit in die Basis und in die Vorbereitung zu stecken, wird nachher mit sieben Meilen Stiefeln vorwärts gehen. Aber genau hier liegt ein typisch menschliches Problem.  

Maureens Mann Todd ist heute wieder angereist um morgen mit ihr und den Pferden zurück nach Canada zu reisen. Er ist morgens mit und geritten. Dann sind wir zu Pats Barn gefahren, weil seine Hündin heute Vormittag 5 Welpen geboren hat, die wir geholfen haben samt ihrer Hundekiste ins Büro zu tragen.

Zum Abschied sind Linda, Ryan und ich mit Maureen und Todd zum Lunch zu Blue Highway Pizza nach Micanope gefahren. Von außen sah es nach Bruchbude aus und roch nach extrem Knoblauch, aber es war ne Menge los, wir mussten eine ganze Weile auf einen Tisch warten. Das Essen war gut und die Gesellschaft noch besser! Um 4h waren wir zurück auf der Ranch – what a great day!

Ab morgen beginnt meine letzte Woche hier ......

Fr 22.01.2016

Regen, d.h. nicht einfach Regen wie wenn es bei uns regnet, wenn es hier regnet schüttet es meistens – dann noch Gewitter und Sturm. Aber es ist in der Regel um die 20 Grad warm. Wir waren erst für den Nachmittag 15h zum Reiten verabredet, bis dahin war dann auch nur noch der Wind da und die Sonne schien wieder.

Ich hatte Patrick rein geholt und schon mal mit Heu in der Box geparkt, aber es war leider viel zu nass zum reiten, der Boden super glitschig, die Arenas unter Wasser. Also habe ich nur etwas Zeit mit ihm verbracht, ihn ein bissel außerhalb grasen lassen und dann zurück zur Koppel gebracht.

Damit bestand mein kompletter Tag mehr oder weniger aus Home-Studies, unterbrochen von der Aufsicht für Jaes kleine Hündin Izzy. Meine Augen sind jetzt jedenfalls quadratisch und ich mag nicht mehr auf einem Stuhl sitzen und schreiben, ABER es war trotzdem ein erfolgreicher Tag – für sowas habe ich sonst nie so viel Zeit!

Einige von euch haben mein Video von gestern sogar schon angesehen – ich bin beeindruckt! Es freut mich, dass es euch genauso gut gefällt wie mir!

Ich habs mir gestern Abend auch nochmal angesehen und gedacht, dass sich wohl die meisten Leute beim ersten Satteln fragen würden, wo den hier ein Problem sein soll?! Und so krass, wenn man dann sieht, wie groß der Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz sein kann, und wie genau man manchmal hinsehen muss um die rote oder Grüne Ampel zu sehen!

Do 21.01.2016

Same procedure as yesterday: 9-10h Matclass bei Parelli, 11:30-12:45h mit unseren personal Trainern Workout an den Geräten in Janices Folterkammer.

Dann schnell zurück zur Ranch und Pferde vorbereiten. Wie gestern hatte ich mit Patrick vorwärts am Boden, diesmal ohne Emotional zu werden, und ein sehr nettes Seitwärts along the wall in der Arena. Ich bin auch erst aufgestiegen, als unsere Trainer da waren, damit ich ihn nicht länger als unbedingt nötig langweile.

Erkenntnis aus gestern und heute: solange das Pferd noch „Basis-Training“ braucht, ist es so gut wie unmöglich sich auf den Reiter zu konzentrieren und „reiten“ zu wollen, ohne unweigerlich mit dem Pferd und seinen Bedürfnissen zu kollidieren! Ab dem Moment, wo ich Heidi zugehört habe und versucht zu tun, was sie mich gefragt hat, ist Patrick immer nöliger geworden. Gefühlte 370 Runden auf dem Zirkel haben da nichts besser gemacht, auch wenn wir öfter mal die Hand und Gangart gewechselt haben. (Aus diesem Grund allein schon MAG ich mein Coach-Phone System sehr, endlich reitet der Schüler nicht mehr endlose Runden um den Lehrer!) Es brauchte immer mehr Zügel, um ihn auf dem Zirkel zu halten, immer mehr Sitz und Stick, um das GO beizubehalten.

Interessant ist, dass man genau das in vielen Reitstunden zu sehen bekommt. Ergebnis: Frustration auf allen Seiten! Hmmmm, how interesting! Wie Linda sagt „If you do what the horse NEEDS, he will give you, what you WANT!“  

Und alles liegt mal wieder in der VORbereitung! Habe ich mein Pferd calm, connected und responsive und fühlt es sich successful (erfolgreich), weil es das Ziel kennt und daran beteiligt ist und sein will?! ODER sind wir, wie in Patricks Fall, noch lange nicht so weit “normalen” Unterricht zu nehmen, weil sobald ich meine „connection“ (Verbindung) mit ihm nicht mehr 100% halte, er mir direkt den Rücken kehrt und ich nun jegliche Form von „response“ (Antwort) vergessen kann.  Ja, dann kommt “MAKE him stay on the circle and MAKE him go forwards versus CAUSE him to stay on a circle and CAUSE him to go forwards”. Und ja, ich habe gelernt, wie man das macht (been there, done that, bought the T-shirts ;-)), aber das will ich nicht mehr! Es ist ein sehr GROSSER Unterschied, nicht nur für das Pferd.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt wie unsere Session morgen wird – ich glaube ich muss das etwas ausbalancieren.  Leider haben wir 70% chance of rain – hoffentlich trifft das nicht ein!

Heute Abend gehen Maureen, Jae und ich essen :-)

Für euch habe ich noch eins meiner absoluten Lieblings-Videos zum Thema Satteln raus gesucht. Ihr braucht eine Stunde Zeit dafür – aber es ist wirklich, wirklich sehr cool! Wenn ihr’s angeschaut habt, würdem ich sehr eure Meinung interessieren – schreibt mir ne Email! https://www.youtube.com/watch?v=acFG0jA7WEc

Mi 20.01.2016

Wenn ich heute kein Workout hatte weiß ich es auch nicht, aber bin immernoch sehr happy mit meinem derzeitigen Fitness-Zustand, und das immerhin trotzdem ich seit fast 3 Wochen „nur“ ein Pferd pro Tag habe.

9-10h Matclass Pilates bei Parelli mit Julie. Dann kurze Pause und Abreise zu Janice Dulak in die Folterkammer. Jeder von uns hatte einem personal Trainer, meiner war Heidi (Heiðrún Halldórsdóttir) aus Island, der aufgepaßt hat, dass man sich auch ja nicht schont und alle Übrungen auch richtig gemacht werden. Is e anner Sach sowas ;-). Von 11:30-12:45h haben wir unter Aufsicht an den Geräten gearbeitet.

Dann schnell zurück zur Ranch und Pferde fertig machen für 13:30h. Zum Glück hatte ich mich intuitiv für ein warmup am Boden entschieden – ich war in der black Arena und habe mit vorwärts gespielt, weil wir wieder einen „squeeky belly“ (Schlauchgeräusche) hatten. Ich habe irgendwann den Galopp bekommen und dann dort nach schneller gefragt und WOW, dann sind Patrick mal eben kurz die Sicherungen durchgebrannt! Ein Glück, dass ich nie vorwärts hatte, wenn ich aus dem Sattel danach gefragt habe. Das Tempo und die Energie haben ihn krass in den Fluchtmodus versetzt – komplett auf rechter Gehirnhälfte!

Neuer Trick: wenn man mit zwei Händen das Seil und den Gummi-Griff des Sticks zusammen festhält, kann man das Seil einfacher festhalten, wenn das Pferd los geht!  

Ich musste „you better run“ mit ihm spielen, um ihn wieder von dem ganzen Adrenalin runter zu bringen. Linda hat später gefragt, wie ich denn das gemacht hätte ;-) – sie dachte zuerst nicht, dass das Patrick sein kann, der da wie wild Furchen in die Arena gräbt, oh well …. ! Nach bestimmt fast 5 min „dead run“ hat er das erste mal wieder zu mir gefunden. Ich hab ihn dann nochmal in die andere Richtung geschickt, dann ging er sehr kurz nochmal los, hat sich aber nach 2 Runden beruhigt und dann war‘s vorbei – willkommen zurück auf linker Gehirnhälfte!

Ich bin aufgestiegen und habe ihn erst mal im Schritt über den Playground geritten, damit er wieder zu normaler Atmung kommt. Danach musste er leider nochmal das große Diskussions-Programm auspacken. Vorwärts N Ö Ö Ö Ö – klemmi, auf den Zügel stoßen, mit den Vorderfüßen aufstampfen, rückwärtsgehen – das ganze Programm. Also Zügel in einer Hand, Gerte in der anderen, und in großen langsamen dumpfen Taps Schultern, Hals, Kruppe, Röhrbein, Ohr…. antippen bis vorwärts die Antwort wird.

Leider konnten wir das nicht fertig ausdiskutieren, bevor unsere Stunde mit Heidi anfing. Entsprechend war seine Reaktion auf Energie aufnehmen = breathe in and lengthen your spine, lächeln mit allen vier Backen = engage the seat, then wrap your legs to his side – spätestens jetzt stehen wir. Es braucht ein paar deutliche Taps bis er einsieht, dass es jetzt nicht um ihn geht, sondern er „nur“ Schritt auf dem Zirkel gehen soll, weil ich mein Workout jetzt auf seinem Rücken weiter ausführe. Sein Blick sagt „kill me now – this is soooo boring“.

Entsprechend gern folgt er jeder Ablenkung, die Navi für uns zu bieten hat Sie rast heute als feuerspeiender Drache rund um dem Playground. Es gibt bei ihr heute nur zwei Modi 1. Stehen und LAUT Luft ausprusten 2. Endgeschwindigkeit. Man könnte meinen sie hatte 4 Wochen Boxenhaft – und nicht sie lebt 24/7 draußen.

Heidi und ich ignorieren das und ziehen es einfach durch, was haben wir auch für eine Wahl ;-). Jetzt hab ich nicht nur zuerst Führungspunkte verloren, weil die Diskussion nicht zu Ende geführt, sondern auch noch Beziehungspunkte für Pilates bezahlt – ARRRRGGGG! Und morgen machen wir das ganze nochmal, oh well!

Als wir fertig waren und die Feedbackrunde lief war Patrick schon äußerst genervt und ungehalten. Ich habe versucht, auch das größtenteils einfach zu ignorieren. Im Stall hat er noch eine Heuration bekommen, während ich Highland für Linda zum Playground mitgenommen habe, die Jazz geritten ist. Ich habe mich auf die Aufsteighilfe gesetzt und wollte zusehen und Highland grasen lassen – aber lasst mal ein Pferd grasen, das draußen lebt, nä! Er dachte: jetzt hab ich doch dich als mein persönliches SPA gebucht, knuddel mich hier und ja, klopf auf mein Maul, hmmmmm steck mal deine Finder in meine Ohren –oooohhhhhh ja guuuuut - tiefer - bis ins Gehirn am besten,  kratz mal mein Gesicht – mit Fingernägeln bitte, oder den Hals und oh, kann ich auf deinen Schoß bitte. Was ein guffball (Quatschkopf)! Immer wieder hat er angeboten, mich im Gegenzug auch ein wenig zu kratzen, am besten fand er – wie Lasse – meine Haare! Nase ganz tief rein, Lippe nutzen zum reinwühlen, kurz das Haargummi mit den Zähnen halten – aber alles nett. Bilder dazu gibt’s reichlich auf Facebook. Er kann mich jetzt ziemlich gut leiden glaub ich ;-).

Linda ist dann doch nur Jazz geritten, weil ihre Rippen doch noch etwas mehr weh getan haben als erwartet. Also haben wir, als sie fertig war mit Reiten, die beiden Jungs frei gelassen – und ja, auch die beiden haben nochmal im full-speed, quieckend, ne Buckel-Runde über den Playground gedreht.

Wenn ich sowas sehe, muss ich immer an die armen Pferde denken, die sich NIE wirklich frei bewegen dürfen, oder wenn nur auf einem winzigen Stück Wiese in Einzelhaft. Das ist KEINE artgerechte Haltung! Komfort und Spiel sind zwei der vier Grundbedürfnisse von JEDEM Pferd! Und zu Komfort zählt zu 100% mal so richtig rennen und bocken was das Zeug hält!

Pferde werden krank – zuerst im Kopf, dann auch im Körper – wenn das nicht geht. Patrick ist das allerbeste Beispiel!

Abends war ich mit Ryan und Maureen bei Sakura Sushi essen MJAM. Da muss ich unbedingt nochmal hin, die machen einfach eins der besten Sushis, die ich bis jetzt gegessen habe.

Di 19.01.2016

Eine Stunde Pilates am Morgen war wieder unser warm-up für den heutigen Tag, heute mit Jen. Linda Land wurde heute durch ein paar Teilnehmer aus Pats verstärkt.

Danach hat Linda Ryan, Maureen und mich zu einem Field Trip mitgenommen zu Tik Maynard, einen Vielseitigkeits-Reiter aus Canada, der im Winter einige Monate in Ocala verbringt und den ich schon bei den Dreharbeiten zu „Scale of Training“ kennengelernt habe.

Wir haben ihn in einer überdachten Arena gefunden, mit Remarkable, einem 5 jährigen Ex-Rennpferd. Er hat mit ihm am Retired Racehorse Project's Thoroughbred Makeover teilgenommen. Man adoptiert ein Rennpferd und zeigt ein paar Monate später, in unterschiedlichen Kategorien, was man daraus gemacht hat. Man darf in 2 Kategorien antreten, die beiden haben in Eventing (Vielseitigkeit) und Freestyle teilgenommen. Bei den Eventern waren sie 5. von über 120 Teilnehmern, das Freestyle haben sie gewonnen, indem er zuerst eine Liberty Vorführung mit ihm gemacht hat und dann bridleless (ohne Trense) geritten und gesprungen ist.

Das Pferd am Seil war sehr dünn, trainiert, groß und leftbrain. Tik sagte uns, er würde ihn jetzt mal frei machen, denn er müßte sich mal bewegen, woraus seine beiden Helferinnen fragten, ob sie sich an die beiden offenen Stellen an der Reiling stellen sollten, er meinte, nein nicht nötig, über diese Höhe würde er ja überall locker springen – sprachs und tat was das Pferd brauchte. Kaum war das Halfter ab, wurden wir sofort von der Endgeschwindigkeit des Pferdes beeindruckt, unübersehbar mußte er seine Füße bewegen und rocken und bocken was das Zeug hielt – mehrfach ist er voll-speed auf den Zaun zu und hat sich angeduckt, als ob er springt, hat aber immer vorher abgedreht. Tik hat ihn einfach machen lassen. Als der Wallach „fertig“  war, kam er abschnaubend im Galopp zu ihm zurück. Sie haben dann noch etwas at liberty zusammen mit connection gespielt – Linda hat ein paar Tips gegeben. Wir haben dann kurz auch seine sehr nette Frau Sinead und ihre Working Students kennen gelernt – sie trainieren in unterschiedlichen Ställen, da sie in der selbsen Disziplin reiten und trainieren, sehr verständlich ;-).

Dann ging‘s zum Reiten ab auf die Wiese. Tik hat etwas vorgeritten und gezeigt, dass wann immer er länger galoppiert (was ja in der Vielseitigkeit vorkommen soll), das Pferd in eine Art Trance geht und dann von einem Sprung überrascht wird, bzw. nicht gut wieder zu setzen ist davor. Linda hat ihm den „suspension rein“ erklärt und ihn damit gecoacht, und wie cool den Unterschied zu sehen! Da seine Pferde eine exzellente Vorbildung auch am Boden haben und Tik natürlich ein extrem guter Reiter ist, hat er super schnell verstanden und umsetzen können worum es ging.

Er wollte uns noch 4 Pferde zeigen, also sind wir mit zum Stall gefahren, er ist geritten. Schwups habe ich einen dreijährigen (Evan) in die Hand gedrückt bekommen, um ihn am Boden aufzuwärmen ….. „and you can ride him if you want“ – Danke für das Vertrauen, aber danke nein ;-).  Ryan hat ebenfalls ein Pferd bekommen, und Tiks zwei Helferinnen hatten zwei Stuten, die jeweils als unreitbar zu ihm kamen, und wo bis heute auch noch niemand drauf saß, weil sie außerdem auch nicht händelbar waren, eine nicht mal führbar! Linda hat zuerst den beiden Mädels geholfen, während Ryan und ich die anderen beiden gespielt haben.

Evan ist ein sehr gut erzogener, großer junger Kerl. Extrovertiert in jedem Fall, aber das müssen Vielseitigkeitspferde wohl sein ;-), nicht wirklich calm und eher reactive als responsive. Die Yields, HH, VH, rückwärts aber waren wirklich gut und sehr promt. Ich habe ihn das S-exercise machen lassen um nicht zirkeln zu müssen, aber seine Füße schneller zu bewegen, dann über  Stangen traben lassen und dann dazwischen angehalten – das fand sehr komisch. Rückwärts über eine Stange, noch viel komischer. Aber er hat sehr, sehr brav versucht alles zu tun was ich gefragt habe. Einzige Stelle, die etwas sticky und fest war, der hintere Teil der Rippen.

Als ich ihn zu Tik zurück gebracht habe zum Reiten war er sehr interessiert zu hören was ich gefunden habe. Er hat das Problem, dass er sich im Genick verwirft bei m Reiten. Linda hat meine und seine Erkenntnisse zusammen geschmissen, meinte wir sollten testen, ob das Genick kommt wegen der Rippen so ist und vorgeschlagen Schenkelweichen auf dem Zirkel zu tun. Sure enough that fixed it fast – Tik war pretty happy!

Ryans Pferd war eine junge Schimmelstute, die gerade aus Deutschland importiert wurde. Die knirscht im Schritt und Trab mit den Zähnen und ist relativ fest auf ihrer linken Körperhälfte. Ryan hat sie geritten, zuerst Ride the line und dann supple rein. Sehr cool zu sehen, wie das beides dem Pferd geholfen hat loszulassen und weich zu werden ohne sich eingesperrt zu fühlen. Tik wollte das auch unbedingt noch anführen und ist es unter Ryans Anleitung nochmal nach geritten.Wieder konnte er die Sache extrem schnell umsetzen.

Die beiden Mädels mit den Stuten hatten bis jetzt am Boden gearbeitet waren aber beide willens, es heute mit Aufsteigen und Reiten zu versuchen. Eine der beiden Stuten hat direkt auf Kampf geschaltet, Ohren auf dem Hals und Bocken was das Zeug hält – wir als Zuschauer mussten mehrfach wegsprinten. Das Mädel kann reiten! Linda hat ihr den indirekten Zügel und HH weichen erklärt, was das Bocken gestoppt hat, dann sollte sie das Pferd sofort dolle streicheln. Die Stute war SEHR überrascht von dieser Vorgehensweise. Nicht lange und die beiden sind Point to Point geritten, Ohren vorn, unterbrochen von Grasen zur Belohnung.

Die zweite Stute hat sich sofort wie ein braves Reitpferd verhalten. Tik sagte irgendwann zu seiner Reiterin, sie soll mal antraben, damit wir etwas entertaint werden – aber auch das war super! All das natürlich draußen auf einer großen, nicht eingezäunten, sehr unebenen Wiese mit einem Teich und nassen tiefen Stellen und vielen Bäumen.

Das war ein krass cooler Tag! Wir haben super viel unterschiedliche Herangehensweisen und Strategien mit ganz verschiedenen Pferden gesehen und mal wieder erlebt „that shitt really works“!

Tik hat mich eingeladen, mich zu melden, falls ich gern mit ihm reiten möchte. Er meinte, er hätte auch ein paar Dressurpferde ;-).

 Um 16h waren wir erst zurück auf der Ranch. Man hatte ich einen Hunger, nachdem es heute nur Frühstück und einen Smoothie gab :-)!

Mo 18.01.2016

Der Tag hat mit Pilates begonnen – Trainerin Heidi aus Island haben wir ganz gut überlebt ;-)! Man weiß ja nie so richtig, was einen erwartet, aber ich war von meinem Pilates-Fitness-Zustand positiv überrascht – ich verdanke das sicher auch Gisela vom movation und dem Reiter-Yoga :-)!

Kathy war heute den letzten Tag da, aber leider war der Playground immer noch so nass, dass wir dort nicht wirklich reiten konnten – also haben wir nochmal einen kleinen Ausflug zu Pats Barn gemacht. And what a different horse Patrick was! Stehen und auf die anderen warten, in der Mitte der Gruppe und hinter der Gruppe im Schritt gehen, anhalten und die Gruppe vorgehen lassen, alles kein Thema. Sehr relaxed sind wir bei Pat angekommen. Heute waren lebendige Kühe unterwegs, die Sorte mit Hörnern. Von den anderen Pferden haben ein paar geguckt, Patrick hat hingeschaut aber war nicht beeindruckt.

Wir sind alle zusammen auf Pats große Koppel geritten, das war schon etwas spannender, wegen der vielen anderen Pferde, die teilweise kamen und mal schauen wollten. Meine Verteidigung unserer gemeinsamen persönlichen Zone mit der Gerte hat er erstmal mißverstanden - dann fand er's glaube ich ganz gut.

Zuerst haben wir die Startboxen inspiziert, dann sind wir auf den Tracks (Wegen) geritten, die durch die Weide gezogen sind. Alles gut. Dann sollte jeder in der Richtung und Geschwindigkeit reiten, die er wollte, plus noch ein paar Leute von Pat auf den Tracks. Auch das kein Thema!

….bis uns irgendwann ein Quarter in Endgeschwindigkeit entgegen kam. Da hatten wir einen kurzen aber heftigen Energieschub mit einem Roll-back und bocken und losrennen wollen -  da ich aber inzwischen („Own the hindquarters!“) der Besitzer des HH-Weichens bin, sind wir einfach nur ein paarmal auf der Stelle gedreht, bis es soweit wieder gut war. Um ihn wieder zu fokussieren habe ich dann touch-it gespielt – da nichts anderes vor Ort war, mussten die Kühe aus Metall herhalten (alles artificial hier ;-)). Immerhin fand er die so interessant, dass er darüber seine Aufgeregtheit vergessen hat.

Unsere Linda-Übung für heute: backup off the seat - zuerst war er ziemlich jerky on the reins, aber wir sind einfach so lange weiter rückwärts geritten, bis es leicht und fein und weich war. Wir sprechen hier übrigens natürlich, wie auch am Boden, nicht von 2-4 Schritten sondern eher 22-44! Patrick kann so dolle "sitzen" beim rückwärts gehen, dass die Schwitzstelle unter dem Sattel eine Handbreit dahinter raus ragt, nicht schlecht! Kathy fragte, ob es sich so anfühlt, als ob er möglicherweise steigen könnte - ja das tut es! Er hat es auch manchmal überlegt, aber nicht getan (BEziehung!) - good boy! Auch der Rückweg zum Stall war absolut streßfrei.

Wir hatten dann eine Pause und ich bin nachmittags nochmal zur Ranch zurück gefahren, weil Mette kam, um Linda mit Jazz eine Stunde  zu geben. Zuerst ist Linda geritten und Mette hat ihr mit Versammlung weiter geholfen. Themen waren „shorten the body w/o shortening only the neck“  und „talk to/lift the shoulders”. Später ist Mette zum Thema Verstärkungen vorgeritten und hat das kommentiert. Beides war sehr interessant, weil Jazz seinem Namen entsprechend schon ziemlich Hot ist.

Abends war ich mit Ralph und Jae noch Chinesisch Essen, im Yummy House. In Florida muss man – wegen des hohen Altersdurchschnitts abends FRÜH essen gehen – manche Restaurants haben in der Tat  nur bis 21h geöffnet! Die Supermärkte schließen hier auch um 22h!

Nach dem Essen waren wir noch nebenan, sozusagen in einem Toys’R’Us für Hunde. Das ist einfach so krass hier, es gibt von Windeln für Hunde bis zum kompletten Anzieh-Outfit ALLES, was man sich nicht vorstellen möchte! Ich enthalte mich jeden weiteren Kommentars.

So 17.01.2016

Für alle von euch, die nicht auf Facebook sind. Heute Morgen habe ich ein sehr schönes Zitat von Bill Dorrance gefunden: „It’s not surprising that people think that, instead of helping the horse understand, they have to MAKE him do things. It’s the ‘making’ part that causes people to use a lot of unnecessary firmness, which is exactly what those horses can’t understand." – „Es ist nicht verwunderlich,  dass  die Menschen denken, sie müssen ein Pferd zwingen, Dinge zu tun, anstatt ihm zu helfen sie zu verstehen. Aber es ist genau das, was die Menschen dazu veranlasst unnötig viel Härte zu verwenden, was dann dazu führt, dass das Pferd nicht verstehen kann.“

 Das hat mich zu folgenden Sonntags-Gedanken veranlasst: Viele Menschen verwechseln Konsequenz mit Härte, Respekt mit Angst und Selbstsicherheit mit Dominanz. Härte erzeugt Angst, Konsequenz erzeugt eine Balance zwischen Respekt und Vertrauen. Es geht dabei nicht um ER-ziehung sondern um BE-ziehung.

Niemand kann einen anderen (auch kein Pferd) "klein" machen und selbst "groß" sein. Wirklich groß ist in meinen Augen derjenige, der es schafft andere größer zu machen als sich selbst.

Halla war ein erfolgloses Pferd, bis Hans Günter Winkler mit ihr 3x Olympiagold und insgesamt 125 Springen gewonnen hat! Bei den olympischen Spielen 1956 hatte er Muskelriss im ersten Durchgang - Halla trug ihn bis zum Ziel und auch noch durch den zweiten Durchgang und zur Einzel- und Mannschafts-Goldmedaille!
Das geht ganz sicher nur mit einer guten BEziehung und einem selbstsicheren Pferd, dass das Ziel kennt und gern "einspringt", wenn der Mensch "ausfällt"!

Wieviele Gedanken machen wir uns um die BEziehung zu unserem Pferd? Wieviel Zeit stecken wir hinein, sein Vertrauen in sich selbst, uns, seine Lernfähigkeit und die Umwelt zu stärken und dafür zu sorgen, dass er nicht nur das Ziel unseres Trainings für heute, diese Woche, diesen Monat kennt und an der Erreichung des Ziels beteiligt ist, und zwar nicht nur an der Arbeit sondern auch an dem Erfolg!?"Does your horse know the goal?" ( Linda Parelli) - "Kennt dein Pferd das Ziel?"

Heute war ein lazy day, Linda den ganzen Tag in Meetings. Patricks Besitzerin Sue war da, aber da es heute Nacht extrem geregnet und gewittert hat waren der Playground und besonders die Arenas super nass. So ist sie einfach eine Doppelrunde über die Ranch mit ihm ausgeritten und war pretty happy als sie zurück kam.

Nachmittags kam Sandy zu Besuch, mit der ich 2008 zusammen bei Jae gewohnt habe, als wir beide die 6 Wochen Kurse auf der Parelli Ranch gemacht haben. Wir waren alle zusammen draußen, Sandy hat mit Cloe gespielt und sie geritten, dann ist Jae geritten, ich habe Fotos und Videos für sie gemacht.  Nachdem es die letzten beiden Tage T-Shirt Wetter hatte, soll es ab heute wieder Nachtfrost geben und kalt sein – brrrrrrrrrrrr – aber das bedeutet zum Glück meist auch, dass die Sonne scheint und es nicht regnet – was gut wäre!

Ab morgen startet unsere Pilates Challenge ;-). Wir sind die Testfälle für die neuen „Pilates for the Dressage Rider –Trainer“ von Janice Dulak. So werden wir jeden morgen eine Stunde mit einem personal Trainer auf der Matte verbringen. Zusätzlich fahren wir am Mi und Do danach in ihr Studio in der Folterkammer zu trainieren und werden danach noch unter Aufsicht und Korrektur reiten. Ich bin gespannt!

Late Night update und PS: Nachdem ich mir eben einen Ingwer Tee gekocht habe, habe ich mich mit Jae daüber unterhalten, dass normalerweise meine tägliche Portion Ingwer in meinem Smoothie ist - und TATATATA, nach einigem Suchen haben wie einen Smoothie-Maker in ihren Schränken gefunden - bin so GLÜCKLICH! Habe mit gleich meinen Smoothie für morgen früh bereitet :-) MJAM MJAM

Sa 16.01.2016

Die kurze Form des Blogs von heute ist: VORWÄRTS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! :-)))))))

Die ausführliche Variante ist folgende ;-):  Patrick hat wie immer schon auf mich gewartet, jetzt ruft er schon, wenn ich aus dem Auto steige. Er frisst Heu während ich sein Fell und Langhaar pflege, in guter Vorbereitung habe ich auch schon gesattelt.

Als Linda kommt und nach den Plänen für heute fragt, ist meine Antwort „progress – and prepare for tomorrow“ (Fortschritte machen und uns auf morgen vorbereiten). Morgen werde ich Patricks Besitzerin Sue eine Unterrichtsstunde geben, weil Linda leider den ganzen Tag im Business-Meeting stecken wird. Ihre Antwort war „ok, you know how to do that!“ ….. naja und wenn nicht, schreie ich einfach um Hilfe gell ;-)

Linda wollte noch Emails aus dem Barn WiFi versenden, weil ihres im Haus nicht funktioniert. (Internet ist hier auf dem Land überall ziemlich schleppend).

 Ich habe Patrick getrenst, kurz am Boden Weichen und vorwärts gefragt (check) und stand 1 min später am Aufsteigeblock. Weichen auf mich zu in drei Zügen, das Aufsteigen klappt SOFORT. Wir platzieren uns vor dem Stall und beginnen unseren Tag mit der ersten Übung: Stehen! Ich konnte sogar währenddessen Fotos machen und eins auf Facebook für euch hochladen, es gab NULL Diskussion darüber. Wir haben mind. 10 min relaxed gestanden und gewartet. Wenn das mal nicht schon gut los ging!

Linda, Ryan und ich sind zum Playground geritten, Linda wollte die Runde um den Playground galoppieren, Ryan und ich sind schon mal rein. Freely forwards im Schritt war quasi sofort da, ebenso wie ganz viel Abschnauen – so viel wie never before! Ich habe für das warmup meinen Sitz quasi auf dem Gaspedal gehalten und Patrick durfte bestimmen wo es hingeht, interessanter Ritt ;-).

Da es bis hier hin quasi nur grünes Licht gegeben hat, habe ich nur sehr kurz Trab am losen Zügel gefragt, ging auch und bin dann sofort zu „reins mean go“ (Zügel heißt vorwärts) übergegangen. Das ist ja nun schon einige Tage her, dass wir das zuletzt gemacht haben, aber ich würde sagen wir hatten nur eine sehr kleine „Erinnerungs-Diskussion“, dann ging es super! Zuerst habe ich die Zügel sofort wieder lang gelassen, wenn er vorwärts war, dann immer länger gehalten. Das war neu und hat natürlich nach einigen Metern dazu geführt, dass er kurz über Klemmen und langsam werden nachgedacht hat – etwas mehr Zügel nehmen und warten – darauf hat er die Entscheidung wieder für vorwärts getroffen, sehr cool!

Die ganze Zeit habe ich gedacht – wird sich das Ganze nur sehr graduell bessern, oder schaffe ich es irgendwann quasi diese zwei Raster Handbremse, die Patrick konstant angezogen hatte, auf einmal zu lösen. Ich war so überzeugt, wenn das klappt, dass er es cool findet. Was soll ich sagen, der Trab war vorwärts – also angaloppieren und klar, erst mal etwas klemmi, auch ein paar Mal ausfallen, aber dann YYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYY – „reins mean go“ – mehr Zügel nehmen, er klemmt, ich halte und warte – und LOS geht die Reise! Ich bin quasi volle Hake = schöne, grosse, lange Sprünge, ein Stück über den Playgound und in die Arena galoppiert – Ausatmen für Anhalten (denn mit dem Zügel funktioniert das ja nun nicht mehr) – und Linda sagt „now THAT looked different!“

An dieser Stelle höre ich direkt auf, denn besser geht es ja wohl nicht für heute!

Offensichtlich habe ich ein paar Dinge richtig gemacht  – ich freu mich. Und wieder bestätigt sich, dass man nicht am Problem, sondern an der Ursache arbeiten muss, um das Problem zu lösen! Was waren meine Erfolgs-Faktoren: Aufhören (zu Reiten) zum richtigen Zeitpunkt, genügend Zeit geben, um drüber nachzudenken,  an „rapport“ und „connection“ arbeiten ohne zu reiten (liberty) und in die Beziehung investieren (undemanded time)!

 Einziges Manko, dass wir jetzt noch haben, ist der „squeaky belly“ (Schlauchgeräusche). Am Anfang hatte Patrick die bei JEDER Bewegung, bei jedem Schritt – das wurde immer besser, aber die waren heute schon zeitweise noch da. Linda sagt, daran arbeiten wir nächste Woche! YES!

Ich steige ab und wollte ihn noch etwas grasen lassen, aber er erwartet ständig, dass ich ihm noch Fragen stelle – hat kein Interesse an Grasen – also gut – ich steige wieder auf, wir reiten zurück zum Stall und er kann in seiner Box Heu fressen. Das gefällt ihm :-).

Mit dem Golfcart fahre ich zurück zum Playground und habe sofort zwei Dachshunde auf dem Beifahrer-Sitz, die Squirrel-Patrol, mit fliegenden Ohren bereit zum Absprung, falls sich ein Hörnchen zeigen sollte – und der Rest von Lindas Gang (die Pferde) inspiziert den „Kofferraum“ nach Essbarem und hängt mit uns ab, während Linda und Ryan die zweiten Pferde reiten.  Die beiden reiten zunächst im „share the rein“, jeder hält dabei jeweils den einen Zügel des anderen Reiters. Es dauert ne Weile bis die Pferde sich einfinden, aber dann klappt es prima.

Später kommt Maureen noch dazu und Linda reitet zunächst ihr Pferd und coacht sie dann noch durch ein paar Sachen!

Fr 15.01.2016

Heute Morgen war es warm und sehr windig – im Radio gab es Tornado Warnungen. Kaum hatten wir die Pferde rein geholt und waren gerade fertig mit Putzen kam eine dicke Regenfront. Linda kam dazu und wir hatten eine kurze Q&A (Fragen und Antworten)-Runde zu gestern.

Nachdem der Regen laut Radar den kompletten Vormittag dauern wollte, hat das Linda-Land-Team (mit Linda, Ryan, Maureen und mir) dann einen Field Trip zu Tack-Shack zum Shopping gemacht. Nachdem erfolgreich eingekauft war, haben wir authentisch mexikanisch zusammen mit vielen Latinos in „La Hacienda“ zu Mittag gegessen. Auf dem Rückweg von dort war dann leider auch noch unsere Interstate-Ausfahrt gesperrt, so dass unser Field-Trip dann noch etwas erweitert wurde.

Zurück auf der Ranch kam dann allerdings die Sonne raus – es war super schön und T-Shirt warm.

Thema meiner Session mit Patrick heute „What would Patrick do?“ - außerdem wollte ich etwas Zeit mit ihm verbringen, wo ich nichts von ihm will. Halfter anziehen, Leadrope nehmen und dem Pferd folgen. Zunächst mal ist er zielstrebig zum Gras gelaufen und hat angefangen zu fressen. Ich bin gefolgt. Dann hat er ausproviert was passiert, wenn er  mal hier mal dort frisst und war überrascht, dass ich weiterhin folge ohne ihn zu steuern.

Zeitweise hat er komplett aufgehört zu fressen und mich ne ganze Weile nur angeschaut as if to say „are you ok?!“ Essen war jedenfalls, nachdem ich nichts verboten habe, fast uninteressant. Wir sind einmal die Einfahrt rauf und runter spaziert. Sehr gern hätte er mal mit Dylano näher gesprochen, aber das musste ich dann doch verhindern, und mit Abstand halten war es zu uninteressant.  Alles hat ca. 45min gedauert, dann ist es ihm glaub ich irgendwie zu unheimlich geworden und er ist in Richtung seiner Koppel gelaufen. Ich bin immer brav mit gelaufen und da er offensichtlich da hin wollte, habe ich ihn rein und frei gelassen.

Danach bin ich zum Einkaufen gefahren, eigentlich brauchte ich nur ein paar Kleinigkeiten, aber Food-Shopping ist hier ein Erlebnis der dritten Art.

Milch gibt es z.B. in den Ausführungen: fat free, reduced fat, half & half (halb Milch halb Sahne) und whole = Vollmich. Vollmich war das was ich wollte. Günstigste Variante, ohne besondere Aufschrift, 2. Möglichkeit mit dem Untertitel „grade A milk“ , wenn man nachliest, heißt das: von Kühen, die NICHT mit „artificial hormone“ behandelt wurden (das ist ja wohl das mindeste!) kostet schon 2$ mehr und in der Bio-Ausführung kostet sie dann davon nochmal das DOPPELTE.   

Nächstes Ziel, Natur-Joghurt. Herje, Joghurt gibt es in allen möglichen Geschmacks und Geruchs-Richtungen, ebenso fat free, reduced fat, plus Vit D, mit Sahne, und ganz am Rand ein einziger Joghurt aus Vollmilch – ohne Abzüge und Zusätze zum Schnäppchen von 4,50$ für einen großen Becher!

Nächstes Abenteuer: Pfefferminz-Tee! Das scheint einfach oder? Denkste! Es gibt natürlich das Pulver, das man nur noch in heißes oder kaltes Wasser rühren muss – indiskutabel! Teebeutel auf denen „Mint“ steht, enthalten neben diversen anderen Dingen sowas wie Peppermint-Oil. Und ja auch hier habe ich gefunden was ich wollte, 15 ganz normale Teebeutel mit getrockneter Pfefferminze drin – zum Super-Preis von 6,99$!

Was soll ich sagen, genauso ging es weiter, ich glaube ich habe 1,5 Std mit Einkaufen, Verpackung lesen und Staunen verbracht! Gesunde und möglichst natur-belassene Lebensmittel sind nicht nur extrem schwierig zu finden sondern kosten hier ein mittleres Vermögen – kein Wunder, dass die Bevölkerung hier so aussieht wie sie aussieht und alle chronisch zu dick sind! Wie kann man das nur wollen? An der Kasse falle ich dann immer noch mit meinen Stoffbeuteln auf, die ich extra mitgebracht habe, damit das nicht alles in eine Million Plastiktüten verpackt wird.

Danach habe ich noch meinen Jeep von deutlich weniger als halb wieder voll getankt und dafür lächerliche 13$ ausgegeben, owohl der einen Verbrauch hat, dass man der Tankanzeige beim Fahren zusehen kann! Verkehrte Welt – oder etwa nicht?!

Do 14.01.2016

Am Morgen war der TA auf der Ranch um Gesundheitszertifikate für diverse Pferde zu erneuern.

Obwohl Patrick schon gesattelt in seiner Box stand, habe ich mich um-entschieden und dachte, ich will mal was ganz anderes versuchen: Liberty! Ich bin mit den anderen zum Playground gelaufen und zuerst zum Honeycomb.

Patrick und ich haben dort etwas am 7m Seil gespielt, aber die Begrenzung ist extrem niedrig, der Eingang nur mit noch tiefer hängenden Seilen verschlossen UND Lindas Herde lebt auf dem Playground. Lange Rede kurzer Sinn, das war mir alles zu risky!

Patrick springt ja wenn man ihn drum bittet nicht wirklich, aber wer weiß zu was er fähig ist, wenn er das WILL! Ich wollte ungern sehen, dass ich das Halfter und Führseil abnehme und die Wahrheit über unsere Beziehung heißt, ich geh dann mal und mische Lindas Pferde auf ….. ;/)

Also sind wir noch etwas weiter gelaufen in ein sehr großes aber Höher eingezäuntes RP, und was soll ich sagen: ich war wirklich überrascht! Halfter abnehmen und weg gehen, er lief mir nach. Friendly, Porcupine, Driving checken, alles geht. Yoyo – er geht ganz fein rückwärts und kommt sofort zu mir zurück als ich ihn frage. Und Circling – er zirkelt sogar gar nicht außen am Zaun entlange, sondern in nicht zu weiter Entfernung von mir im Trab um mich herum! WOW! Ich kann nicht ganz viel falsch gemacht haben.

Also stretche ich unsere Komfortzone etwas und frage nach Galopp – hmmmm zuerst „icky ears“ und etwas schneller traben – jetzt auch weiter draussen, aber ich kann meinen Punkt machen und spiele das Game of Effort. Result: er galoppiert an, wenn ich meine Hand hebe und ihn frage, OHNE STICK, in beide Richtungen. All das bewirkt nicht, dass er nicht mehr zu mir kommen will, sondern mein „good boy“ versteht er sofort! Cool beans – das reicht mir! Ich frage noch etwas seitwärts am Zaun, was im RP zugegebener Maßen schon etwas schwierig ist, und er gibt sich auch hierbei Mühe! Liberty sessions sollten „short, sweet, successful“ sein, glaube das haben wir. Wir hören auf und gehen zu den anderen zurück.

In der Pause fahre ich schnell heim um Izzy kurz in den Garten zu lassen und etwas mit ihr zu spielen.

Um 3h treffen wir uns wieder im Studio zu einer Session mit Sport Psychologin Dr. Jenny Susser (http://www.jennyrsusser.com/) und Marion, die uns total netter Weise erlaubt, dabei zu sein. Es geht für Marion darum, ihre Performance bei Turnieren zu verbessern.  Dr. Jenny findet durch Fragen heraus, wie Marion lernt und was das grundlegende Problem im Ring ist. Danach gibt sie einige Verbesserungsvorschläge. Eine Definition ist „emotional fitness= pressure tolerance“!

 Im Anschluß soll Marion noch reiten, Jazz, ihn zuerst vorbereiten wie auf dem Abreiteplatz und dann eine Prüfung. Auch hier coachen Dr. Jenny und auch Linda. Es ist ganz sicher keine einfache Sache, das außerdem vor den Augen von Zuschauern zuzulassen – hats off to you!

Da heute außerdem leider Marions letzter Tag hier war L, sind Marion, Michael, Ryan, Maureen + Tod , ich und noch ein paar weitere Leute abends zum Abschied noch  zum Thai essen gegangen.

Laaaanger Tag heute. Aber ich freue mich sehr, dass ihr meinen Blog so gerne lest und deshalb beantworte ich schnell noch ein paar eurer Fragen:

Patrick ist von seiner Persönlichkeit LBE an der Grenze zu LBI – also hauptsächlich auf linker Gehirnhälfte, nur ein wenig mehr extrovertiert als introvertiert. Unter zu viel Druck geht nach RBI – diagonales Ausweichen (ins Gegenteil) ist die Regel! Das kann man auf seinen Videos sehen, in seinen Augen ist da gerade nur noch das Testbild der Sendepause zu sehen!

Zum Video mit Pat: Stimmt, er spricht leider sehr leise. Basically geht es darum, dass er ein Video mit seinem späteren Superhengst Caspar gemacht hat, um Tom Dorrance um Hilfe zu bitten. Dieses Video findet sich auch im youtube – und viele von euch werden es „Meckern auf hohem Niveau“ finden, denn was er zeigt, ist natürlich alles ziemlich gut. Die Hauptprobleme, die er beschreibt, sind, dass er es nicht schafft eine richtig tiefe Beziehung zu Caspar aufzubauen, so dass Capsar immer noch zeitweise glaubt im Liberty gehen zu müssen (auch wenn er relativ sofort zurück kommt) und er auch unter dem Reiter noch zeitweise bockt. Den einzigen Ratschlag den Tom gibt ist, dass Pat sein Herz in seine Hände legen soll und damit das Herz des Pferdes berühren: indem er mit seinen Händen sehr soft von der Kehle rechts und links entlang der Luftröhre nach unten streicht.

Pat sagt, er hat genau das gemacht und es war der kleine Unterschied der den Unterschied gemacht hat! Kathy hat uns erzählt, dass sie genau diese Methode schon sehr erfolgreich bei einigen Colt-Starts eingesetzt hat, wenn die Pferde sehr skeptisch oder schwierig waren – und dass es bis jetzt immer geholfen hat! Interessant oder?

Tom Dorrance ist DER Begründer des Natural Horsemanship - sowas wie Jesus für Pferde. Jeder der ihn gekannt hat, beschreibt wie krass alle Pferde auf ihn reagiert haben, sobald er in ihre Nähe kam. Bei Colt-Starts konnte er in ihren Corral gehen, ohne die wilden Pferde aufzuscheuchen, eins aussuchen, das freiwillig mit ihm ging und sich draufsetzen und es reiten!

Mi 13.01.2016

Instruktor Tag in Linda Land: Die Instruktoren, die diese Woche auf der Ranch sind hatten heute Morgen einen halben Tag als Zuschauer bei Linda. Kathy, Marion und ich waren als Reiter mit dabei. Da ich schon wußte, dass es Lautsprecher und viele Menschen geben wird – UND ich heute einen neuen Sattel zum Probereiten hatte, bin ich OL zum Playground marschiert. Das war besser so!

Zum Glück gab es erst eine kleine Rede- und Frage-Runde, so dass er sich etwas eingewöhnen konnte und wir schließlich auch die Arena betreten und dort stehen konnten.

Als es losging habe ich am Boden begonnen, etwas vorwärts am Seil, Springen, auf die Wippe – check, das war alles kein Thema!

Ready zum Aufsteigen. Da kann man den Unterschied gut erkennen, den das Reiten für Patrick macht, denn dafür haben wir eine GANZE Weile gebraucht. Er konnte nicht lange stehen, ist spätestens immer wieder los gelaufen, wenn ich im Sattel saß. Also: „gehe zurück auf los, ziehe nicht 4.000 Mark ein“ bin ich jeweils immer wieder abgestiegen und habe von vorne begonnen. Ja, das hat ihn schonmal ne Menge Nerven gekostet, aber ich fahre nicht gleich über die erste rote Ampel die sich anbietet und wundere mich hinterher warum nichts klappt ;-)!

Dann habe ich Point to Points geritten – erwartungsgemäß waren die Linien kurvig und der Stop weg! Ich hatte heute aber schneller Go und geradere Linien als Anhalten und Stehen. Dank „sticky feet“ konnte ich aber auch das Stoppen wieder herstellen. Deutlicher Unterschied zu gestern, Patrick war schon ziemlich uffgerescht – was so ein paar Zuschauer und Lautsprecher alles machen! Flashback in the past!

Je besser es ging, konnte ich die Points näher an die Arena bringen, und da ich in der Vorbereitung offensichtlich ein paar Sachen richtig gemacht habe, konnten wir direkt im Eingang stoppen und dann auch ohne Zögern einreiten. Zuschauer gar nicht beachten, sofort in die erstbeste Ecke, und Stehen, dann die lange Seite weg von den Zuschauern, und Stehen, kurze Seite bis zur Ecke, und Stehen. Jetzt ultimativer Test: durch die Diagonale in die Ecke gegenüber der Zuschauer – ich frage nach Trab und bekomme sofort ein Tritte verlängern und auch ein Halt und Stehen in der Ecke (mit dem Rücken zu den Zuschauern). FERTIG!

Ich reite am langen Zügel raus und stehe noch etwas neben dem Eingang, um Linda zuzusehen als Patrick alles losläßt und pinkelt. WOW, big release! Ich steige ab und führe ihn direkt zurück zum Stall und zur Koppel.

Hätte heute jemand aus „Normal-Ville“ gesehen, dass ich das Pferd trainiert habe (?) – ein klares NEIN! Bedauerlich, denn haben wir heute einen richtig großen Fortschritt gemacht (?) – JA! Manchmal, wenn ich solche Sessions habe, werden meine Kunden frecher weise sogar hinterher darauf angesprochen, ob sie mich etwa dafür bezahlen. Lucky Me – ich werde eben sogar für rumstehen und „nichts tun“ bezahlt! :-) :-) :-)

Danach hat Linda noch eine Roundpen Demo mit Dylano zum Thema GoC gemacht. Dylano ist ein Pferd mit einer extrem krassen Ausstrahlung und Athletic, ein Traum ihm bei jeder Bewegung zuzusehen - er  gehört ihr seit Januar 2015. 2008 war er Reservesieger der Oldenburger Körung in Vechta. Ab dem Tag danach war er unreitbar (und man kann sich ausmalen, was da probiert wurde, um das wieder „hin“ zu kriegen). Er hat die meisten Reiter durch super krasses Bocken „entfernt“ oder warf sich selbst samt Reiter in die Bande. Dennoch sagt Marion, die seitdem die einzige Person ist, die Dylano wieder geritten ist, sie hat sich immer super sicher auf ihm gefühlt und ihn sogar als zuverlässiges Führpferd mit den jungen Pferden zum Ausreiten benutzt! Ich habe Linda jetzt zum dritten Mal mit ihm am Boden gesehen, coole Fortschritte, aber über Reiten denkt sie noch lange nicht nach sagt sie. Wenn er auf Adrenalin kommt macht er Atem-Geräusche, die sich nach dem Grollen eines Löwen anhören (es ist kein körperlicher Grund dafür zu finden, es ist "nur" Frustration + Ärger) und schwitzt von einer Sekunde zur nächsten so krass, als hätte man ihn mit Wasser übergossen – er tropft! Genauso schnell trocknet er auch wieder, wenn er die Lösung gefunden hat.

Und nochmal zurück zum Video von Patricks letzter Trainingsstunde. Wenn man sich das ansieht, ist es wie  ganz „normaler“ Reitunterricht – das Pferd wird nicht verprügelt, kein übermäßiger Einsatz von Gerte oder Sporen. (An manchen Tagen muss ich in den Reithallen deutlich schlimmere Dinge mit ansehen.) Was also bewirkt, dass dieses Pferd, das eben noch alles „brav“ mitmacht und bis 2er Tempi ausgebildet ist, auf einmal so nachhaltig beschießt, dass ab sofort keiner mehr reitet – dass man ihm glaubt und das Reiten aufgibt?! Es wird ihm einfach nicht gesagt, was das Ziel ist, wann er etwas richtig macht, sondern immer weiter gearbeitet.

Oder auch mit Lasse (wer immer seiner Geschichte im Blog gefolgt ist) und gibt es unzählige solcher Beispiele mehr , manche krasser, manche weniger krass.

Ich muss sehr oft an Lindas Satz denken und verwende ihn auch in meinem Untericht immer wieder: „Does your horse know the Goal?“ – Kennt das Pferd das Ziel?

Im „normalen“ Training wird oft das Haupt- manchmal auch das einzige Augenmerk auf die physische, körperliche Ausbildung und Lösung gelegt. Es werden aber immer bessere Pferde gezüchtet – mit mehr „Geist“, aber die wenigsten Menschen werden dazu ausgebildet, diesen Geist zu verstehen und positiv damit umzugehen, ihn zu fördern.

Wenn die Ursache einer Störung im psychischen liegt, kann man sie im physischen nicht lösen – und umgekehrt natürlich! Aber wie beim Mensch bewirkt natürlich psychische Losgelassenheit und Balance auch eine körperliche Losgelassenheit und Balance. Ich denke es ist wirklich wichtig sich mit beiden Aspekten auszukennen, und immer besser darin zu werden Ursachen zu erkennen, statt Auswirkungen zu behandeln.

Hat jemand von Euch hat das Video angesehen, dass ich gestern ganz unten gepostet habe??? Und ganz ehrlich: wer hätte das als alleinige Antwort akzeptiert und ausprobiert???

Dylano hat heute immer wieder ziemlich doll seinen Kopf an Linda gerieben. Irgendwann hat jemand aus den Instruktoren gefragt, warum sie ihm das erlaubt – ihre Antwort „I do EVERYTHING for the relationship“ – großartig!!!!

Pat sagt „Horses don’t care how much you know, until they know how much you care“!

Di 12.01.2016

Nachtfrost – schon wieder! Aber schön sieht es aus, wenn die Sonne raus kommt und die Zäune und alle Gewässer anfangen zu dampfen, wie der See auf Patricks Koppel heute Morgen.

Wir haben wieder mit Theorie im Studio begonnen und dann die Strategien des Tages besprochen.

Mit Patrick befinden wir uns leider noch im „Control“-Stadium (auch wenn wir schon ein paar Fortschritte gemacht haben;-)), d.h. Go, when I say go, Stop, when I stop, and Turn, when I ask to yield. Patrick hat ganz sicher kein Go, er kann auch noch nicht einsehen, dass ihm „freely forwards“ gut tun würde. Interessanterweise hat er, wie ich gestern feststellen musste, auch kein Stop. Das Einzige was einigermaßen geht inzwischen ist das Weichen auf Druck und Wenden.

Picking Lindas Brain about how to progress, empfiehlt sie heute so lange zu stehen „until he is committed to halt“! Buh, nicht ihr Ernst?! Sounds like a FUN session :-/! Ich diskutiere das noch ein klein wenig ;-), aber akzeptiere irgendwann, dass ich wohl keine andere Antwort bekommen werde.

Als wir alle unsere Pferde satteln beeile ich mich, um schnell am Mounting Block zu stehen und dort schonmal etwas Zeit zu verbringen – Patrick findet es bereits jetzt SAU nervig, dass ich nicht einfach aufsteige. Wir verbringen ca. 10 min. mit Stehen für  l a n g s a m Aufsteigen, bis es klappt.

Dann stoppen wir und warten auf die anderen, die aber bald fertig sind. Patricks Zündschnur ist jetzt ziemlich abgebrannt, er will los, Linda lächelt und sagt „and now, STOP – we will wait for you“.  Ich habe das Gefühl, Patrick platzt gleich, er stumpt viciously gegen den Zügel (den ich immer sofort hergebe) und rammt sich dabei  fast die Nase in den Boden, schüttelt den Kopf, fängt mit den Vorderbeinen an zu graben, überlegt mehrfach zu steigen (turning verhindert das).

Heute bin ich nicht weit davon entfernt vom stehenden Pferd abgebockt zu werden, Patrick ist echt WÜTEND! Was mich rettet: „match & mirror“ ich spiele in der Geschwindigkeit und Intensität in der er spielt - plus 100gr! Und „it has to be a GAME“ wir spielen die extrovertierte Version von „sticky feet“ (Erklärung dazu siehe Di 05.01.), bis sie am Boden kleben. Sofort good boys ! Am Anfang komme ich kaum zum loben, so schnell geht es wieder von vorne los, aber je länger wir das betreiben, desto besser wird es! Er ist nachhaltig heute, aber irgendwann – großes Ausatmen und er steht! PUH!

Alle anderen haben brav um mich rum gestanden und gewartet – Marion war etwas besorgt, denn Navi hat beim Zusehen geleckt und gekaut ;-)! Linda sagt, ich soll beginnen los zu reiten und alle werden dann folgen. Auf dem Weg zum Playground grasen wir noch hier und dort, alles läuft gut.

Ich beginne mit Point-to-Point, lege Wert darauf, dass es vorwärts dorthin (im Schritt) geht und wir stoppen und tun nichts, wenn wir ankommen. Es bedarf noch eins zwei Stops bis das 100% geklärt ist, dann können wir sowas von rumstehen, minutenlang – während Leute an uns vorbei galoppieren, und überall auf dem Playground was los ist: Patrick steht am langen Zügel, wie ein Fels in der Brandung.

Und guess what: jetzt geht er nicht nur GERADEAUS zum nächsten Point sondern auch VORWÄRTS. This stuff really works! Ich weiß nicht, warum mich das immer noch manchmal überrascht, wie schnell es geht – aber es ist KRASS!

Linda reitet vorbei und sagt: „Not a lot of people would see that you are training the horse right now – but you are doing very good!” DANKE!

Langsam arbeite ich die Points in die Nähe der Arena. Ein schwieriger Platz zum Stop ist nochmal im Eingang, also stehen wir dort wieder eine ganze Weile. Dann ist der Drops gelutscht (für heute ;-)?!) – Stehen bei X, Stehen auf dem Hufschlag, Stehen in der Ecke – Haken dran!

Jetzt fange ich wieder mit „forwards off the seat“ (ohne Schenkel!) an während ich mit den Zügeln in einer Hand Kontakt halte und mein Stöckchen in sehr langsamen großen Bewegungen als Phasen 2, 3, 4 nutze. Als ich vorwärts bekomme (sofort Good Boy) ist kurz mein Stop wieder kaputt, aber nicht lange. In der Arena bekomme ich einige Zeit auch drängeln Richtung Ausgang – das irgnoriere ich einfach und spiele „reins mean go“ weiter. Am Schluß trabt er 3x an, als ich die Zügel nehme – Stop geht auch noch, wir sind fertig!

Ich setze mich auf den Zaun und wir verbringen „undemanded time“ in der Arena, während ich Linda mit Jazz zusehe.

Erkenntnis des Tages: man kann Tempi Changes reiten – aber wenn man ein Loch in der Basis-Ausbildung zum Thema Psychologie hat, nutzt es nichts! Man muss zur Basis zurück zu kehren und es fixen!

„Everybody can MAKE a horse do something – but can you cause him to WANT to do it.”

Habe heute zwei Videos von Patrick aus seinem vorigen Leben (als Dressurpferd) gesehen. Das eine ist einer seiner letzten Trainings-Stunden „before he blew a fuse“ = ihm die Sicherungen durchgebrannt sind!

Und für euch noch ein kleines Bonbon: „One of those little differences that make the difference“ – watch this https://www.youtube.com/watch?v=lR-y6-xRofU  - hört sich nicht so an, als ob es hilft, tut es aber – probiert es aus!

Mo 11.01.2016

Heute Morgen musste ich mein Auto kratzen – Eis :-( - bbrrrrrr! Patrick hat schon auf mich gewartet und war froh, dass ich ihn zu seinem Heu-Frühstück bringe ;-).

Als Linda kam, haben wir mit den Goal-Boards den Tag begonnen – ein bisschen kamen wir vom hundertsten ins tausende und ruckzuck war es 11:30h – ups!

Mein Thema für heute „how can I make my horse feel successfull”. Mein Ziel: besseres “freely forwards” im Sattel. Da die Pferde den ganzen morgen im Stall waren, wollte ich mein Warm-up im Schritt gestalten. Ich habe also direkt mit Reiten begonnen, runter zum Playground. Dort gings los: der Weg “destinations for motivation”= ein Ziel haben zu dem wir gehen und kurze Distanzen. Von Baum, zu Baum, zum Zaun, zum Podest, zur Brücke, zur Wippe, etc. pp. Immer wenn wir „am Ziel“ angekommen sind, lots of good boys – auch wenn er‘s gar nicht verdient hat, und dort stehen und warten. Dann rückwärts und seitwärts „ausparken“ und zum nächsten „Ziel“.

Je mehr Fokus ich auf das Rumstehen am Ziel gelegt habe, desto schneller war das für den extrovertierten Patrick deutlich zu wenig Bewegung und er wollte weiter – was auch für mehr vorwärts gesorgt hat – hmmm how interesting. Das ging schnell!

Ich wollte gern zusehen, wie Linda und Marion mit Jazz an einem kürzeren Rahmen gearbeitet haben und bin in die Arena geritten. Da er hier immer gern wieder raus will, wollte ich hier heute „nichts“ von ihm, außer in der Mitte zu stehen und uns so zu drehen, dass ich die beiden anderen sehen kann. Wow, hier drin gingen beim Rumstehen die Emotionen hoch, drehen wie ein Brummkreisel, stumpen gegen den Zügel (den ich ihm immer komplett gegeben habe – aber ihm nicht erlaubt los zu gehen), exzessives Graben mit der VH - Himmel, das hat Patrick ECHT genervt.

Es war ziemlich schwierig den anderen beiden zuzusehen, während ich hier alle Hände voll zu tun hatte, nichts zu tun ;-). Irgendwann habe ich beschlossen es einfacher zu machen, und sehr kurze Strecken vorwärts zu erlauben und dann wieder an einem Punkt zu stehen. Es hat bestimmt 20 Minuten gedauert, bis er zum ersten Mal wirklich kurz still gestanden und ausgeatmet hat. Dann bin ich abgestiegen, Bügel hoch, Sattelgurt locker, Trense aus (Knotenhalfter war noch drunter) und habe ihn raus geführt.

Patrick sind fast die Augen aus dem Kopf geflogen „REALLY? You mean, this was IT?“ Großes Ausatmen immer wieder, ab und zu hat er mal gegrast aber immer wieder aufgehört und sich zu mir gestellt (während ich den anderen weiter zugesehen habe), richtig krass fand er das!

Als alle fertig waren, habe ich ihn zum Stall zurück und zur Koppel geführt. Bin gespannt, was sich dadurch ändert.

So 10.01.2016

Sorry, gestern hab ich irgendwas falsch gemacht, so dass mein Blog erst heute Nachmittag meiner Zeit für euch lesbar war – für euch abends ;-)!

Gerade eben lese ich, dass heute Sonntag ist, ich bin hier völlig zeitlos. Kathy kam heute Morgen wieder um mit uns zu reiten, und einige Instruktoren waren zum Zusehen da, was mit die Chance gegeben hat, jemand mein Telefon zu geben und ein paar Fotos und Videos von mir und Patrick zu bekommen. Erkenntnis des Tages: ich bin zu groß für ihn!

Patrick hat heute das große „Dagegen“-Schild dabei gehabt, ich habe konstant nicht mehr als 50% der Antwort bekommen, die ich erwartet habe, und er war nicht reaktiv, sondern einfach nur very resistant. Nein, damit bin ich nicht zufrieden, nein auch nicht, wenn sich erst mal nichts ändert. Wir haben einige Zeit am Boden verbracht, bevor wir ein besseres Ergebnis hatten ALS GESTERN. Zum Schluß haben wir Stick to me gespielt - Yoyo, d.h. mein erster Schritt sein erster Schritt, vorwärts und rückwärts. Als ich das hatte, sind wir zum Reiten über gegangen.

Aufsteigen wird langsam besser, aber danach, ging es gleich nochmal von vorne los. „Ich ignoriere dich und tue was ich will!“ Nur wenn man das spielt wie ein Spiel und sich nicht anfängt zu ärgern hat man eine Chance – auch heute konnte ich das „with a smile on my face“ länger aussitzen als er :-)! Das Gute: ich habe nicht mehr so viel Re-Aktion auf die Gerte, also kein Kopf schütteln und aufstampfen, heute auch nur ein kleines Bocken – ich verbuche das als Fortschritt! (Linda auch ;-))

Ich bin heute wieder zur Gerte zurück gekehrt, damit ich ihn überall damit nerven kann: geht nicht vorwärts auf meinen Sitz, tap auf die Schulter, 3 sec. warten (allows them to think), tap auf die andere Seite an die HH, 3 sec. warten, tap an den Hals – oh läuft gegen mein Bein, so viele taps hinter den Schenkel, bis er weicht - 3 sec. warten, tap ans Ohr – und YES, jetzt traben wir – „good boy“! Der Trab-tap war einmal am Ohr, einmal am Schweifansatz und einmal an der Fessel - ungewöhnlilche Stellen für vorwärts oder 8-)

Als ich endlich GO hatte, ging es auch vorwärts. Neue Strategie, da er ja immer gern langsamer werden möchte, ich erlaube ihm kürzere Tritte, und frage sogar danach, aber erlaube ihm nicht durchzuparieren – hmmmm anstrengend, ja stimmt, und schon ist vorwärts zur Belohnung geworden und nicht zur Forderung. Er macht das Tritte verkürzen und verlängern sogar ziemlich ordentlich, ich bin überrascht, allerdings kommt er jetzt hinter deutlich hinter die Senkrechte und verkriecht sich, aber egal, das ist nicht das Thema von heute). Als Pause galoppieren wir, erst mal den „whatever Galopp“ (Hauptsache Galopp, alles andere ist mir egal) und bauen ein paar fliegende Wechsel ein, heute ohne Bocken ;-) (für euch als kleines Video auf FB).

Als die meisten anderen fertig sind und zurück zum Stall reiten wird er wuselig und will unbedingt mit, drängelt zum Tor, alles außer connected to me. Also bleiben wir und reiten noch etwas. Als er wieder am Tor vorbeizureiten ist ohne zu stoppen oder zu drängeln und sogar zulegt, reite ich eine Kehrtvolte und im Tritte verlängern aus der Arena und zurück zum Stall.  

Ich gehe mit Linda und Dylano zurück zum Playground und frage, ob sie heute irgendwas anders gemacht hätte. Sie sagt, nein, sie denkt ich habe sehr gute Fortschritte gemacht :-)! Gut gefallen hat ihr, dass die Gerte ihn nicht mehr reaktiv macht, dass ich ihn beim Reiten so lange Nerv und  „genervt“ habe, bis er vorwärts gegangen ist und das Verkürzen/Verlängern fand sie auch eine gute Idee. Einziger Kritikpunkt: „maybe I would have stopped earlier and not going on so long“ – cool, damit kann ich leben!

Linda hat mit Dylano am Boden gespielt, heute schon ein deutlicher Fortschritt zum letzten Mal (vor 2 Tagen?), sehr cool zu sehen. Als wir wieder im Stall waren, habe ich Patrick den Schweiß aus dem Fell geschrubbt und ihn noch etwas das leckere Gras außerhalb seiner Weide fressen lassen, bevor ich ihn zurück gebracht habe.

Nachdem ich zu Hause geduscht hatte, hat Jae mich gefragt, ob ich ihr etwas moralische Unterstützung leiste, da sie ihre junge, gerade angerittene Stute Cloe reiten wollte. Na klar! Sie hatte schon gesattelt und hat am Boden gespielt alles war sehr easy peasy. Sie wollte schon aufsteigen als ich sie gefragt habe, ob sie schon nach vorwärts gefragt hat?! Hm nein, ok, ja das kann sie noch machen. Wir haben die Büchse der Pandorra geöffnet, wow, die kleine Stute (LBI)  kann Bocken so dass die Western Steigbügel über dem Sattel zusammen schlagen. Respekt, bucking bronco! Einmal hat sie sich dabei auch mit Seil verabschiedet. My advice: Jae saggt ihr, sie soll sich mehr Mühe geben und doller bocken – und schon wurde die Sache uninteressant und wir hatten ein nettes braves Pony am Seil. Obwohl Jae ein ängstlicher Reiter ist, ist sie dann noch aufgestiegen und hat ein paar HH weichen und Point-to-Point im Schritt geritten. Ich war ziemllich froh als sie wieder gesund auf dem Boden zurück war – puh!

Sa 09.01.2016

Schon eine Woche rum :-( - but three more to go :-)!

Heute Morgen hat mich Patrick zum ersten mal mit einem Wiehern begrüßt (es gibt ein FB-Video), so langsam bauen wir eine Beziehung auf. Ich habe mir eine Stunde Zeit genommen für's Schönheitsprogramm inkl. Mähne und Schweif schneiden und die Puschel an den Beinen entfernen. Patrick hat so lange gefrühstück. Inzwischen gibt er mir auch die Füße ohne Diskussion, einen nach dem anderen.

Ich habe Linda vier Pezzi Reitbälle mitgebracht – die sollten heute ausprobiert werden. Kathy ist mit uns geritten. Ich habe am Stall kurz einige Sachen am Boden gecheckt, bin dann mit den anderen zum Playground geritten, dort wieder abgestiegen und habe zunächst unser Ol gespielt.

Rückwärts ist inzwischen weit über 20 Schritte leicht und flott und ohne Diskussion. Das seitwärts am Zaun wird deutlich besser, wenn auch nach rechts noch schwieriger ist als nach links. Travel Circels gingen gut, ebenso und zwar auf Anhieb der Sprung in beide Richtungen über den Baumstamm. Dann hab ich mich aufs Podest gestellt und Patrick seitwärts auf dem Zirkel (facing me) gefragt. Das war sehr holperig, aber ohne groß reaktiv zu werden, also haben wir es einfach so lange gemacht, bis es ging.

Zwischenzeitlich hatten die anderen schon die ersten Versuche mit den Bällen zu reiten. Selbst wenn sie den Sitz nicht verbessern, auf jeden Fall hat die Sache für jede Menge Spaß gesorgt, Ryan ist fast vom Pferd gefallen vor Lachen. Linda hat später gesagt, sie hat ihn noch nie so lachen gesehen ;-)

Ich bin in der Arena aufgestiegen, dann aber auf den Playground geritten, um große weite Linien zu haben. Möglicherweise hatte Patrick etwas Muskelkater, denn zuerst war er eher verhalten, allerdings ohne argumentativ zu werden, also hab ich ihn gelassen. Wir haben dreihundert Übergänge und eine Million Handwechsel geritten, dann ließen sich seine Rippen immer besser mit meinen Schenkeln bewegen und schließlich ginge sogar Richtungswechsel nach links  – Schenkelweichen nach links – wieder gerade – Richtungswechsel nach rechts – Schenkelweichen nach rechts (sieht ein wenig aus, wie im Schnee driften ;-)). Auf jeden Fall hat das zu dollem Abschnauben geführt.

Danach haben wir das Galoppieren wieder aufgenommen – wann immer ich da nach mehr vorwärts frage bekomme ich dolles Kopf/Hals schütteln und Bocken und ich habe das Gefühl er blockiert. Ich habe beschlossen mich erst mal damit zufrieden zu geben, dass er galoppiert und an Entspannung im Galopp zu arbeiten – sprich Hals fallen lassen und über den Rücken kommen. Ohhhh das ist schwer. Sobald er los läßt, fällt er auch schon aus.

Immerhin konnten wir heute nicht nur auf gebogenen Linien galoppieren sondern auch schon ein Stück geradeaus, ich mußte immer an Utas Satz denken „und dann mach ich’s ihm bequem“ – hat gut funktioniert.

Dann bin ich in die Arena geritten und oh boy, da hat er wohl einige schlechte Erfahrungen gemacht – er hat mehrfach versucht, vorwärts, seitwärts und sogar rückwärts wieder aus dem Tor raus zu kommen 8-/, selbst in den Pausen.

Als das Vorwärts im Trab wieder da war, inkl. Abschnauben of course, hab ich auch hier mit Galoppieren als friendly game gegonnen. Wann immer er weg gedrängelt hat, steif wurde, oder ausgefallen ist, habe ich einfach die Richtung und den Galopp geändert. (LBE Strategie: Give them nothing to argue about!)

Irgendwann kamen wir so weit, dass ich einen Handwechsel geritten bin und gemerkt habt, er wartet und er wird immer langsamer, aber er galoppiert noch, also hab ich einen Wechsel versucht, der sofort durch war. Danach sowas wie ein kurzes Bocken, aber wohl in Erwartung, dass jetzt was passiert – da ich ihn aber nicht fest gehalten habe, sondern am langen Zügel unterwegs war, war es auch gleich wieder vorbei.

Linda hat dann erzählt, Patrick war in seinem früheren Leben trainiert – oder sollte ich sagen gedrillt - bis zu den 2er Wechseln, bevor er beschlossen hat, dass niemand mehr reitet und das Training jetzt eingestellt wird. Hm, how interesting.

Für mich sind die Wechsel eine lösende Lektion, wenn Pferde sie können! In Patricks Fall dachte ich, ich mach einfach mal weiter, denn das Beweglich-machen seiner Rippen nach links und rechts (über seitwärts) hat ihm bis jetzt sehr gut getan. Man kann merken wie krass man ihn mit Paraden zusammen geschoben hat vor den Wechseln, er sinkt total in sich zusammen und bleibt fast stehen, wenn er erwartet, dass sie kommen. Wir haben sehr casual einfach noch ein paar gemacht, ich glaube er war fast entsetzt, dass die Zügel dabei lang geblieben sind. Als ich aufgehört habe, war er deutlich weniger außer Atem als gestern (my guess: weniger die Luft angehalten?!) aber deutlich mehr geschwitzt (my guess: Streß in der Arena?!). Immerhin war heute auch die HH geschwitzt und nicht nur der Kopf ;-)

Wir haben zusammen noch etwas zugesehen, wie Linda Kathy gecoacht hat, dann habe ich Patrick zurück zum Stall/Heu gebracht. Linda hat danach noch mit Highland gespielt und ihn geritten – ich habe Marion zugesehen, die Allure at liberty gespielt hat.

Danach ist die Linda Land Crew zusammen mit Kris, Carol und Tina zu Dish zum late Lunch gegangen, das war auch sehr nett. Als wir zurück kamen zur Ranch fing es gerade an zu regnen, perfekt timing. Für morgen sind 5 Sonnenstunden angesagt – sehr GUT :-)

Fr 08.01.2016

Änderung ab heute, Patrick bekommt sein Kraftfutter draussen auf seiner Koppel, aber das Heu in seiner Box – so muss ich ihn nicht vom Frühstück weg holen – und siehe da, er hat schon auf mich gewartet und war SEHR erfreut mich zu sehen!

Heute habe ich schon VORHER deutlich mehr connected: wenn ich in Richtung seiner Box gehe, schaut er hoch, wenn ich stehen bleibe oder die Tür öffne dreht er sich von Heu weg zu mir um, wenn ich meine Hand hin halte, berührt er sie mit der Nase, ins Halfter steigt er gern und freiwillig ein – pretty happy with that!

Heute hatten wir einige Instruktoren auf dem Playground,  die uns, bzw. hauptsächlich natürlich Linda, zugesehen haben. Wir haben uns verteilt.

Ich habe online begonnen und Patrick hatte sich dazu über Nacht was überlegt.  Alles ging relativ gut, bis wir zu „sideways along the rail“ kamen, da gingen mal direkt die Ohren zurück und bei meinem ersten Treffer flogen Füße in meine Richtung. Das war für mich nicht unerwartet, also „passivly persistent in a proper position“ immer weiter bis er seine Einstellung geändert hat, was fast bis einmal around the black arena gedauert hat. Dann einige Squeezes zwischen mit und dem Zaun – wenn ich links war, alles ok, rechts sehr reactiv. Ich habe so lange weiter gespielt, bis er sich wieder eingekriegt hatte und calm wurde.

Dann circling gespielt, sogar Galopp angeboten bekommen, das konnten wir aber nicht halten, weil das Gras sehr rutschig war, weil es heute Nacht ziemlich geregnet hat.  Dennoch habe ich beim travelling den Baumstamm in seinen Weg gebracht und er ist kommentarlos in beide Richtungen GESPRUNGEN! Big „good boy“! Danach habe ich noch etwas mit Schulter herein auf dem Circle gespielt, was erwartungsgemäß zunächst nicht auf Gegenliebe gestoßen ist. Gute Versuche habe ich sofort belohnt und siehe da, nach responsive kam erneut sehr connected – er hat direkt darauf gewartet, dass ich ihm sage, dass er das gut gemacht hat. Na also!

Mein warm-up hat damit recht lang - ca. 40 min gedauert, aber wenn ich hier keine Zeit habe weiß ich es nicht ;-). Gebiss freiwillig nehmen, check! Herankommen zum Aufsteigen – zwei Versuche – getting better.

Vorwärts im Schritt am losen Zügel war sofort da, also habe ich „ride the line“ begonnen, ah herje, Nase stumpen und mit der Schulter weg drängeln – ok, ich hab ja einen Stick ;-), und na klar kann ich die Linien etwas anspruchsvoller gestalten. Bevor wir in tiefere Diskussion geraten habe ich begonnen zu traben – vorwärts heute deutlich besser, wir konnten sogar auf langen Linien die Tritte verlängern! Ich habe außerdem beschlossen (raise your expectations), dass das auch in einer einigermaßen annehmbare Reitpferde-Haltung mit soft touch geht. Patrick war etwas überrascht, aber hat‘s gemacht! Nachdem wir heute vorwärts im Trab hatten, habe ich mit meinen Schenkeln LEICHT seine Rippen nach rechts und links bewegt, das ging zuerst nur mit Unterstützung von meinem Stöckchen aber dann ganz gut.  Auf jeden Fall hat das ne Menge prusten und abschnauben verursacht.

Danach haben wir als Pause eine kleine Schritt-Tour am langen Zügel über weitere Teile des Playgrounds gemacht, auch um den Boden zu checken, wo es tief, oder matschig/rutschig wird.  Als wir überall einmal vorbei waren, sind wir ans Thema Galopp gegangen. Zunächst auf dem Zirkel vorwärts im Trab, angaloppieren (sofort kein Go mehr – das ist erstmal egal) – durchparieren, Richtung wechseln, vowärts und dann wieder Galopp. Mit der Vorbereitung durch meine Rippen-Übung konnte ich sogar beide Hände galoppieren.

Danach wollte ich über den Playground galoppieren, aber sobald man den Zirkel verläßt, verläßt einen relativ schnell auch der Galopp ;-). Kein großes Ding draus machen, vorwärts im Trab bekommen, andere Hand angaloppieren und weiter geht’s.

Irgendwann dachte ich, ich könnte auch im Galopp mal nach vorwärts fragen. Darauf hat Patrick schon gewartet: mein Stick an der Schulter hat  DIREKT zu Bocken geführt, allerdings sehr leftbrain,  hohe, langsame Sprünge. Nach einigen Wiederholungen und Versuchen mich zu beeindrucken, hat er dann doch beschlossen auf mein Schnalzen und Stick anheben mit etwas mehr vorwärts zu reagieren, wobei ich es für heute belassen habe, da er mit so viel Galopp wie heute schon genug außer Atem geraten war.  Außerdem war ich ziemlich happy mit dem Gesamt-Ergebnis.

Ich bin Richtung Arena, Linda und Instruktoren geritten, um unsere Session  dort noch  mit rumstehen und zusehen zu beenden. Als Linda fertig ist, gibt es für die Instruktoren noch eine lange Q&A Session und danach noch eine Führung durch ihren Stall. Ich warte, bis Patrick sein Morgen-Heu gefressen hat und bringe ihn zurück zur Koppel. Er bleibt am Tor stehen, bis ich weg gehe J

Der Nachmittag gehört dem Home-Studies!

Do 07.01.2016

Glückstag: Progress! Dem kompletten Morgen habe ich mit Home-Studies am Computer verbracht – für 14h waren wir in Lindas Barn verabredet. Ich war eine Stunde vorher da und Patrick hat mich heute schon erwartet und kam freudig zum Tor. Obwohl es gestern nicht danach aussah, als ob er mit der neuen Situation happy war, scheint es doch so gewesen zu sein!

Ich hatte Calm, ich habe gestern offensichtlich in Responsive Punkte gemacht – und deutlich mehr Connected bekommen – sehr cool! Ich parke ihn mit Heu in seiner Box und putze ihn gründlich, darauf konnte er bis jetzt immer verzichten, heute scheint er es ok zu finden.

Zwischendurch bekomme ich eine Nachricht von Linda „They are running late this morning, but we will still start with you and Patrick at 2pm in the barn.“ Cool, ich bin bereit.

Als Linda kommt besprechen wir meine Gedanken und Erkenntnisse seit gestern und los geht’s, zu erst wieder OL. YoYo sehr gut, VH und HH weichen ebenso, beides Driving und Procupine! Fertig damit nach 2 Minuten! Seitwärts – oh la la la, nein, das ist schwierig. Im Porcupine no way - Linda versucht es auch, aber „because he has a lot of trouble with this“ entscheidet sie am Zaun entlang und zurück zum Driving zu gehen. Wir gehen in ruhigen aber energischen Schritten auf ihn zu und bewegen rhythmisch den Stick – so hat er eine Chance hat nicht getroffen zu werden. Erstmal geht Patrick wieder in den „resist“ Modus, Kopf hoch, Schlauchgeräusche, dolles Prusten. Aber von Mal zu Mal wird es besser – lots of "good boy"s!

Linda sagt: „I think he is ready to ride now.” Jip! Also sattle ich frei stehend in der Stallgasse – er steht und bewegt sich nicht. Heute nimmt er sogar die Trense, bevor ich danach frage! Das Stehen zum Aufsteigen müssen wir noch 2-3 mal diskutieren, aber nicht mehr so nachhaltig.

Ich reite ihn runter zum Playground, wo Lindas komplette Pferde-Gang uns schon erwartet ;-). Wir gehen in die Fenced Arena, und sperren die anderen aus, die draußen daraufhin ihr Unwesen treiben – Fässer umher schubsen, Seile abhängen, etc. pp.! Was tut man nicht alles für Aufmerksamkeit!

Ich checke lateral flexion – gut, indirekt rein und HH weichen, ok, direct rein und VH weichen, auch ok! Also dasselbe aus der Bewegung, geht auch alles.

In der Session mit Janice habe ich gelernt: If you need to put on more pressure, it needs to come slow and dull, so the horse can understand. You can get very firm, as long as you stay mentally and physically loose – it’s not personal to you OR the horse. If it gets fast, sharp or you get tight the horse an get afraid or defensive.

Deshalb habe ich meine Gerte gegen einen Kinderstick getauscht! Denn nun geht es um „freely forwards“. Engage your seat, bring up your energy, support with the stick if you need. Ich tappe Patrick zunächst hinter meinen Schenkel, was mäßigen Erfolg hat. Linda sagt, ich soll lieber seine Schulter tappen, was deutlich deutlich besser zum Erfolg führt! Wichtig auch, dass zwischen den Taps 3 sec Zeit liegen – that gives them time to think. In der Tat! Relativ bald, brauche ich gar nicht mehr tappen und wir traben ziemlich gut vorwärts. Jetzt läßt er langsam den Hals fallen und ich habe auch Abschnauben.

Ich frage außerdem nach rückwärts und seitwärts an der Bande entlang. Erwartungsgemäß ist seitwärts schwierig, aber geht mit der Zeit besser, und interestingly enough verbessern beide Dinge mein Vorwärts!

An diesem Punkt in unserer Session kommt Patricks Besitzerin Sue vorbei und schaut zu, gutes Timing. Ich frage wie lange sie ihn schon hat, und woher er vorher kam, und Sue erzählt noch ein paar interessante Details – nicht bevor sie Linda gefragt hat, ob sie‘s mir wirklich erzählen soll…. ;-)

Ich frage Patrick noch nach „downward transitions w/o reins“ – die sind gar kein Problem und „ride the line“. Dabei tendiert er dazu in die Wendung zu fallen – Lindas advice: „bring his nose in front of his shoulder.“ Zum Abschluß galoppiere ich ihn noch ein paar Runden im leichten Sitz – das ist allerdings noch weit entfernt von vorwärts (besonders wenn man es mit Rohan vergleicht ;-)) – aber wir wollen jetzt ja nicht zu kritisch werden.

Ich reite ihn allein zurück zum Stall, er wird nicht einmal langsamer! Heute habe ich ne ganze Menge Ranglistenpunkte bekommen - happy :-)!

Jetzt sind auch die anderen fertig mit der Konferenz und wir gehen nochmal zum Playground, wo Marion Jazz reitet und für Linda und uns beschreibt was sie tut und fühlt. Ich finde es immer interessant das gleiche Pferd unter unterschiedlichen Reitern zu sehen, besonders wenn beide das Pferd gut kennen. Jeder legt auf etwas anderes mehr Wert und reitet ja doch auch unterschiedlich.

Was beide natürlich gleich machen ist das Warm-up für ein RBI – was für die meisten Menschen wohl so ziemlich nach dem Gegenteil aussieht. Es besteht aus Schritt, Stehen bleiben und Warten und baut sich dann sehr langsam weiter aus. Wenn man das aber ordentlich macht, ist das Pferd in der Tat danach zu allem bereit :-)!

Mi 06.01.2016

Als Linda in den Stall kam, fragte sie zuerst, ob es „any questions or need to talk“ gibt – YES – Maureen und ich melden uns! Da es eher windig und kalt war, sind wir ins Studio gegangen. Als ich mein Notizheft raus hole, hat Linda schon leicht Angst bekommen, aber ich konnte sie beruhigen, dass ich nur alle ihre Antworten notieren möchte ;-)!

Meine Frage (getreu meinen Goals): wenn Sie Patrick ins Training bekommen hätte, welche Dinge würde sie mit ihm tun und in welcher Reihenfolge. Erste Antwort „check the 7 games first on the ground and then in the saddle” – hab ich getan! Mein Ergebnis: alles ganz ok, bis auf Porcupine, das geht GAR NICHT! Linda „so fix the Porcupine Game“. Ich sage, dass ich da gern ihre Hilfe hätte, denn daran habe ich gearbeitet, aber bin nicht damit zufrieden.

Nachdem alle Fragen geklärt sind, beginnen wir mit der OL-Session mit Patrick. Linda bietet mir an, eine Demo zu machen, das nehme ich doch gern an. Genau wie mit mir geht das Porcupine Game so la la, und als sie bestimmter wird, zeigt Patrick sich relativ unbeeindruckt. Dann geht sie zum Driving Game über, bleibt aber beim Thema der Yields! Ich frage, ob sie das macht, um es ihm leichter zu machen und sie sagt, nein, sondern weil sie nicht so nah an ihm dran sein möchte, um nicht gebissen oder getreten zu werden. Wichtiger Hinweis! Ihr Rat ist, Verbessern der Yields in Driving, stay safe (!) und wenn das gelingt, weiter zum Procupine!

Ich warte, bis alle gesattelt haben und wir zum Playground gehen. Ich beginne mit rückwärts, Linda sagt, more than 20 steps, und in der Tat 4-6 gehen, danach wird’s holperig, also beiße ich in sein Bein, so lange weiter bis es sich so anfühlt „as if he would do it forever“ - was erst nach geschätzten 30 Schritten der Fall wird.  Dann viel Lecken und Kauen! Beim VH und HH Weichen bekomme ich ‘ne ganze Menge Reaktion und kein Response (Antwort) – Patrick steigt, springt in die Luft, zieht am Seil. Linda sagt „Be clear about the goal“ und gestern Abend haben wir von Pat gehört zum Thema „Leadership: the horse is either doing what he thinks you asked it to do, or what you are allowing it to do. So if you are the leader don't allow things to happen, you didn’t ask for.“ Ich sehe vermutlich etwas nach Karate Kid aus, während ich versuche die anderen Dinge nicht zu erlauben und tatsächlich bietet mir Patrick immer schneller ein Antworten an. Ich mache Ranglisten-Punkte! In unseren Pausen schau ich den anderen zu, Patrick ist so fertig, er denkt nicht mal übers Grasen nach, sondern schließt die Augen.

Allerdings spiele ich am Leadrope (3,7m) und zweimal muss ich ausweichen. Einmal der Schulter und einem Winken mit dem Hinterbein. Marion hat‘s gesehen und sagt „I thought he was gonna get you“ – ja, genau das war sein Plan! Er bleibt sehr links – zu keinem Zeitpunkt geht mein friendly game kaputt, das ist schon beeindruckend!  

Im Yoyo bekomme ich nach und nach ein immer besseres Rückwärts, aber beim Vorwärts auf mich zu versucht er immer einen oder zwei Schritte näher kommen, als ich frage. Der schwierigste yielding Bereich sind weiterhin die Rippen. Ich höre auf, als alle Füße am Boden in jede Richtung fließend um mich herum seitwärts gehen. Danach wird ganz viel geschnaubt. Genug Änderung für heute, das muss erst mal einwirken.

Als alle fertig sind, besprechen wir die Ziel-Erreichung. Unsere Zuschauer von heute sind beeindruckt davon wieviel Energie Patrick in „up instead of forwards“ steckt. Der Plan für morgen: diese Dinge am Boden nochmal wiederholen und dann evtl. in den Sattel steigen und dort: die Yields checken, dann vorwärts off the seat on a loose rein, danach GoC. Ich bin SEHR gespannt. Patrick ist denke ich noch nicht besonders happy mit diesen neuen Dingen – fürchte er ist bis jetzt immer mit all dem durchgekommen und findet eine Änderung überflüssig. Auf dem Weg zurück in den Stall habe ich ihn lieber nicht hinter mich kommen lassen – better be safe than sorry!

Am Nachmittag und morgen Vormittag findet eine Instruktoren Konferenz auf dem Campus statt, so dass wir erst wieder morgen um 14h reiten – bis dahin sind homestudies angesagt. Auch sehr cool, dafür mal so viel Zeit zu haben J

Ralph hat heute sogar für Jae und mich gekocht – es gab Pizza!

Di 05.01.2016

Heute hat der Morgen mit Linda mit ein paar Simulationen zu „riding from your seat“ begonnen – immer wieder gut, das selbst zu spüren!

Danach stand Amerikanisches Englisch Hören und Verstehen auf dem Plan, was ich ber erst später kapiert habe. Linda fragt mich „Are you confident to ride Patrick up to Pats barn?“ – ich „Yes!“ – sie „Do you want to warm him up on the ground“ – ich „No, I think I can get right on”. Patrick hatte ich bereits geputzt und gesattelt im Stall! Dort habe ich ihn getrenst – das war schon etwas holperig, und dann hatten wir eine etwas längere Diskussion am Aufsteigeblock. Ich ahne so langsam, dass das keine Fragen waren, sondern Hinweise, aber hey, im Abspringen bin ich gar nicht so schlecht ;-)!

Heute Morgen war es noch recht windig, einige trockene Palmwedel wehen über den Asphalt und spätestens als wir den Eingang zum Playground passiert haben wird Patricks Schnorcheln immer doller – vorwärts ist jetzt KEINE Frage mehr, sondern wir traben seitwärts und rückwärts, damit die anderen im Schritt mitkommen. Der halbe Weg ist geschafft, noch sitze ich relativ entspannt, denn alles ist sitz- und händelbar. Wir möchten unser Pferd calm, connected und responsive, aber heute es hapert schon an calm.

Linda: „you make a good job at staying calm and not holding him back – but I would break his pattern“. ok! HOW?

ENTWEDER: ich könnte strickt hinter jemand her hinter jemand reiten, der mit seinem Stick verhindert, dass Patrick zu dicht aufläuft, so dass ich dafür keine Zügel verwenden muss. Diese Strategie kenne ich und habe sie auch schon erfolgreich verwendet. Linda sagt allerdings zu recht „but you can’t do that with most of the horses from your world“ !

ODER: (und das habe ich heute ausprobiert) Zügel lang lassen (trust him) und in einer Hand, die vor dem Sattel auf den Hals drückt (so you stay connected to him) – wann immer das Pferd antrabt, mit der anderen Hand einen Zügel greifen und die HH weichen lassen (bend him), bis man wieder im Schritt ist, dann sofort diesen Zügel loslassen und (let it go and trust him) vertrauen, dass das Pferd im Schritt bleibt! So oft wie nötig wiederholen!

„The opposite of a spook is a yield!” haben wir ja schon an meinem ersten Tag hier gelernt! Nach ungefähr 6-10 Drehungen hat Patrick die Sache kapiert und bleibt im Schritt am langen Zügel – die Scheiße wirkt ;-)!

Als wir bei Pats Barn ankommen, müssen wir wegen der vielen Eindrücke wieder ein paar Drehungen machen – freundlicherweise sagt Maureens Mann darauf gleich „just so you know, the cows are in the 180 (Roundcorral) – they won’t come up behind you“ – das hat mich etwas beruhigt. Jetzt müssen wir hier und dort anhalten um uns zu unterhalten, oder Dinge anzusehen, GROSSE Herausforderung. Im Schritt bleiben ist eine Sache, aber anhalten eine andere!

Linda gibt wieder zwei Möglichkeiten zur Auswahl um das zu erreichen: ENTWEDER in einem sehr kleinen Zirkel, an einem Zügel, VORWÄRTS reiten und konstant leicht die HH raus schieben (dafür hat man nicht immer den Platz)

ODER das Pferd im Stand schneller und mehr nach rechts/links mit der VH und HH bewegen als er das selbst tut und möchte – und SCHWUPS Patrick konnte stehen, bevor die Blondine wieder crazy geht.  

Er ist so calm geworden, dass wir uns sogar alle trennen konnten, jeder ist in seiner Gangart auf den Pfaden um den Stall geritten, und Patrick hat sogar sein „ich werde klemmi“ wieder ausgepackt – worauf wir tatsächlich mit „vorwärts über den Sitz“ spielen konnten – wer hätte das gedacht!

Der Heimweg war natürlich wieder spannend, und als besondere Herausforderung „to train Patrick“ haben wir auch noch ab und zu angehalten und so lange gestanden, bis er wirklich gestanden hat. Um ca 13h waren wir zurück at Lindas und ich denke Patrick wird ziemlich gut schlafen heute Nacht!

Maureen, Marion und ich haben am Nachmittag Lindas Barn Studio sauber gemacht und Fenster geputzt. Abends haben Pat und Linda ein Webinar gegeben, bei dem sie live Fragen beantwortet haben. Wir durften zuschauen und hören– das war auch sehr interessant.

Um 20h war ich zurück bei Jae – gekocht wurde Penne mit Brokoli, Avocado, Tomaten und Parmesan – YUM. Genug um morgen auch noch was davon zu haben! Jetzt 22:20h - es wird jeden Tag später - ich muss ins Bett!

Mo 04.01.2016

Patrick mußte morgens erst mal die Beine bis ganz hoch duschen, bevor er in den Stall durfte zum Heu und zum Putzen vom Rest, man war der dreckig!

Um 9h haben wir uns für die Besprechung der Goal-Boards getroffen.

Ein Ziel, dass man nicht sieht, kann man auch nicht treffen“

Es ist immer interessant, wieviel klarer einem selbst manche Dinge werden, wenn man sich die  Zeit nimmt, seine Ziele tatsächlich zu formulieren! Sich hinsetzen, seine LANGFRISTIGEN ZIELE in jeweils einem Satz zu formulieren und daraus die KURZFRISTIGEN ZIELE abzuleiten.

Linda hat darauf geachtet, dass den Zielen DATEN zugeordnet werden, damit der Fokus erhalten bleibt und auch das WIE aufzuschreiben, damit der Weg klar ist. Je klarer Ziele formuliert sind, desto genauer kann die Hilfestellung, die man bekommt.

Eins meiner Ziele für meine Zeit hier, ich möchte besser werden in  „What would Linda do? When? Why?“ (was würde Linda in dieser Situation tun? Wann? Warum?)!

Mein Ziel für heute mit Patrick: Online sein und die 7 Spiele checken – mit linksgehirnhälftigen Strategien im Hinterkopf!

Ich habe gleich am Stall begonnen. Seine erste Aufgabe: stehen und schau mich an! Hat etwas von Longieren, nur dass das Pferd in der Mitte steht ;-). Wann immer seine Aufmerksamkeit woanders war, als bei mir, habe ich angefangen mich langsam um ihn herum zu bewegen, und er war clever genug zu wissen, dass ich ihn „beiße“, wenn ich die Möglichkeit dazu bekomme.

Danach getreu dem Motto „it’s all about the nose“ – habe ich nur seine Nase bewegt (Driving Game). Rückwärts, nach links, nach rechts – das ging alles gut, aber bei tu die Nase an dem Baumstamm wollte er mir immer wieder drum rum gehen anbieten, hat länger gedauert bis er das kapiert hat.

Jetzt waren alle soweit gesattel und fertig, dass wir zusammen zum Playground gegangen und geritten sind. Friendly Game kurz gecheckt (Lacher), Seitwärts am Zaun entlang, auch im Trab (auch kein Thema), Driving sowohl HH als auch VH (gut), Squeeze (geht).

Also zunächst das Yoyo verbessern, das etwas „sticky“ war. Ziel: leichtes Rückwärts und promptes Vorwärts  und don’t let me pick up the stick! Zuerst vor ihm stehend, dann im Stick to me – da wurde es schon mehr diskutiert und auch mal gequiekt, wenn ich einen Treffer gelandet habe!

Wenn wunderts nach der Reiterfahrung: Porcupine-Game – war auch heute aus! HH ging einigermaßen, VH sehr schleppend, aber schnell besser, seitwärts – no way! Rückwärts am Halfter, sehr gut, Vorwärts am Halfter NÖ! Wir haben also die Kombi, ich habe das Seil langsam an und nehme es nach vorne, sobald es straff wird „hab ich dich“ gespielt. Das hat er schnell kapiert.

Dann habe ich das mit Circling Game kombiniert – puh herje, sofortige Schlauchgeräusche. Startposition erwartungsgemäß: ein Trab Tritt und Schritt. Mit der Strategie „passivly persistent“ weiter gemacht und sobald er etwas länger im Trab blieb, habe ich mich für travelling circling entschieden, und siehe da – was zuerst eher nach Jog aussah, ging irgendwann in Trab über.

Recht bald hat er sich mehr Mühe gegeben (Game of Effort), und schon auf mein „Good Boy!“ gewartet, um  zu mir zu kommen für eine Pause, jetzt gab es auch abschnauben, lecken und kauen J.

Weiter mit: halte die Gangart und schau wohin du trittst –travelling circling über Stangen, an denen er zuerst, wie gestern, immer erstmal stehen geblieben ist. Drüber steigen lassen, für ¼ Runde beschleunigen, dann warten! Und HAH – er in diesem Leben sicher kein Springpferd mehr, aber hey, es hat gar nicht sooo lange gedauert, bis er darüber „getrabt“ ist.

Danach aus dem Schritt angaloppieren.  Zwischendrin kamen Jazz und Highland die Straße runter galoppiert Richtung Playground, bei allen Pferden ging die Energie hoch, Patrick hat kurz hin geschaut, das war alles ;-)!

Porcupine seitwärts  und im Galopp bleiben sind am schwersten! Aber ich war für heute zufrieden und habe dann zusammen mit Patrick noch Linda mit Dylano zugeschaut.

Am Nachmittag haben wir geholfen, den Classroom und die Lodge für die Instructor-Conference am Mi/Do vorzubereiten.

Nach einem sehr schönen und sonnigen Tag: wenn hier die Sonne untergeht, wird’s schnell ziemlich kalt. Marion und ich haben noch eine ganze Weile in Lindas Studio gesessen und gequatscht!

Heute abend habe ich für mich gekocht: Couscous mit gedämpftem Brokoli und Blumenkohl, Cranberries und Pecan-Nüsse, gewürzt nur mit etwas Butter, Salz und Pfeffer – jummy lecker! Die beste Idee des Jahrhunderts war außerdem, diesmal hierher DosenVollkornbrot mitzunehmen und bei amazon in einen Milchaufschäumer zu investieren J

So 03.01.2016

Geplant war, dass wir heute Morgen ab 8h reiten, aber der Regen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass wir uns um 9h im Lindas Studio zu einer Theorie Session getroffen haben. Wir haben bis 13h zusammen gesessen - 4 Stunden, die wie im Flug vergangen sind!

Ein grandioser Vormittag, der nicht besser hätte sein können – es ist sooooo cool diese Möglichkeit zu haben, hier zu sein und direkt von Linda zu lernen. Auch die Fragen, Kommentare, Gespräche und der Austausch mit den anderen Students bringen immer wieder neue An-/Einsichten. Von je mehr unterschiedlichen Standpunkten aus man auf einen Ort schaut, desto „runder“ und vollständiger wird das Bild, das man davon bekommt!

Unser Hauptthema heute war die Parelli Formel "Rapport, Respect, Impulsion, Flexion" und „what to use when“ sowie die Frage: wie trifft man die richtige Diagnose, wo das Problem herkommt, um damit auch die richtige Herangehensweise oder Lösung zu finden.

Zusätzlich gab es spannende (neue) Einsichten zum Thema Horsenalities / Pferdepersönlichkeiten und welche Strategien man wann verwendet.

Im Anschluß habe ich noch mein Goal Boards ausgefüllt, die wir morgen früh als erstes besprechen werden!

Danach bin ich wieder nach Hause gefahren und habe jetzt den kompletten Nachmittag damit verbracht, mehr Dinge nachzusehen, nachzulesen und aufzuschreiben, um mein Bild noch runder zu machen und einen guten Plan für morgen zu haben!

Tag der Wissens-Infusion! Das mach ich jetzt noch ein bissel weiter und lass das dann über Nacht „einwirken“ ;-).

Merksatz des Tages: Play the Game of Effort – reward the attitude of the horse, not the execution of a task!

Sa 02.01.2016

Ich dachte ja, am 1.1. anreisen wird locker, da ist ja sonst niemand unterwegs - weit gefehlt! Es sind mehr Leute unterwegs UND weniger Personal an den Flughäfen, so dass die Schlangen besonders schön lang sind und man schon mal Zeit hat, das Warten zu üben - und zwar VOR und NACH 10,5 Std Flug! Wenigstens eine Rechnung ist aufgegangen, nämlich den kleinst möglichen Mietwagen zu buchen, denn den gab es nicht.  Also "pick anyone you like" - fahre ich jetzt einen weißen Jeep :-9.

Ich weiß jetzt schon, dass meine neuen Linda Land Geschichten euch gefallen werden, besonders wegen Patrick ;-), "meinem" Pferd für die Zeit hier! Außer mir sind derzeit noch Marion, Emily und Maureen und natürlich Ryan hier (eine coole Truppe!), die Patrick gestern freundlicherweise für mich abgeholt haben. Das Video unseres ersten Treffens habe ich euch auf Facebook gepostet - ein sehr freundlicher Kerl, man ruft und er kommt, steckt gern den Kopf in das Halfter und ist erfreut mit zu kommen.

Ich habe ihn gesattelt, aber zunächst am Boden begonnen (während die anderen geritten sind), um ihn erstmal kennen zu lernen. Dafür, dass er die Ranch nicht kannte, hat er zwar etwas rum geprustet und auch mal geguckt, aber war erstaunlich ok mit der Umgebung und der Gesamtsituation, dass wir uns auf dem Playground verteilt haben und auch noch zwei Pferde frei herum liefen. Ich konnte ihn gut von den anderen entfernen. Das Touch-it-Game wollte er gern mit den Füßen spielen, also habe ich erstmal das Podest, dann die Brücke und schließlich auch die Wippe ausprobiert, hat er alles relativ relaxed gemacht, was mich besonders bei der Wippe überrascht hat.

Danach kam ich auf die verwegene Idee ihn im circling über einen Baumstamm zu schicken - davor ist er stehen gebleiben und hat mich angeschaut "nicht dein Ernst oder?". Oh doch! Also etwas rückwärts und umdrehen und erneut senden, was schon gleich mit buckeln und kicken beantwortet wurde. Weniger als eine halbe Runde später war er wieder im Schritt und stand dann wieder vor dem Stamm, mich ansehen und quasi mit den Schultern zucken. Nun jut, also "make it a game" - immer wieder umdrehen, neu senden und sehen, wer mehr Geduld hat. Und er hatte ne Menge Geduld, aber seine ging zuerst aus ;-)! Irgendwann ist er mit einem Vorderfuß drüber gestiegen. Sehr umständlich, und dann musste er den Rest "nachholen", weil der Fuß nicht mehr zurück ging.  Wir haben für heute aufhört, als er mehr oder weniger flüssig mehrfach über den Stamm gestiegen war. Aber die Sache mit dem "Springen" werden wir im Auge behalten!

Er sah für mich reitbar aus, also bin ich augesteigen. UI weh! während er am Boden noch einigermaßen gut gewichen ist, beschreibt "bracy" das Gefühl im Sattel ziemlich genau. Wer hat mir noch gleich ein Linksgehirnhälftiges gewünscht (?) - vielen Dank Viola! Keine Antwort auf Sitz, Gewicht, oder Schenkel, und Zügel heißt "stopp"! Sein Hirn denkt nicht im geringsten über vorwärts nach, aber über drängeln nach links oder rechts, oder eben da hin, wo der Reiter nicht hin möchte, gerade Linien ausverkauft! Also, umgekehrte Psychologie anwenden: ich habe nach rückwärts gefragt. NÖ, auch nicht! Aber das haben wir so lange gemacht, bis es ging - und vorwärts immer als Belohnung eingesetzt. Rückwärts ging dann ganz gut, aber das Vorwärts war nur ein mäßiger Erfolg!

Als die anderen die Pferde getauscht haben, bin ich mit zum Stall geritten, um meine Stiefen anzuziehen, den Sattel neu zu shimmen, weil er nicht gut saß, und mir ein Stöckchen zu besorgen ;-)! Nachdem wir die Sache mit dem Herankommen zum Aufsteigen neu besprochen hatten, (nein, du schubst mich nicht mit der Nase von der Aufsitzhilfe, und nein, es geht nicht vorwärts bis da wieder runter springen muss - es geht seitwärts auf mich zu!) - ging es gleich schon etwas mehr geradeaus ;-)!

Patrick ist das erste Pferd, das ich kenne, dass sogar Schlauchgeräusche im Schritt produzieren kann. Mein Ziel: vorwärts! Meine Hilfsmittel: Sitz und Stöckchen - kein Bein! Einatmen, lächeln mit allen 4 Backen und dann habe ich mein Stöckchen verwendet und ihn "zu beißen", langsam, aber bestimmt. Sofort hat er gleich mal ein Bein lang gemacht ;-). Und als ich micht erst erdreistet habe, ihn auf die Schulter zu tippen, als er nicht geradeaus gehen wollte, da muss man mal aufstampfen und den Kopf schütteln. Irgendwann ging es am losen Zügel einigermaßen gut anzutraben (danach viel loben und dann rumstehen). Aber auch der Trab war nicht wirklich vorwärts. Als ich entschlossen war, das zu ändern, indem ich wieder angefangen habe, rhytmisch mein Stöckchen zu benutzen, hat Patrick gedacht "jetzts reicht's" und gefragt, ob ich gern bocken möchte (Linda sagte "stay on") - als er angaloppiert war, habe ich aufgehört und ihn gelobt. Such a brat! Das haben wir zweimal wiederholt, dann hat er sich für vorwärts traben entschieden - BRAV!!!!

Aber, kleine Finger - ganze Hand-Prinzip, da geht noch was! Also habe ich im Schritt (Sitz auf "an") den Zügel genommen, sofortiges mega-Klemmen und Kopf hoch, also mit einer Hand den leichten Zügelkontakt halten und mit der anderen das Rhythmus-Stöckchen bedienen. Ergebnis, wir drehen und rückwärts im Kreis und an der Bande entlang - Linda sagt im vorbeireiten: "If you need help, let me know". Es hat ne ganze Weile gedauert, aber irgendwann hat er sich für antraben entschieden - GOOD BOY! Dann hat es nur noch zwei Wiederholungen gebraucht und nach dem Zügel greifen hat antraben bewirkt - dann hab ich aufgehört! Das war mein Highlight des Tages!

Während der Feedbackrunde habe ich gesagt, das ich sehr gespannt bin, wie es morgen sein wird. Marion gab zu bedenken, dass er sich bis dahin ein paar neue Strategien ausgedacht haben könnte. Ja, das befürchte ich auch, das wir hierzu noch ein paar Themenabende zusammen haben! Ihr Tipp: "bring your helmet" - das werde ich tun!

Nachmittags durften wir mitfahren zu Janice Dulak (www.dulakpilates.com). Sie hat einen neuen Außenplatz und ihre beide Pferde wollte nicht an der kurzen Seite vorbei gehen, die an Büsche und Bäume angrenzt. Janice hatte Annäherung und Rückzug verwendet, aber keinen Erfolg gehabt. Linda zitierte Pat und sagte: a spook is the opposite of a yield! 

Beeindruckend zu sehen, dass sobald Linda das Weichen auf Druck aus dem Sattel wieder installiert hatte, marschierten beide Pferde an den Büschen vorbei, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken! It's not about the ..... bushes!!!

Danach waren Linda, Maureen und ich noch Groceries shoppen - mit hungrigem Magen hat das ganz schön viele Tüten ergeben :-). Jetzt bin ich erstmal versorgt!

Und jetzt seid ihr dran: Welche Horsenality hat Patrick? Email erwünscht!