Sonntag, 06.11.2022

Heute habe ich nach dem Füttern 6 Pferde magnetisiert und 4 geputzt. Big Day! Als Linda dazu kam, haben wir Jazz gesattelt, und die beiden haben mir halbe Tritte und Piaffe (a la Linda) gezeigt. Sehr beeindruckend, wie wenig Hilfen nötig sind, um das zu erreichen. Jazz war zunächst mittelmäßig entnervt von mir 😉, allerdings muss man schon dazu sagen, dass Geduld nun auch wirklich nicht seine Stärke ist, und das nur sehr selten jemand außer Linda reitet. Wir konnten nur ein ganz kurzes Programm machen, da er gerade nach einer Serie von Hufgeschwüren so langsam wieder zurück ins Training kommt.    

In der Zwischenzeit war Janice Dulak (Pilates for the Dressage Rider) mit ihren Pferd Finn angekommen, um heute mit uns und bei uns zu reiten.

Mein nächstes Pferd war Ready. Unser Warmup am Boden war nach 3 min abgeschlossen, check check check, alles bestens. Satteln verlief auch besser als vorgestern, danach war er allerdings erst mal wieder ziemlich festgehalten.

Also habe ich ihn zur Arena geführt, mich erst mal unterhalten und etwas abgeäppelt und dann langsam begonnen. Als ich bereit war aufzusteigen, haben die meisten der anderen gerade Pferde gewechselt oder sind zum Satteln gegangen, so dass uns alle „verlassen“ haben. Das kann ihn schon manchmal etwas nervös machen, da er ein Grund unsicheres ängstliches Pferd ist und sehr an Travis hängt. Wir nennen sie die beiden Red-Heads!

Aber Ready hat sich sehr schnell auf mich konzentriert, denn auch das Zügel aufnehmen war erst nochmal ein Problem, aber ging dann schnell vorbei. Ich habe den Fokus auf Übergänge gelegt – ohne sich aus der Anlehnung heraus zu heben, sondern indem er den Widerrist zuerst anhebt. Er hat sein altes Muster versucht, aber sich sehr schnell auf mich eingelassen und es mega gemacht.

Als ich Ready “7’s or better” geben konnte, waren wir fertig. Ich bin abgestiegen und habe beim Unterricht zugesehen. Courtney kam mit Yuri zur Arena, sie ist ihn zum ersten Mal außerhalb des Roundpens mit mir in der Arena geritten. Es ging erstaunlich gut, möglicherweise „evil thoughts“ aber er hat sich stark zusammen gerissen und alles brav gemacht.

Am nachmittag hat Courtney unterrichtet und ich habe  meine Online Studies abgeschlossen.  Als Courtney zurück war, haben wir gefüttert – heute sind wir zum ersten mal in die Dunkelheit gekommen. 

Ich durfte mir mein letztes Essen wünschen, so hat Linda hat für mich Paella gemacht. Sau gut! Mit ner Menge guter Gespräche und einer kompletten Flasche Rotwein für Courtney und mich  ist es jetzt deutlich später als gewohnt und ich werde besser mal schnell schlafen, denn wir haben vereinbart, morgen zur „normalen“ Zeit zu füttern, damit wir am Vormittag noch einiges zusammen erledigen können, bevor ich zum Flughafen muss.   

Samstag, 05.11.2022

Liberty Day 😊! Nach dem Füttern und putzen habe ich Pferde magnetisiert und das Roundpen gewässert. Da Courtney heute unterwegs war, um einen geeigneten Strand für ihre Kurs-Serie auszukundschaften, hatte ich heute Ready zur Verfügung und die allerbeste Michelle hat mir außerdem Travis überlassen, obwohl sie seit gestern Abend auch wieder da ist.

Mein Ziel mit Ready, einige Sachen, die ich gestern online gemacht habe ins Liberty zu übertragen und mit Travis ähnlich, aber da er das schon viel öfter mit mir online gemacht hat wollte ich noch das seitwärts mit dem Pferd gegenüber (Cutting) vertiefen, das Michelle letzten Samstag mit ihm angefangen hat.

Zuerst hat Linda mit Highland gespielt, an einem ganz dünnen Seil und der Roundpen war offen – es waren einige Schulen über der Erde zu bewundern. Dieses Pferd verkörpert den Begriff „athletisch“ – und er hat eine Menge Spaß dabei. Wir hatten eine Zuschauerin, die gefragt hat, wie Linda es verhindert, dass er das Gelände verläßt, da er ja wirklich quasi JEDE Höhe Zaun springt. Ihre Antwort war cool, sie sagte, „I can’t, I am glad he wants to live here”.

Meine erste Session war mit Ready und er war total bereitwillig unsere Aufgaben von gestern (Widerrist anheben, beginnen zu federn, Übergänge Schritt Trab) zu wiederholen. Als ich dann das Seil abgemacht habe, war super interessant, dass er lieber bei mir geblieben ist und gar nicht weiter von mir weg wollte als ob er zu mir sagt: nee, nee bleib mal lieber in meiner Nähe, ich bin noch nicht so sicher wie das hier geht! Das war deutlich einfacher als gedacht.

Dafür war Travis, von dem ich dachte, dass es ihm super leichtfällt, mit der Situation im Roundpen überfordert. Zum einen hatte er wohl in seinem früheren Leben nicht wirklich gute Erfahrungen mit Roundpens und ich denke, er hat etwas anderes erwartet, was ihn erst etwas konfus gemacht hat. Ich habe ihm dann stark geholfen und die Aufgabe sehr easy gemacht. Als er angefangen hat, wieder zu denken, ging dann auch alles 😉. Linda hat mich dann durch die „Cutting“ Einheit gecoacht. Der Unterschied zwischen a) das Pferd mit dem Stick von links nach rechts zu bewegen und b) dem Pferd beizubringen, dass es sein Job ist, gegenüber der Schulter zu bleiben macht einen ziemlich großen Unterschied. Das war sehr cool!

Ich habe geholfen die Ställe und Wassereimer sauber zu machen und habe dann eine ganze Zeit mit Notizen und Studies verbracht bis gegen 17h Courtney wieder da war. Wir haben Jennie verabschiedet, die heute das erste Stück ihres Weges nach Hause fährt, gefüttert und schon das Heu für morgen früh vorbereitet. Linda hatte in der Zeit für uns gekocht und wir hatten einen sehr coolen Abend mit netten Gesprächen zusammen mit Linda, Courtney, Michelle und mir. Heute Nacht wird hier auch die Zeit umgestellt.

Freitag, 04.11.2022

Courtney ist nach dem Füttern zu einem Unterricht gefahren, ich habe Pferde magnetisiert und geputzt und wieder Yoga auf der Theraplate gemacht – soooooo gut! Wenn man jeden Tag ein bisschen was macht merkt man das nach einiger Zeit schon ziemlich deutlich. Auch das Reiten danach ist deutlich, deutlich besser.

Ich hatte heute nochmal Travis, mega gutes und relativ kurzes Warmup am Boden und unter dem Sattel, er hat mich gleich relativ geradewegs zur Arena transportiert.

Ich habe eine Übung ausprobiert, die Luis den Sideways Effect nennt, eine Art Schulter vor auf der Zirkellinie. Man kreiert eine gute Biegung und dadurch ein Beugen und Rundwerden des Pferdes. Linda sagt, der ultimative Test, ob man es richtig gemacht hat, ist, wenn man Übergänge reiten kann.

Ich hatte auf der linken Hand begonnen, was definitiv seine schlechtere Seite ist. Schritt Trab Übergänge gingen, Trab Galopp nicht wirklich. Also Handwechsel! Interessant, dass Travis auf einmal auf der „eigentlich“ besseren Biegeseite anfing gegen meinen inneren Schenkel zu drücken.

Als er gemerkt hat, dass er ihn nicht bewegen kann, ich er im Außengalopp angesprungen und hat dann über einen Trab Tritt in den Handgalopp gewechselt. Danach war der Galopp schon rund und gesprungen.

Danach waren wir fertig, von meinem „links“-Versuch war er ziemlich gestreßt=geschwitzt und ich wollte unbedingt mit etwas Gutem abschließen.

Nachdem ich Travis geduscht und zurück zu seinem Paddock gebracht hatte, habe ich noch bei Jennies und Tina Unterricht zugesehen. Beide hatten heute einen kleinen Durchbruch zum Thema Anlehnung, was sehr schön zu beobachten war.

Mittags hatte Linda einen Zoom Talk Q&A mit einigen Mitgliedern von HHHL. Ich wurde vorgestellt und habe dann im Hintergrund zugehört. Courtney kam zwischenzeitlich nach Hause und ist direkt weiter zu den Pferden und hat Mele geritten.

Dann sind Linda Jennie und ich auch wieder in den Stall gegangen und ich habe mit Ready eine Demo zum Thema Muskelaufbau / gesundes Training und Biomechanik gegeben. Nachdem wir mit der Theorie am Pferd fertig waren, sind wir zu Arena gelaufen und ich habe ein paar Dinge an der Hand gezeigt. Dann haben wir Ready getrenst und gesattelt und Courtney draufgesetzt und alles nochmal mit Reiter wiederholt.

Da Ready natürlicherweise ein eher ängstliches, schreckhaftes sehr festgehaltenes Pferd ist war die Veränderung in seinem Körper super deutlich zu sehen. Und es ist so cool, wenn das Pferd versucht zu verstehen, was das Ziel der Übung ist und anfängt mitzuarbeiten.

Im Anschluß haben wir noch gefüttert während Linda für uns gekocht hat. Da morgen Jennies letzter Tag ist, haben wir zusammen zu Abend gegessen. Ein super netter Abend mit sehr vielen sehr guten Gesprächen.

Zum Abschluß hat Jennie ihre Highlights aufgezählt. Sie hat total netter Weise gesagt, mich mit den Pferden arbeiten und reiten zu sehen war ein ihrer Highlights. 😊

Donnerstag, 03.11.2022

Nach dem Reinholen und Füttern habe ich 3 Pferde geputzt und magnetisiert und dann ein kleines Workout auf der Theraplate absolviert.

Courtney hätte eigentlich extern Unterricht gegeben, aber die haben ihr kurzfristig abgesagt, so dass sich unser Plan dann nochmal geändert hat. Linda hat ihr Unterricht gegeben mit Ready und mit Mele.

Beide Pferde sind unterschiedlich stark auf rechter Gehirnhälfte unterwegs, Ready mehr spooky und generell angespannt, Mele wechselt schnell zwischen rechts und links. Da ich die beiden Einheiten unbedingt vollständig sehen wollte, habe ich mich gegen reiten entschieden.

Super cool zu sehen, welches Prep am Boden und welches Warmup im Sattel für wen und wie lange richtig war. „Core Behavior“ = Connected, Relaxed und Responsive. Wie checkt man das, wieviel davon muss man haben und auch wenn man später auf ein Problem stößt, wie kann man die Wurzel finden und es lösen.

In allen Gesprächen, Fragerunden und Diskussionen geht es immer darum, wie erreicht man, dass das Pferd tun MÖCHTE, was wir von ihm wollen. Einfach ein anderer Level von Training. Die meisten Menschen wären vermutlich schon sehr zufrieden mit „tut gehorsam, was man möchte“.

Mein Kopf hat gequalmt jedenfalls als die beiden Einheiten zu Ende waren. Beim Lunch hatten wir noch einige gute Gespräche dazu.

Dann bin ich mit Courtney mitgefahren, die für eine Freundin von Linda auf deren Farm ihr Pferd geritten ist. Wir haben die Coachies mitgenommen, so dass wir uns währenddessen unterhalten und austauschen konnten. Danach waren wir noch ein paar Sachen in Williston besorgen.

Zurück auf der Farm haben wir neues Kraftfutter und Mineralien gemixt. Die Pferde bekommen zu gleichen Teilen: schwarze Sonnenblumenkerne, Gerstenflocken, ganzen Hafter und Weizenkleie.

Dann haben wir das Futter gemacht und verteilt und schon für morgen einiges vorbereitet. Ruckzuck war es 19h.

Wieder im Haus haben wir alle zusammen gekocht. Heute gabs Trompetenpilze in einer koreanischen BBQ Sauce und Brokolisprossen mit Reis. Hmmmm. Weiter gings mit Geschichten aus dem Leben und guten Gesprächen - die Denkweise ist einfach anders.  

Mittwoch, 02.11.2022

Als erstes habe ich das Schokobrot von gestern Abend gekostet – zu süß für mich, aber die Kruste und auch der Rest sehr gut. Das muss ich abwandeln.

Wir haben gefüttert und die Pferde reingeholt, ich habe den Magnetfeld-Job für alle übernommen. Highland kam heute freiwillig in den Stall und hat sich in die Stallgasse gestellt, also habe ich ihn auch geputzt. Dann hat er an unserer kurzen Morgenbesprechung teilgenommen 😉

Linda wollte ausprobieren, wie er sich anfühlt und hat ihn gesattelt. Ich habe Travis sein Warmup zuerst am Boden gemacht und dann unter dem Sattel zuerst mal Linda mit Highland zugesehen. Pretty wild und powerful.

Dann habe ich Travis geritten, was wirklich einfach jeden Tag besser wird. Seit er mir vertraut, dass ich nichts von ihm verlange, was er nicht tun kann und ich mir immer Zeit nehme und ihm alles erkläre ist er einfach super. „Everything begins and ends in relaxation“.

Als Linda mit dem Golfcard zurück zum Playground kam, hatte sie mir das Metronom mitgebracht und auf das Tempo eingestellt, dass ich reiten sollte. Das dauernde Piepsen nervt ne Menge und ich kann leider beim besten Willen nicht sagen, ob ich in diesem Takt reite, oder nicht.. Irgendwann habe ich probiert es einfach auf die halbe Geschwindigkeit einzustellen, also nur ein Pieps zu haben wen ich z.b. aufstehe beim Leichttraben, aber das Ergebnis war leider das gleiche – ich kanns nicht sagen, ob das stimmt.

Alle versichern mir, dass es am Anfang jedem so geht und dass man es „pretty soon“ herausfindet – na ich bin gespannt und wir werden sehen. Die Einheit mit dem Metronom war also mehr oder weniger „confusing“.

Danach ging es nochmal zum Galoppieren ins Roundpen, das ging wieder außerordentlich gut. Rechte Hand deutlich besser als links, aber auch da inzwischen nicht mehr das Gefühl, als ob man umhergeschleudert wird.

Nach dem Lunch sind Courtney und ich zu einer Shopping Tour aufgebrochen. Zuerst Futter für Lindas Pferde bei Ocala Breeders, dann zu Tack Shack, was ein Reitartikel Laden ist und am Schluss noch ein paar Lebensmittel bei Publix. Auf dem Rückweg hat es leicht angefangen zu regnen, aber es waren gut 30 Grad heute, also sehr warmer Regen.

Zurück in Happy Horse Haven haben wir alles ausgeladen und dann die Pferde gefüttert, die schon drauf gewartet haben.

Das Abendessen war dann eine Gemeinschaftsarbeit von Linda, Courtney und mir in dieser Reihenfolge. Jennie war noch eingeladen. Es gab Malaysische Laksa. Mjammmmm!

Dienstag, 01.11.2022

Ich habe gestern vergessen den Wecker zu stellen, aber war zum Glück fast genau rechtzeitig wach. Nach dem Füttern gab es wieder Magnetfeld für die Pferde.

Dann haben wir unsere Goal-Boards besprochen. Travis wird jeden Tag ein bisschen besser. Im Warm-up habe ich wieder Trabstangen dazu genommen, die ihm deutlich helfen, die Sache mit den Federn zu verstehen.

Da Linda erst noch einen Handwerker da hatte, dem sie einiges erklären musste, hatte ich Zeit ausgiebig über den Playground zu reiten und auch immer mal wieder zu stoppen und den anderen zuzusehen. Als unser Unterricht angefangen hat, waren wir perfekt aufgewärmt und Travis war bereit nachzudenken.

Wir haben heute mit Game of Contact gespielt, das Gebiss akzeptieren und sich willig dehnen ohne den Kontakt zu verlieren. Bis auf die ersten Male Zügel aufnehmen ging es heute erstaunlich gut. Zuerst auf einfachen Linien, dann mit Handwechseln, dann mit Seitengängen und schließlich sogar im Galopp. WOHOOO!

Als die anderen zum Galoppieren in den Roundpen gegangen sind, war ich fertig und habe nur noch zugesehen.

Danach gab es noch eine Einheit Verladen, die erfreulicherweise unspektakulär verlief.

Linda hatte Jazz gewaschen und nach dem Lunch haben Courtney und ich simultan geschoren, jeder auf einer Seite! Das Ergebnis ist ziemlich cool geworden. Dann haben wir noch gefüttert, neue Rasenstücke gewässert etc. pp. Um 19h waren wir wieder im Haus und mussten erstmal dringend duschen.

Linda hatte für uns gekocht, Spaghetti mit einer Pilz-Weißwein Soße. Der Pilz hat geschmeckt wie Scalopps – total lecker. Wir haben noch eins der Brote gebacken, die wir gestern gemacht haben und hätten es super gern noch probiert, aber es war leider viel zu heiß.

Montag, 31.10.2022

Unser freier Tag – natürlich bin ich morgens zur normalen Zeit wach. Na gut, dann stehe ich eben auf und backe Pain Pailasse.

Als die Mädels auch aufgestanden sind, gehen wir füttern und äppeln die Paddocks und den Playground ab. 

Danach fahren Linda und ich zum Food-Shopping zu Whole Foods, Trader Joes und einem Chinesischen Supermarkt. Nach einem mittleren Einkaufs-Flash sagt sie zu mir, jetzt müssen wir nur noch einen neuen Kühlschrank kaufen und dann könnten wir auch alles verstauen 😉. Wohl wahr. Courtney ist ähnlich begeistert von den Erfolgen unserer Shopping Tour wie wi,r als wir heim kommen. Wir essen mein Brot als Lunch und planen, welche Rezepte wir in den nächsten Tagen kochen wollen.

Dann bereite ich ein Brot für morgen vor und Courtney zeigt mir ein etwas aufwändigeres Sauerteig Brot, das wir zusammen beginnen und das zuerst 3-4 mal jede ½ Std gedehnt und gefaltet werden muss. In eins machen wir Schoko-Tropfen, das andere bleibt plain.

Michelle ist heute Nachmittag wieder nach Hause gefahren, also füttern Courtney und ich die Pferde.

Danach beginnen wir mit dem Abendessen. Es gibt heute Ramen mit Pak Choi, Enoki Pilzen, Tofu Puffs und Nudeln – unbelievable lecker!

Als gerade alles gespült ist, wird das Brot noch rund gewirkt und kommt dann in den Kühlschrank. Ich bin sehr gespannt wie es wird!

Sonntag, 30.10.2022

Nach dem Füttern gab es Magnetfeld für alle Pferde und für mich Yoga auf der Theraplate.

Heute durfte ich wieder Instruktor für Michelle und Travis sein und ich kanns gar nicht anders sagen „I so LOVE to teach“!

Linda sagt immer ein Tag an dem das Pferd super gelaufen ist, ist ein gefährlicher Tag – weil man am nächsten Tag erwartet, dass es so weiter geht ….. Stimmt! Heute habe ich nichts mehr vor gemacht, sondern Michelle komplett „nur“ gecoacht.

Wieder mal ist mir aufgefallen, wie schnell man den kleinen schwarzen Fleck sieht, aber nicht das große weiße Blatt Papier. Wir haben zuerst trainiert zu beobachten ohne zu beurteilen und zu sehen, und zu erkennen, was denn schon alles GUT ist, was wir auf keinen Fall verlieren möchten.

Mein Highlight des Warm-ups vom Boden: Travis ist heute kein einziges Mal in den Galopp gefallen, wenn wir nach Trab gefragt haben, sondern konnte durchweg den Rhythmus halten und im Trab zu Losgelassenheit kommen. Und als wir dann nach Trab Galopp Übergängen gefragt haben waren die sofort nice und relaxt und durchlässig.

Als wir gesattelt hatten, habe ich Ready mit zum Playground genommen um ein bisschen „undemanded time“ mit ihm zu verbringen. Wir hatten wieder die Coachies, so dass wir überall miteinander reden konnten, das war cool. Schritt am lagen Zügel war schreitend und connected. Das Antraben war willig und ohne Hektik und das Zügel aufnehmen hat ebenfalls so geklappt, dass sich die beiden in der Mitte quasi getroffen haben. Michelle hat angefangen den Zügel zu nehmen und Travis hat angefangen ihre Hand zu suchen.

Richtungswechsel gingen sofort gut, auch wenn man in der Wendung noch etwas mit dem äußeren Zügel helfen muss, dass er nicht auf die innere Schulter kippt. Dann haben wir regelmäßige Übergänge dazu genommen, am Sitz geritten, nicht über den Schenkel schneller und nicht über den Zügel langsamer. Alles hat perfekt geklappt.

Wir waren die ersten am Roundpen und Michelle konnte auch hier auf jeder Hand Traben und Galoppieren und alles ging super relaxt und am Sitz. Michelle hat bei den Highlights gesagt, dass sie heute zum ersten Mal „true harmony“ mit ihrem Pferd Gefühlt hat 😊 Ich war super stolz auf die beiden!

Da heute Suzies letzter Tag war, hatten wir um 14h Team-Lunch mit Baguette, diversen Dips, die Linda gezaubert hat, selbstgemachtem Käse aus Cashews (sooooo lecker!) von Courtney und Salat.  

Danach habe ich mal ein paar Emails beantwortet und geschrieben und ein paar Sachen vorbereitet und übersetzt bis wir zum Füttern wieder raus sind.

Die Mädels sind mit Suzie abends nochmal zum Mexikaner gegangen. Ich durfte Lindas Notizbücher zu den Lehrgängen mit Luis lesen. Habe super viel gelernt dabei, muss noch etwas darüber lecken und kauen.

Linda und ich haben left-overs (Reste) gegessen. Jetzt werde ich gleich noch etwas weiter in den Notizen stöbern. Morgen ist Barn Day Off, also nur Füttern auf der Agenda und was immer wir sonst noch machen möchten. Linda und ich werden ein Meeting haben.

Samstag, 29.10.2022

Wir haben wieder mit Simulationen begonnen, Seat-Building mit Bungies auf einem Fass 😊

Danach war Liberty Day angesagt. Linda hat uns mit 9 Pferden jeweils einzeln gecoacht. Super interessant, ist wie immer wieder wie die Herangehensweise an das gleiche Ziel komplett unterschiedlich sein kann, je nachdem welche Persönlichkeit das Pferd hat und wie es sich in der Lernsituation verhält.

Dazu: dass man dem Pferd nicht sagt, wann es welches Körperteil wohin bewegen soll, sondern es geht immer darum, dass das Pferd das Ziel versteht. So habe ich heute einige Einheiten mit unterschiedlichen Pferden und Ausbildungsstufen gesehen, wie man einem Pferd beibringt mit einem Menschen zu cutten – OHNE mit dem Stick seine Schultern hin und her zu bewegen. Die einen haben es schneller verstanden, die anderen langsamer, aber alle innerhalb 30 min!

Learnburn des Tages: WENIGER ist MEHR! Es sieht am Anfang nicht auch nur annähernd wie das Endziel aus. Aber je mehr man einfach in aller Ruhe und Gelassenheit bei seinem Plan bleibt, „klickt“ es irgendwann erstaunlich schnell und dann ist es einfach cool zu sehen, wie das Pferd versteht und sich Mühe gibt es zu tun.

Nachmittags habe ich mich mit Jae getroffen. Bei ihr und Ralph habe ich sehr oft gewohnt, wenn ich hier war. Zuerst haben wir kurz bei ihrem Pferd gestoppt, dann haben wir bei ihr zu Hause Ralph getroffen und sind Essen gegangen zu Horse and Hound und haben dort auf der Terrasse gesessen. Die beiden sind super nett und ich habe mich gefreut sie mal wieder zu sehen und zu sprechen.

Als Jae mich nach Hause gefahren hat, habe ich mit ihr noch eine kleine Tour über die Farm gemacht.

Dann haben die Mädels und ich gefüttert und es war schon dunkel, als wir ins Haus gegangen sind. Zum Abendessen haben wir Sommerrollen gemacht, Courtney hat eine mega leckere Erdnussoße dazu gekocht, ich war die Schnippelhilfe.

Freitag, 28.10.2022

Nach der üblichen Morgen-Routine inkl. Magnetfeld und Yoga auf der Theraplate (sehr zu empfehlen, es fühlt sich richtig gut an) haben wir mit Trab Simulationen begonnen.

Da Michelle heute wieder da ist, hat Linda vorgeschlagen, dass ich heute ihr Instruktor bin und ihr zeige, was ich gemacht habe. Wir haben am Boden begonnen, ich habe erklärt, wonach ich schaue und was ich tue.

Ich LIEBE es, wenn es so klappt wie heute – man zeigt es und es funktioniert einfach ALLES genauso wie gewünscht. Travis war heute schon so gut in Harmonie mit uns, dass wir ganz oft nur abwarten mussten, bis er’s gefunden hatte. Ergebnis: langer schreitender Schritt, relaxte Haltung in den Trab-Galopp Übergängen, er gibt sich Mühe sich zu tragen und wird weder schneller noch langsamer.

Dann haben wir gesattelt und getrenst. Wir haben die Coachies verwendet, so dass ich zuerst reiten konnte und wir trotzdem sprechen konnten. Travis ist im großen Schritt eine Runde über den Playgound gestiefelt und dann in die Arena. Schritt am Langen Zügel super, antraben sofort, Zügel aufnehmen und rund werden check, alle Linien halten und von der rechten Hand (seine einfachere Seite) nach links seine sehr schwierige Seite) wechseln indem er einfach eine Wirbelsäule anders positioniert. So cool, wenn sie verstehen was man möchte und beginnen es zu tun.

Kein Grund mehr zu probieren, ich bin abgestiegen und Michelle auf und wir haben einfach alles nochmal kurz wiederholt, aber alles ging einfach genau so! Das war unser Warm-up, den wir haben ja Cantering-Week.

Also sind wir beide zum Roundpen gegangen. Ich am Boden, Michelle weiter im Sattel und haben die Galopp-Übung gemacht. Mein besonderes Highlight war, dass Travis einmal ausgefallen ist, aber nur für einen Trab-Tritt. Dann hat er gemerkt, dass Michelles Körper noch im Galopp ist und ist von sich aus sofort und ganz soft wieder angaloppiert. MEGA!

Den kompletten Nachmittag durfte ich Lindas Notizen zu den letzten Lehrgängen mit Luis Lucio lesen, richtig cool. Am liebsten würde ich die beiden Blöcke, die sie beschrieben hat, komplett kopieren.

Nach der Abendfütterung sind Jan, Jennie und Michelle zu einer „haunted Farm“ in der Nähe gefahren zum Gruselabend. Nix für mich, ich habe Courtney geholfen zu kochen, wir haben https://ottolenghi.co.uk/recipes/chaat-masala-potatoes-with-yoghurt-and-tamarind-flavour-pg-193 gemacht. Wir waren nur zu dritt beim Abendessen, aber wir haben fast geschafft alles aufzuessen. Dieses Rezept ist super lecker! Ich hab’s wahrscheinlich schon ein paarmal erwähnt, aber ich habe selten so oft hintereinander so gut gegessen wie in den letzten Wochen hier. Die beiden könnten mühelos ein Sterne-Restaurant eröffnen.

Donnerstag, 27.10.2022

Nach dem Füttern gab es wieder eine Runde Magnetfeld für alle.

Das Warm-up habe ich wieder mit einer großen Runde Trab / Galopp Übergänge in touring circles über den Playground begonnen. Am Ende habe ich noch die Trabstangen mit eingebaut, die neben der Arena lagen und Travis hat sie erstaunlich gut gemeistert.

Diesmal habe ich erst nach der Einheit am Boden gesattelt. Der Schritt auf dem Playground ging gut vorwärts, und heute war ich so clever ihm zu erlauben die Gangart zu brechen und schneller zu werden, als ich die Zügel aufgenommen habe. Das hat zwar dazu geführt, dass wir erstmal eine Weile galoppiert sind, aber danach ging es besser.

Ich habe zuerst viele Handwechsel geritten und dann Übergänge Schritt Trab, bis er abgeschnaubt hat und losgelassen.

Während ich einigen Einheiten mit Linda in der Arena zugesehen habe, bin ich abgestiegen, damit Travis seinen Rücken ausruhen konnte. Das wurde belohnt als wir zum Cantern in den Roundpen gegangen sind.

Er hat sehr gut das Tempo gehalten und es waren einige Trab Galopp Übergänge möglich, ohne dass er zwischendrin gerannt ist oder auch nur schnelle Schritte gemacht hätte.

Linda hatte Lunch für uns gemacht und am Nachmittag habe ich einer Unterrichtseinheit von Courtney hier bei uns zugesehen.

Abends kann Michelle zurück und Courtney hat für alle Portato Tacos gemacht – YUM!

Mittwoch, 26.10.2022

Jan hat ein Pferdemagnetfeld mitgebracht und ich habe beim füttern Highland, Travis, Ready und Jazz magnetisiert. Der Knubbel an Highlands Fessel war nach der Behandlung deutlich weicher und dünner als vorher.  

Wir haben außerdem eine Theraplate hier. Die habe ich gestern schon mal kurz genutzt, heute habe ich mein Stretching Programm darauf gemacht. Mein Körper hat sich im Anschluß deutlich weicher und besser angefühlt als ohne.

Als Linda da war haben wir mit Simulationen begonnen. Die Gangarten reiten, ohne „einfach“ nur mit den Schenkeln zu drücken, sondern in unserem Körper tun, was wir möchten, dass das Pferd in seinem macht. Für den Schritt bewegt man die Schultern abwechselnd kreisförmig vorwärts, der Trab hat etwas von Kapalabhati, man bewegt rhythmisch die unten Rippenbögen aufeinander zu, für den Galopp nimmt man den äußeren Ellbogen nach hinten unten, während die innere Hüfte einen Kreis nach vorne oben beschreibt.

Teil 2 waren Zügel Simulationen, zum Zügel aufnehmen, den Kontakt halten und trotzdem die Gangarten reiten ohne irgendwo im Körper steif zu werden.

Mit meinem Warm-up am Boden mit Travis war ich heute sehr zufrieden. Er hat sehr schnell begonnen sich zu stecken und lange große Schritte zu machen, während wir Übergänge S/T/G über den Playground gemacht haben. Wieder war er sehr relaxt und es war ihm egal wo die anderen Pferde waren.

Nachdem ich aufgestiegen war, bin ich auch erst in großen Linien über die Wiese geritten, auch das besser als sonst. Das hat sich leider relativ schnell geändert, als ich angefangen habe, die Zügel aufzunehmen. Er war direkt angespannt, hat schnelle kurze Schritte gemacht, wollte dauernd loszackeln. Ich habe mich entschieden im Schritt zu bleiben und Zügel aufnehmen und aus der Hand kauen zu lassen zu wiederholen. Im Nachhinein betrachtet war das keine besonders gute Idee. Travis war von meiner Schritteinheit nass geschwitzt! Schwitzen ist in den meisten Fällen eine emotionale Reaktion (Beweis: die anderen Pferde waren inkl Traben nicht annähernd ähnlich geschwitzt). Es hat „forever“ gedauert, bis es nur ein klein wenig besser wurde und danach war auch der Trab super spannig, so dass Travis fast mehr gehoppelt als getrabt ist und mehrfach angaloppiert.

Ok, da mir bis dahin klar war, dass das vorher nicht gerade zielführend war, bin ich einfach so lange er wollte im leichten Sitz galoppiert. Das hat glücklicherweise sehr schnell zum Abschnauben und Entspannen geführt. Danach waren auch der Trab und Schritt wieder ok und vorhanden.

Learn burn des Tages: extrovertierte Pferde müssen sich bewegen, bevor sie denken können – weiß ich eigentlich auch, ….

Wir hatte also unsere Galopp Einheit für heute schon in der Arena erledigt 😉. Danach bin ich abgestiegen und habe Travis zurück zum Stall geführt und den anderen im Roundpen nur noch zugesehen.

Nachmittags habe ich mit online Studies angefangen, aber nach einiger Zeit sind mir fast die Augen zugefallen, so dass ich beschlossen habe, heute mal ein Mittagsschläfchen zu machen. Das mache ich normalerweise gar nicht gern, weil ich den Rest des Tages gar nicht mehr richtig auf die Füße kommen. Aber heute war es richtig gut.

Ich bin aufgestanden als Courtney von ihrem nachmittags Unterricht zurückkam. Wir haben gefüttert und Linda hatte Pasta für uns gekocht. Die Mädels waren heute ganz auf Jam-Session gepolt, immer neue Videos geladen und laute Musik gespielt.

Dienstag, 25.10.2022

Thema dieser Woche ist Cantering (Galoppieren)!

Mein Pferd des heutigen Tages war Travis, da Michelle wieder für ein paar Tage arbeiten muss. Je besser wir uns kennen, desto weniger angespannt ist er, wenn ich mit ihm spiele oder ihn reite.

Ich habe ein ausführliches Warm-up am Boden gemacht, große traveling circles an der featherline über den großen Playground im Trab und Galopp, unterbrochen von Pausen, rückwärts und seitwärts. Travis war sogar am unteren Ende der Weide relaxed, obwohl der Nachbar seine Kühe auf der Weide hatte, was ein paar der anderen Pferde zuerst etwas spooky fanden.

Was hier wirklich sehr schön ist: dass keiner auf die Idee „fake it statt make it“ kommt. Jeder nimmt sich die Zeit die sein Pferd braucht, um mit der Situation klar zu kommen und wirklich ok zu sein. Man könnte ja einfach auch woanders reiten – der Playground ist groß, und mir würden noch ein paar andere Herangehensweisen einfallen 😉

Nach dem Satteln bin ich erstmal eine große Runde über den playground geritten, Schritt deutlich besser vorwärts und schreitender! Danach hatten wir eine sehr gute kurze Einheit in der Arena, deutlich relaxter – alles noch warm-up als Vorbereitung zu unseren Canter Workshop für heute.

Nachdem alle soweit waren sind wir zum großen Roundpen geritten und haben nacheinander jeweils eines Galopp-Einheit gehabt, soweit Menschen und Pferde schon so weit waren. Alle anderen haben den Galopp vorbereitet.

Am Nachmittag konnte ich einige Sachen am Computer erledigen, bis wir zum Füttern wieder raus sind. Danach ist Courtney zu einem Instruktor Interview gefahren. Linda hat sich zum Abendessen Sauerkraut gewünscht, also habe ich gekocht. Es gab Sauerkraut mit kleinen Kartoffeln und Röstzwiebeln. Wir fanden es beide (später Courtney auch) sehr lecker.  

Danach haben wir zusammen ein Movie gesehen „The 100 Foot Journey“. Als Courtney zurück kam hat sie uns begeistert von dem Interview erzählt.

Montag, 24.10.2022

“Barn day off” heißt bis 7:30h schlafen und um 8h Pferde füttern und Paddocks abäppeln. Michelle ist morgens wieder gefahren, da sie wieder arbeiten muss. Dafür kamen heute Morgen Suzie und ihr Leasehorse Gift an, die die kommende Woche mit uns reiten werden.

Courtney hat nochmal Bagel gemacht, weil die gestrigen nicht richtig aufgegangen waren. Die gabs zum Lunch – lecker! Ich habe mein Brotrezept und die Sauerteig-Pflege Anleitung in Englisch übersetzt und an alle verschickt. Gestern habe ich schon den Teig für ein Pain Pailasse (eine Art Beguette) vorbereitet, der heute im Lauf des Tages weiterverarbeitet wurde.

Dann war Zeit für Online-Studies bis wir gegen 16h angefangen haben Futter vorzubereiten und zu füttern, weil wir von 18-19h ein Instruktor Zoom Meeting hatten.

Inzwischen war das Baguette gebacken und Linda hat eine Zwiebelsuppe, Pilz-Pate und Salat dazu gemacht, alles wie immer ziemlich lecker!

Sonntag, 23.10.2022

Es wird wieder wärmer, 11 Grad heute Morgen, ein Longsleeve reicht aus 😉.

Wir sind so schnell morgens mit dem Füttern seitdem wir einige Menschen mehr sind, was echt nett ist, weil man alles mit Zeit machen kann. Jan hat ein Magnetfeld mitgebacht, mit dem wir Highland jetzt jeden Tag behandeln.

Zuerst haben Jennie, Tina und Michelle nacheinander ihren First Level Test am Boden absolviert und alle bestanden – Congratulations! First Level beinhaltet „Basic Ground Skills“. Die erste Aufgabe ist: Connecte mit deinem Pferd und zieh ihm das Halfter an. So cool zu sehen, dass niemand hier sein Pferd rufen musste oder zu ihm gehen, sondern alle Pferde sind, obwohl sie auf Graspaddock standen, sofort und ohne zu überlegen zu ihrem Menschen gegangen und ins Halfter geschlüpft. Ich habe für jeden der Teilnehmer gefilmt.  

Da ich die erste Person unterwegs war, bin ich zum Warmup mit Ready erstmal überall über den Playground gelaufen und habe ihn alle möglichen Dinge touchen lassen. Das ging richtig, richtig gut. Selbst die Bereiche wo er manchmal „druthers“ hat (=would rather be somewhere else) waren kein Problem, und das obwohl keins der anderen Pferde unterwegs war. Zum Schluß war ich in der Arena, auch dort alle Bereiche ok im Schritt und Trab.

Genauso haben wir unseren Weg zurück zum Stall gestaltet, wo ich erstmal einige Zeit auf der Aufstieghilfe gesessen habe, weil es einen kleinen Stau vor der Sattelkammer gab. Das hätte ich vermutlich nicht gemacht, wenn die Stallgasse frei gewesen wäre, aber es war tatsächlich total gut für Ready, der so langsam mehr Kontakt mit mir möchte 😊!

Satteln ist etwas tricky, er hatte eine ganze Zeit in seinem Leben Magenprobleme, also muss man alles sehr langsam machen und auch super vorsichtig nachgurten, weil er sonst kompletten Gurtzwang bekommt. Aber auch das ging erstaunlich gut. Courtney bewegt ihn dann immer noch mal mit dem Sattel, um zu sehen ob er überhaupt mit dem Sattel laufen kann und auch vorwärts gehen. Beides ging ebenfalls erstaunlich gut.

Ich bin dann auf die Aufstieghilfe gestiegen und er ist auch brav zu mir gekommen, hat aber komplett die Luft angehalten. Mit Ready lernt man einmal mehr, wie wichtig es ist, dass Pferd einfach immer zu lesen. Und: Gehorsam ist einfach etwas total anderes als Zustimmung! Ich habe also dagestanden und bin nicht aufgestiegen, bis er wieder geatmet hat und dann bin ich wieder runter gestiegen und habe ihn bis zur Arena über den Playground geführt.

Als ich ihn dort an die Aufsteighilfe gefragt habe, war es sofort ok für Ready, dass ich aufsteige, was ich dann auch getan habe. Am langen Zügel Schritt war erstaunlich ok. Beim Zügel aufnehmen, was er wieder absolut gehorsam gemacht hat, konnte ich merken wie die Schritte kürzer wurden und er angefangen hat sich fest zu halten.

Also habe ich die Zügel aufgenommen und aus der Hand kauen lassen, viele, viele Male bis er angefangen hat, den Kontakt zu mir zu suchen und der Schritt wieder freier wurde. Ich denke das hat sicher 10 min gedauert. Dann habe ich durch den Zirkel die Hand gewechselt und „gehe nicht über Los ziehe nicht 4000 Mark ein“ – wir haben von vorne begonnen. Diesmal war er allerdings nach ca 3 min ok. Dann habe ich dauernde Handwechsel gemacht und immer weiter das Zügel aufnehmen und rauskauen.

Irgendwann konnte ich antraben und hatte einen sehr netten ruhigen relaxten Trab auf immer noch der gleichen Linie. Es war immer mal wieder Readys Idee zum Schritt zu parieren (er ist gerne konstant auf der Flucht) und er hat ne Menge abgeschnaubt. Ziemlich cool! Ich bin noch in der Arena abgestiegen und habe ihn zum Stall zurückgeführt.

Alle anderen waren very complimentary über die Ruhe und Gelassenheit, die ich erzeugen konnte und Michelle hat gesagt „I need to learn how to channel my inner Iris” 😊

Courtney hat gestern Abend schon angefangen Bagels zu machen, die sie für unser Team Lunch fertig gemacht hat. Ich war die Schnippelhilfe für eingelegte gelbe Beeten, die wir auch gestern selbstgemacht haben, Tomaten, Gurken, rote Zwiebeln und eine Gurken-Dill-Sauce, die es dazu gab. Wir haben angestoßen auf die 3 Absolventen des First Level und zusammen gegessen. Jeder wollte mein Brot probieren und ich bin überrascht, dass alle es mögen! Jetzt muss ich gleich noch das Rezept übersetzen.  

Morgen haben wir „barn day off“ da gibt’s Baguette, das habe ich heute schon vorbereitet. Neben dem Füttern hat Courtney noch die Arena abgezogen und Michelle ein neues Tor für eins der Paddocks gebaut. Die Mädels hier sind handwerklich ziemlich gut drauf.

Linda hatte für uns gekocht, als wir zurück ins Haus kamen. YUM!

Samstag, 22.10.2022

Liberty Day 😊! Unser Tag beginnt mit einer Vorbesprechung, „what are your plans“ und ich erfahre, dass ich neben Ready heute außerdem mit Jazz spielen darf - wow!

Linda hat uns heute mit insgesamt 11 Pferden in Liberty unterrichtet und ich konnte einfach aus jeder Einheit etwas mitnehmen. Direkt als erstes war Courtney dran, die mit ihren beiden Pferden gleichtzeitig gespielt hat. Das war ziemlich tricky, weil sie Mele so vor Yuri schützen mußte, dass der ihn nicht attackiert. Super spannend.

Mein erstes Pferd war Ready und wie bei meiner ersten Online Einheit war connection schwierig, aber heute doch schon deutlich besser. Wir haben sogar mit Zirkeln, Richtungswechseln und Galopp gespielt. Ich fand beeindruckend, wie klar und deutlich ich einerseits werden musste, um verstanden zu werden und mit wie schwer es ihm viel mitzudenken und einen kleinen Fortschritt zu machen.

Mit Jazz durfte ich dann die coolen fortgeschrittenen Sachen ausprobieren, wie Spins im Galopp, Übergänge im long distance stay with me und Galopp Pirouette. Alles sehr, sehr cool. Mein größtes Take-away aus dieser Einheit ist, wie wichtig es ist, das Pferd nicht in eine Schublade zu stecken (RBI mit sehr hohem Spirit Level), sondern zu jedem Zeitpunkt zu lesen und darauf zu reagieren. Ich war sehr beeindruckt wie leftbrain Jazz in der Einheit mit mir war. Er kam super nah, wollte angefasst werden, man konnte ihn mit dem Stick berühren als Aufforderung.

Unsere Unterrichtseinheiten gingen bis 15h, danach habe ich mit Linda zu Mittag gegessen und dann angefangen das Abendessen vorzubereiten, Dal Palak mit Naan Brot.  Als Courtney von ihrem unterrichten zurück kam haben wir gefüttert. Danach habe gekocht, wir hatten ein sehr nettes Abendessen mit vielen guten Geschichten und einigen Videos von Yuri.

Courtney, Michelle und ich haben für ein Team Lunch morgen noch Bagels für morgen vorbereitet und gelbe Beete eingelegt.

Freitag, 21.10.2022

Nochmal eine ziemlich kalte Nacht. Beim Füttern, Lindas Pferde laufen hier selbständig in den Stall und in ihre Boxen, haben wir schon gesehen, dass Highland noch immer nicht ganz ok ist. Er bekommt eine Mischung aus Ozon in Olivenöl auf den Knubbel an seiner Fessel, wo er sich offensichtlich gestoßen hat. Die Stelle war zuerst warm und dick. Als sie nicht mehr warm war, wurde sie sehr hart, dann mit dem Ozon immer weicher und sie beginnt langsam zu verschwinden.

Ich habe entschieden, dass ich mich heute in Sachen „teaching“ weiterbilde und deshalb kein Pferd betreue, obwohl ich ein paar im Angebot hatte sehr freundlicher weise.

Zuerst habe ich zugesehen wie Linda Tina mit Dani beim Warmup online geholfen hat einen fleißigen Trab zu bekommen ohne dauernd danach zu fragen. Dann hat sie selbst mit Jazz im Roundpen liberty gespielt, das ist ziemlich großes Kino. Man sieht kaum, was sie macht, Jazz reagiert trotzdem promt, super fein und sehr, sehr deutlich.

Nachdem Linda gesattelt hatte bin ich zum Playground gefolgt. Dort gab es zunächst eine Session für Michelle in der Klärung wann wann pinky turns verwendet und wann man den äußeren Zügel nachgibt, bzw. annimmt. Pinky Turns heißt, dass im geradeaus beide kleinen Finger am Sattel sind. In einer Wendung bewegt sich die äußere Hand nach vorne, während Drehung der Schultern die Größe der Wendung vorgibt. Cool zu sehen!

Danach war Jan dran, es ging darum ihrem Araber zu helfen den Rücken mehr anzuheben im leichttraben, indem man das Aufstehen betont und eben nicht wirklich einsitzt, sondern den Sattel nur sehr leicht berührt.

Courtney und Ready haben an T/G Übergängen gearbeitet, bei denen Ready immer losrennen will. Also ging es im Schenkelweichen in den Galopp und auch wieder zurück in den Trab und dann so lange weiter im Trab bis Ready wieder relaxed war.

Zwischen den kurzen Einheiten ist Linda geritten, auch das war sehr interessant zu sehen. Cool war, dass ich heute das Vorher und Nachher viel deutlicher sehen konnte. Wer hat welches Problem und wie kann es gelöst / verbessert werden. Ich war glaube ich nach dem Vormittag müder als alle anderen. 

Erfreulicherweise hatte ich heute einige Zeit für online Studies. Außerdem habe ich einen Bananenbrot gebacken – YUM! Mehl musste außerdem nachbestellt werden. Ich habe das zwar gar nicht wartet, aber alle mögen mein selbstgebackenes Brot, das freut mich wirklich 😊, also wird ständig neues gebacken.

Heute war Andrews letzter Abend hier und mit uns. Es gab Steckrübenschnitzel (die Linda gezaubert hat) mit geschreddertem Rosenkohl in einer Senfsoße (von Courtney). Ich weiß, ich wiederhole mich, aber das Essen hier ist diesmal outstandig! Richtig, richtig lecker!

Donnerstag, 20.10.2022

Diese Nacht war nochmal kälter, 3 Grad, brrrrrrr. Das Füttern ging heute schneller, weil Michelle wieder da ist und sich ähnlich gut auskennt wie Courtney. Ab 9h hatten wir dann erfreulicherweise eine 2 Std Theorieeinheit mit Linda über „Structure of Training“ – mega gut!

Danach habe ich Highland etwas warm gemacht und dann immer mal wieder angetrabt. Er hat super viel abgeschnaubt und er läuft deutlich besser. Man kann das Lahmen allerdings noch immer sehen und es ist nicht seine Idee sich zu bewegen, obwohl er brav antrabt, wenn man ihn danach fragt. Ich habe es also bei einer super kurzen Einheit am Boden belassen.

Da Courtney nach der Theorieeinheit zum Unterrichten wegmusste, hat sie mich gefragt, ob ich mit Ready spielen und ihn reiten möchte. Sure! Preparation und warmup vom Boden zuerst. Ziemlich schnell war mit klar, dass ich keine Connection habe. Auf einer Skala von 1-10 bekommt er definitiv eine 9-10 für Gehorsam, aber Connection zu mir war immer mal für 1-2 sec da und wieder weg.

Es war, als ob ich mit ihm am selben Tisch sitze, aber wir einfach keine Kommunikation haben. Er schaut in der Gegend herum, läßt sich super schnell ablenken, denkt einfach überhaupt nicht mit, schaut manchmal in meine Richtung aber schaut mich nicht an und Lob kommt ebenfalls nicht im Gehirn als solches an. Also haben wir mit „look“ aus dem Halt begonnen. Als das einigermaßen funktioniert hat, habe ich ein touch dazu gefügt, also ein Muster aus: look, touch etwas, look. Dabei wurde klar, connection zu Dingen ist für ihn sehr viel einfacher als connection zum Menschen.

Daraufhin habe ich angefangen ihn zu Dingen zu senden zum touch, ihn dort eine Weile stehen zu lassen und dann den Draw zu mir erhöht indem ich ein schnelles Come to me gespielt habe. Er hat das alles brav gemacht, aber es war einfach NULL seine Idee. Als ich das Muster, senden, touchen, schnelles zurück kommen ein paar Mal wiederholt hatte, hat er nach vielleicht 45 min von sich aus zum ersten Mal nach dem touch zu mir geschaut als ob er fragt „richtig oder?“. PUH!

Da ich wußte, dass wir einen relativ weiten Weg zurück zu seiner Weide haben, habe ich angefangen genauso wie über den playground meinen Weg zurück zu gestalten. In der Nähe des Stalls und eein zweites Mal in der Nähe des Feedrooms wurde es nochmal schwieriger, dann ging es ganz ok bis zurück zur Koppel. Ich habe das Halfter ausgezogen und die Fliegenmaske an und er bliebt bei mir. Dann kam von weit weg seine Freundin Nova in unsere Richtung und ich war gespannt, wann er mit ihr connected und mich verläßt. ABER, Überraschung, er hat sie den kompletten Weg zu uns kommen lassen und sie dann sogar aus unserer Zone gescheucht, als sie nah kommen wollte. Das war cool.

Zurück im Haus hat Linda gefragt, wie meine Einheit mit Ready gelaufen ist. Ich habe gesagt, dass ich selten mit einem Pferd gespielt habe das schwieriger mit dem Mensch connected als er, dass er leichter zu Dingen connected, aber für Gehorsam eine 9-10 bekommt. Ihre Antwort war „you nailed it“ (du hast den Nagel auf den Kopf getroffen) – YEY!

Heute habe ich es außerdem geschafft einige Zeit mit online-studies zu verbringen, was ziemlich cool war, weil ich in den letzten Tagen einfach überhaupt keine Zeit hatte. Währenddessen habe ich Brot gebacken. Diesmal haben Linda und Courtney es direkt noch warm probiert und Courtney hat gesagt „i could eat the whole thing“ (ich könnte das komplett aufessen) 😊

Heute Abend gehen wir zum Japaner essen – ich freu mich schon – UND ich habe den Blog schon geschrieben, d.h. ich kann nachher einfach ins Bett fallen. GREAT, I like it!

Mittwoch, 19.10.2022

Nachts war es so kalt, dass ich morgens ein langärmliges Shirt, eine Sweatjacke und eine Softshelljacke anziehen musste, um nicht zu frieren und bis auf einen kurzen Part während des Reitens auch die komplette Zeit anhatte.

Travis war schon beim Warm-up vom Boden ziemlich gut. Ich habe mit spiral in, spiral out begonnen und konnte traveling circles und Übergänge dazu nehmen und er reasonable relaxed geblieben.  

Das ließ sich glücklicherweise aus dem Sattel fortsetzen. Er musste zwar zuerst mal ein paar Runden galoppieren als ich aufgestiegen war, aber rund und regulierbar. Ich bin einfach so lange galoppiert wie er das wollte und dann war es auch schon vorbei. Ich habe alles nochmal wiederholt, woran wir bis gestern gearbeitet haben und alles war sofort abrufbar – sehr schön.

Dann hatte Courtney ein Problem, bei dem Linda geholfen hat. Das wollte ich auf keinen Fall verpassen, also hab ich mich an ihre Fersen geheftet, zugehört und ein paar Videos gemacht. Die Lösung hat etwas länger gedauert, war aber sehr interessant. Im Nachhinein war ich froh abgelenkt worden zu sein, weil ich sonst sicher sehr versucht gewesen wäre noch 1,2,3, …. X weitere Sachen mit Travis zu probieren, wobei ich sicher irgendwann wieder an einen Punkt gekommen wäre, wo es nicht geklappt hätte.

Zum Lunch sind die Girls (Courtney, Jennie, Jan und ich) zu YumYum gefahren – ich hatte eine vegetarische Reis-Bowl, einfach nur lecker! Direkt nebenan war ein Feedstore, wo wir ein paar Sachen gekauft haben und wenige Meter weiter haben wir noch ein paar Heuballen auf den Pickup geladen bekommen.

Bis wir das alles auch zu Hause wieder aus und abgeladen hatten war es 16h. Um 17:30h waren wir schon wieder draußen und haben die Abendfütterung vorbereitet. Warum auch immer dauert das hier gern mal 1,5 Std. bis wir mit allem fertig sind.

Wieder im Haus habe ich Courtney assistiert, die Ramen zum Abendessen für uns gemacht macht, auch das außerordentlich lecker. Alle bis auf Andrew waren ziemlich müde, jetzt ist es 23h und ich habe es auch endlich in Bett geschafft.

Dienstag, 18.10.2022

Heute habe ich etwas ausprobiert, dass „Equine Connect“ heißt, ich verlinke euch eine Website, wo ihr mehr darüber lesen könnt. (https://vibrantequinehealing.com/equine-neuro-connect-clips-2/ ). Schaut euch das Video an, das dort verlinkt ist. Ich habe die Behandlung mit Travis und bei mir selbst durchgeführt und dann 3 Clips an mir und einen an der Trense befestigt.

Da Linda heute nicht selbst geritten ist, konnte ich ihren Sattel für Travis nutzen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich alles so umgebaut hatte, dass sein Airpad korrekt geshimt war Dann bin ich mit einer langen featherline auf den Playground gegangen, damit er sich erstmal an das neue Gefühl gewöhnen konnte. So langsam kommen wir ziemlich gut klar und Travis interpretiert nicht mehr jede meiner Hilfen als Hinweis schneller zu werden. Tatsächlich konnte ich heute schon vom Boden auf für etwas „roundness“ sorgen. Fotos davon findet ihr auf Insta und Facebook!

Nachdem ich aufgestiegen war wurde schnell klar, dass Lindas Steigbügel zu kurz sind, also haben wir die noch ausgetauscht und ich bin zurück über den Playground zur Arena geritten, wo Linda uns Unterricht gegeben hat.

Nach einem kurzen Warm-up unter dem Sattel haben wir zusammen daran gearbeitet, dass Travis nicht in jeder Wendung einfach auf die innere Schulter kippt. Basically haben wir den äußeren Zügel und Druck im äußeren Bügel genutzt, um statt dem nach innen Kippen die Idee von Schenkelweichen nach außen zu vermitteln und immer wieder den Zügel auf der Seite übergestrichen, auf die er mehr lehnen wollte (links).

Mein größtes AHA war allerdings das Tempo in dem wir geritten sind. Linda hat mehrfach gesagt, „you need to ride slower, ….slower, …..even slower“. Es hat sich absolut grauenvoll angefühlt, als ob wir überhaupt nicht vom Fleck kommen und alles einfach nur langsam ist.

Linda hat daraufhin ein paar Minuten für mich gefilmt und mir in der nächsten Denkpause für Travis gezeigt. Es war ziemlich gut, dass ich das sehen konnte. Ich hätte ansonsten geschworen, dass diese Bilder an einem anderen Tag gefilmt wurden. Wahnsinn wie stark Selbstbild und Fremdbild voneinander abweichen können, es har sich deutlich anders angefühlt, als es ausgesehen hat.  Ich habe immer wieder Pausen gemacht und dann weiter an Relaxation über die Biegung gearbeitet und es wurde konstant runder.

Gegen Mittag kam eine Freundin von Linda, Kathy, nochmal mit ihrem 4-jährigen Spanier vorbei und wir durften einer Einheit im Roundpen, zuerst am Boden und später im Sattel zusehen.

Danach hat Courtney Yuri ebenfalls im Roundpen gespielt und dann mit einem Barebackpad geritten. Auf seinem T-Shirt würde stehen „I just want to have FUN“, er ist ziemlich hartnäckig im Verfolgen seiner Ziele, sehr leftbrain, sehr pushy.

Nach dem Lunch haben wir etwas Zeit online im Büro verbracht, und ich mit einem Catchup zu allem was zu Hause passiert. Alle, die sich um Lancretio gekümmert haben und allen voran meine allerbeste THP Kerstin Saufaus haben ihm das Leben gerettet! Es geht ihm zum Glück weiter besser, er scheint über den Berg zu sein. Mehrfach am Tag darf er sich jetzt etwas im Schritt bewegen, was er so ungefähr 5 Minuten lang kann und möchte und meine allerbesten Mädels zu Hause kümmern sich in vielen Schichten um ihn und alles weitere! Lucky me, lucky Lancretio! DANKE an euch alle!

Es ist am wahrscheinlichsten, dass es eine späte und super heftige, sehr neurologische Reaktion auf seine Herpes Impfung am letzten Donnertag war….. Er hatte schon einmal eine deutliche Reaktion darauf, allerdings lange nicht so kritisch wie dieses Mal. Ich werde das auch sicher kein weiteres mal ausprobieren oder riskieren.

Bei der Abendfütterung der Pferde haben wir festgestellt, dass Michelles zweites Pferd Nova einen Ausbruchversuch aus ihrer Koppel gestartet hat. Der Zaumpfoten am Tor war total lose und fast alle Befestigungen waren abmontiert. Wir haben also einige Zeit verbracht das zumindest so zu reparieren, dass wir für die Nacht sicherstellen können, dass sie da drinbleibt. Bruce wird es morgen fachmännisch erneuern.

Jeden Abend essen wir hier einfach das allerleckerste Essen. Heute gab es Dumplings als Vorspeise und dann asiatische Veggies mit Reis mjam, mjam, mjam!!! Sowohl Linda als auch Courtney kochen außerordentlich gut – Andrew kümmert sich um Getränke, Musik und Unterhaltung. I am learning in more than one way.

Andrew wollte noch ein Movie mit uns sehen, aber sowohl Courtney als auch ich wollten heute Nacht mal mehr schlafen. Wir beide haben noch gespült und die Küche aufgeräumt und jetzt werde ich versuchen das Movie zu irgnorieren und zu schlafen. Ohrstöpsel mögen meine Ohren nicht so gern, aber ohne die wird es wohl nicht gehen 😉

Montag, 17.10.2022

Heute war „barn off day“, das heißt wir haben heute Morgen alle Pferde draußen gefüttert. Mein Plan war, etwas in meinem virtuellen Büro zu arbeiten. Daraus wurde nichts.

Manchmal hat man ja einfach Dinge unterbewusst im Gefühl. Ich kam auf die Idee, dass ich mal mit Pia facetimen könnte, die ich magically auch sofort erreicht habe – was eher unüblich ist. Auf meine Frage „wie geht’s euch allen denn so“ habe ich dann erfahren, dass Lancretio evtl. einen Kreuzverschlag hat. Der Tierarzt war schon da gewesen und Anette inzwischen unterwegs das Blut zu Lena zu bringen, um es untersuchen zu lassen und den CK-Wert zu bestimmen. Pia hat Lancretio betreut und auf Kerstin gewartet, die sogar extra in ihrem Urlaub gekommen ist, um ihn zu behandeln. Das sind shocking News am frühen Morgen….

Ich war verabredet, mit Linda nach Ocala zu fahren. Wir haben ihr Auto waschen lassen, waren in einem indischen Laden und im WEC (World Equestrian Center) zum Mittagessen. Anschließend noch bei Publix einkaufen und wieder nach Hause, wo ich erstmal schnell alle News von zu Hause gecheckt habe. Ich hatte einen ausführlichen Bericht von Anette und habe nochmal mit Pia telefoniert.

Zum Glück ging es Lancretio inzwischen besser. Die Blutwerte haben keine Auffälligkeiten gezeigt, ich war erleichtert, dass es weder ein Kreuzverschlag noch eine Weidemyopathie war. Allerdings ist damit die Ursache leider weiterhin unklar. Das hat heute eine Menge Menschen eine ziemlich lange zeigt beschäftigt – ein super großes DANKE an jeden einzelnen für alles was ihr getan habt! Ich könnte ihn mir nicht besser betreut wünschen als mit euch!

Courtney, Jennie und ich haben mit einem Golfcard, das Girlfried heißt, die Weiden abgeäppelt, dann den neu gemachten Teil des Rasens gewässert, das Futter vorbereitet und gefüttert. Danach mußte ich erstmal Duschen. Linda hat für Coutney, Andrew und mich wieder äußert lecker gekocht. Heute gab es Ramen. Wir hatten einen very entertaining evening.

Um 2h nachts deutsche Zeit hat Pia mir nochmal ein Update aus dem Stall geschickt, dass zum Glück weiter alles gut war bis dahin.

Sonntag, 16.10.2022

Als ich heute Morgen im Bad war, habe ich mich gewundert, dass Lindas kleine Dachshunde schon im Flur herumlaufen. Dann musste ich leider feststellen, dass es keine Hundepfoten auf dem Parkett waren, die ich gehört habe, sondern eine riesige Libelle (hier heißt sie Dragonfly) sich wie auch immer hier hinein verirrt hat. Buh, wer immer mich besser kennt weiß, alles was da so rum flattert ist wirklich so gar nicht meins, und Murphys Law folgend ist sie natürlich in mein Zimmer geflogen :-/.

Zum Glück habe ich Courtney in der Küche getroffen, die willens war mir zu helfen. Sie hat einen großen Plastikkontainer aus dem Müll gefischt und mit einer großen Pappe eine Lebendrettung durchgeführt

Da die Stelle an Highlands Fessel leider immer noch warm war habe ich heute freundlicherweise nochmal Travis ausleihen dürfen, weil sie bis Dienstag arbeiten muss. Wir kannten uns ja schon etwas von gestern, was das Warm-up am Boden sehr erleichtert hat, weil er grundsätzlich ein eher ängstliches, angespanntes Pferd ist, das sich schnell Sorgen macht.

Reiten war für ihn allerdings nochmal ein ganz anderes Thema. Er ist ein großes Pferd, aber hat super kurze angespannte Schritte gemacht, nachdem ich aufgestiegen war und ist immer wieder angezackelt. Zuerst habe ich versucht ihn im Schritt und am langen Zügel zu lösen, Schlangenlinien über den Playground, bergab und bergauf, Baum zu Baum alles hat keine wirkliche Verbesserung gebracht.

OK, dann bin ich in die Arena geritten und dachte, vermutlich kann ich so schnell reiten wie du laufen kannst – wir werden es ausprobieren. Mit deutlich überhöhtem Tempo ging es dann im Trab und Galopp los. Travis war sichtlich überrascht, dass ich nicht gebremst habe und tatsächlich ist der Plan aufgegangen, indem er über die Bewegung angefangen hat sich immer mehr loszulassen. Immer mal wieder gab es einen Ansatz zum Schnauben und dann ging es doch nicht.

Dann habe ich meine neuesten Erkenntnisse zum Thema Seitengänge ausprobiert und JA, das hat ihm ne Menge geholfen. Irgendwann war es sogar seine Idee zum Schritt durch zu parieren und eine Pause zu machen. Das hat zunächst nicht lange gehalten und er musste dann doch wieder mehr die Füße bewegen aber beim zweiten und dritten hat er immer schneller zu Losgelassenheit gefunden. Da das alles natürlich ziemlich emotionsbehaftet für ihn war, war er am Schluss ziemlich nass geschwitzt, aber konnte einen schönen freien Schritt zurück zum Stall gehen. Ich hoffe, er hat morgen nicht den Muskelkater seines Lebens …..

Am Nachmittag hat Linda Jennie und mich zu einer Freundin mitgenommen, der sie mir einem sehr guten aber super schwierigen Dressurpferd hilft. Die Einheit fand im Roundpen und zunächst liberty statt. Das Pferd kam relativ schnell auf ziemlich viel Adrenalin, weil in der Nachbarschaft jemand Zäune repariert hat und man das Hämmern auf Holz hören konnte. Es war ziemlich cool zuzusehen, wie schnell das Pferd immer weniger panisch und dann sogar neugierig wurde. Am Ende der Einheit konnte die Besitzerin reitend einer Plastik-Flagge an einem Stick folgen, mit dem Linda auf die Umrandung des Roundpens geklopft hat. Und ich ziehe krass den Hut vor ihr, sie hat am Schluss sogar die Trense abgenommen und ist weiter geritten. Jeder „normale“ Mensch, der das Pferd nur knappe 30 min vorher gesehen hat, wie ihm komplett die Sicherungen durchgebrannt sind, hätte sicher eine relativ hohe Summe gewettet, dass das nie möglich sein wird – und schon gar nicht in der Kürze dieser Zeit. Pretty impressive!

Wieder in Happy Horse Haven angekommen war inzwischen eine weitere Schülerin (Jan) mit ihren beiden Pferden angekommen, die für die nächsten beiden Monate bleiben wird. Sie wohnt wie Jennie in der Wohneinheit ihres Pferdeanhängers.

Abends hat Linda für Courtney, Andrew und mich Pasta gekocht,  wieder ziemlich lecker. Danach haben wir noch einen Film zusammen gesehen. Morgen ist „barn off day“, heißt Linda wird nicht im Stall sein. Evtl schaffe ich es dann, etwas in meinem virtuellen Büro zu arbeiten.

Samstag, 15.10.2022

Ich bin leider mehrfach nachts aufgewacht und hatte das Gefühl Steine im Magen zu haben. Das mit dem Essen gehen war irgendwie keine besonders gute Idee. Zuerst habe ich es auch mit den Redlights behandelt und mit Digize ätherischem Öl. Linda sagte als sie kam ich soll Lavendel ausprobieren und Tatsache, das hat sehr gut geholfen!

Heute hatten wir einen Liberty Tag, den wir auch mitgefilmt haben. Die erste Einheit haben Tina und Dani gemacht zum Thema Übergänge, danach Jennie zum Thema Richtungswechsel und Spins, sehr interessant.

Da Highland leider immer noch nicht klar geht, haben wir entschlossen auf ihn zu verzichten – auch um nicht zu riskieren, dass wir das weiter verschlechtern. Er ist schon ein kleiner Punk und er springt einfach super gut und gerne. Dazu kommt, dass er derzeit nicht wirklich ausgelastet werden kann.

Deshalb haben wir kurzfristig entschlossen, dass ich mit Michelles Pferd Travis ins Roundpen gehe. Schon spannend, mit einem Pferd, das man mehr oder weniger noch gar nicht kennt, liberty zu spielen. Das Warm-up haben wir natürlich online gemacht: Stay with me, Übergänge, und kleine travel circles.

Dann habe ich das Halfter abgenommen und frei weitergespielt. Travis ist von seiner Persönlichkeit hauptsächlich auf rechter Gehirnhälfe. Ich habe ähnlich begonnen wie online, stay with me und Übergänge, I start you finish, rückwärts, cirling nah und weit und Richtungswechsel. Ich extrem pleased mit dem Ergebnis, es hat richtig richtig gut geklappt.

Courtney hat mit Ready und ihrem Pferd Mele eine Einheit gemacht, die ebenfalls super interessant waren.

Danach haben wir zusammen zu Mittag gegessen und danach Pferdevideos geschaut bis gegen Abend. Dann haben wir gefüttert und ich habe mit Courtney noch eine Einheit „Fetch“ = apporttieren geübt. Es wir jedes mal besser, Heute hat Yuri seine Futterschale schon richtig gut auch auf weite Entfernung und schnell gebracht. Mega!  

Linda hat abends eine Tortilla Chip Suppe gekocht, die ebenfalls mega lecker war. Ich bin stehen KO, mir fallen die Augen zu, schlaft gut!

Freitag, 14.10.2022

Bei euch ist es schon 7:25h, während ich jetzt noch meinen Blog schreibe und dann auch mal schnell schlafen muss, bevor ich in ca 4 Std wieder aufstehen werde.

Wieder liegt ein extrem cooler Tag hinter mir und ich habe das Gefühl, die Zeit ging vorbei wie im Flug und ich habe nicht die Hälfte der Dinge erledigt, die ich heute erledigen wollte.

Nach dem Frühstück haben wir wie immer die Pferde reingeholt, gefüttert und geputzt. Dann haben Jazz und Highland abwechselnd entweder eine Magnetfelddecke auf oder die „Prickelmat“ eine Akkupunkturdecke.

Nachdem Highland außerdem seine Laserbehandlung bekommen hatte, haben wir einen Punkt oberhalb seines rechten Vorderhufs gefunden, der etwas dick und warm war.

Ich habe ihn vom Boden aus aufgewärmt, aber das viel relativ kurz aus, weil er sehr schnell einen sehr reitbaren Eindruck gemacht hat. Beim Reiten hat er dafür ausprobiert, durch welche Grenzen er evtl durchdrücken kann und ob ich wohl zurückschiebe, wenn er das macht. Ich habe also meinen Fokus und Plan unterschiedlichster Bahnfiguren gehalten und ihm erlaubt immer wieder gegen meine Schenkel zu laufen oder mit seiner Nase das Gebiss herum zu flippen, wie er wollte.

Trab linke Hand fühlt sich schon recht gut an, rechte Hand immer noch nicht 100% ok. Ein paar Mal hat er auch galoppieren angeboten. Nach dem Reiten war heute auf jeden Fall Kratzen angesagt 😉

Dann kam noch Kathy mit ihrem 4 jährigen neuen Lusitano und ich habe ihrer Einheit mit Linda am Boden und unter dem Sattel zugesehen. Wir hatten also einen längeren Vormittag und relativ bald am Nachmittag kam eine Freundin von Linda mit ihren beiden Pferden, die hier über Nacht halten und rasten, bevor sie morgen nach Naples (5 Std) weiterfahren.

Courtney, Jennie und ich haben etwas früher gefüttert, da wir um 18:30h alle zusammen zum Abendessen aufgebrochen sind. Wieder zu Hause haben wir hier noch eine Flasche Rotwein getrunken und da wir uns total verquatscht haben, waren Courtney und ich die letzten die jetzt eben ins Bett gegangen sind.

Donnerstag, 13.10.2022

Ich hoffe, ich bekomme es heute hin, dass ihr morgen früh diesen Beitrag als erstes oben seht und nicht wieder suchen müsst 😉

Heute morgen haben wir schon gegen 8h den Tierarzt für Courtneys junges Pferd Yuri erwartet, weshalb wir etwas früher draußen waren zum reinholen und füttern. Er hat sich offensichtlich eine kleine Erkältung eingefangen.

Nachdem Highland gefrühstückt hatte und geputzt war habe ich erneute die Körperpunkte ausgetestet und dann alle „health-points“ mit dem Laser behandelt – er fand es teilweise gleich gut, manchmal war er auch erst etwas restless, aber dann schnell besser.

Ich habe ihn wieder länger am Boden und im Schritt aufgewärmt mit Zone 5 Driving. Da es heute Nacht doch etwas geregnet hat war die Luftfeuchtigkeit hoch und einige Mücken unterwegs, so dass wir noch eine extra Runde Fliegenspray für uns beide aufgelegt haben al wir zurück zum Stall gegangen sind, um zu satteln und zu trensen.

Ihr dürft euch das so vorstellen: das Pferd steht (frei) in der Stallgasse vor der Sattelkammer und wartet dort geduldig während man hinein geht und nach und nach Sattelpad, Sattel und Gurt, Gamaschen und Trense hinausbringt und anzieht. Relativ unbelievable das zu Hause zu tun oder zu sehen - hier total normal! Der Ort heißt nicht umsonst Happy Horse Haven I guess.

Da ich mein Warm-up heute ohne Sattel gemacht habe, bin ich zum Playground zurückgelaufen, um noch ein paarmal langsam nachgurten zu können.

Highland und ich verstehen uns jeden Tag besser. Zuerst wusste er nicht so richtig was er von mir halten soll, aber inzwischen fühlen wir uns glaube ich beide gut zusammen. Ich bin zunächst am durchhängenden Zügel gerade und gebogene Linien geritten, bis wir ziemlich gut connected waren und ich außer meinem Sitz und Focus keine Hilfen brauchte um vom einen zum anderen zu wechseln.

Dann habe ich meine neusten Lernerfahrungen von gestern wiederholt. Dazu kommt neu: inside rein for haunchens in, outside rein for shoulders in. Erkenntnis des Tages: eine Traversale wird geritten wie ein ACHTUNG: Schulter herein (!) auf einer diagonalen Linie! (… und nicht wie ein Travers)

 Es ist unglaublich wieviel zu viel man tut und was alles komplett unnötig ist. Nach ein paar Übergängen innerhalb der unterschiedlichen Seitengänge habe ich beim nächsten Zügel wieder aufnehmen sofort gemerkt, dass Highland angeboten hat, sich deutlich runter zu machen, den Widerrist anzuheben und mehr vorwärts zu gehen 😊 Linda meinte, ich soll mich nicht wundern, wenn er anbietet anzugaloppieren.

Auf jeden Fall ein sehr cooles Gefühl heute und ein absolut neues Verständnis von „how light can it be“!

 In der Mittagspause habe ich mein Brot gebacken und wir hatten ein Instructor Zoom Meeting mit Linda und Andrew. Danach war my personal study time angesagt.

Michelle ist jetzt leider für ein paar Tage weg, weil sie arbeite muss, also haben Courtney, Jennie und ich die abendlichen Stallarbeiten zusammen erledigt. Als wir zurück zum Haus kamen, hatte Linda für uns vegetarische Paella mit Salat gemacht- EXTREM lecker!

Wir hatten einen sehr schönen Abend mit gutem Essen, leckerem Rotwein und sehr guten Gesprächen. Jetzt ist es schon 0:30h und ich muss schnell mal schlafen. Die Tage hier gehen so schnell rum wie nichts…..

Mittwoch, 12.10.2022

Aufstehen 6:30h ist derzeit noch leicht hier, weil es für meine Körper gefühlt 12:30h mittags ist 😉 Das wird sich täglich ändern und an diese Zeit anpassen bis ich in 4 Wochen wieder heim fliege – umgekehrte Flugrichtung ist das ganze leider kein Spaß 😉.

Um 7:30h waren wir im Stall, haben Frühstück für die Pferde zubereitet, die dann in den Stall geholt werden. Wer Instagram oder Facebook hat, kann dort meine täglichen Fotos und Videos verfolgen, wie das aussieht.

Wir putzen die Pferde und haben für mich, bzw. natürlich Highland einen Sattel gefunden, der ebenfalls zunächst mal entstaubt und geputzt werden musste. Als wir mit allem fertig waren, habe ich den Mädels mit Mele, Courtneys Pferd, Hanna Somatics gezeigt.

Linda kam dazu und wir haben mit einer Simulations-Session zum Thema korrekter Sitz und Anlehnung begonnen. Am Schluss haben wir rittlings auf einer Tonne gesessen, mit einem Gummiband um die Hüfte, das hinter uns an einem Pfosten befestigt war. Wir haben leichttraben geübt, und gleichzeitig mit einer Person, die vor uns sass und das Gebiss hielt Anlehnung gehalten und Feedback bekommen inwiefern sich das gleichmäßig und angenehm anfühlt. Sehr interessant und ziemlich anstrengend, besonders da es heute super warm war bei hoher Luftfeuchtigkeit.

 Dann haben wir gesattelt. Mein Ziel beim Warm-up mit Highland heute war „Connection“. Ich habe an einer featherline stick to me auf weite Entfernung gespielt, im Schritt, Halt, Rückwärts und Seitwärts, während wir auf unterschiedlichen Linien zu Destinations gegangen sind, die er mit der Nase berührt hat. Als das gut geklappt hat, habe ich Zone 5 Driving, also Fahren an einem Seil von weit hinter dem Pferd das Gleiche getan. Das hat sehr schnell dazu geführt, dass Highland im Gegensatz zu gestern, wo er noch sehr umweltorientiert war, sehr gut connected war. Also sind wir zum Stall zurückgewandert, wo ich ihn getrenst habe und aufgestiegen bin.

Leider war er beim Antraben etwas ungleich, so dass ich beschlossen habe, heute erstmal im Schritt zu bleiben. Ähnliches Thema: vorwärts, seitwärts, halt und rückwärts. Nachdem wir uns etwas „eingefummelt“ hatten, hat Linda mich noch gecoacht. Zuerst haben wir 3 Arten von rcükwärts verbessert: 1) nur der Zügel 2) nur die Beine 3) in Anlehnung – was leicht war nachdem 1) + 2) super gingen.

Nächstes Thema war Anlehnung und Seitwärts und sie reitet es tatsächlich komplett ohne Schenkel – krass. Als ich kapiert hatte, wie es geht gingen sowohl Schenkelweichen als auch Traversalen – pretty cool. Das wird spannend damit noch ein wenig zu experimentieren.

Definitive Highlights der Einheit von heute (neben der Tatsache Highland reiten zu dürfen): gute Connection und Seitwärts ohne Schenkel.

Zurück im Stall hat Linda mit gezeigt, wie sie am Körper austestet, welche Punkte sie mit dem Laser behandeln muss, was wir gleich noch getan haben.

Courtney und Michelle haben ihre zweiten Pferde noch geritten, während ich zugesehen habe.

Den Nachmittag habe ich mit „study time“ verbracht und ein Brot vorbereitet, dass ich morgen backen will. Gegen 17h sind wir wieder raus, um das Abendfutter vorzubereiten und füttern. Danach hatte Yuri seine zweite Einheit im Apportieren – heute liberty 😉 „wer bremst verliert“. Es hat super gut geklappt – Yuri is a smart coockie.

Anschliessend haben ich Courtney  und ich gekocht, mashed potatos vom Blech mit zwei unterschiedlichen Sossen – einmal pikant/scharf mit Chiliöl und die anderen mit Frühlingszwiebeln, Erdnüssen und Koriander – beides mega lecker. Linda hat noch einen Salat gemacht und wir haben alle zusammen gegessen und einen sehr netten Abend mit interessanten Gesprächen gehabt. Alle zusammen habe noch die Küche augeräumt und jetzt ist es auch schon relativ spät.

Heute Nacht und Morgen soll es leider Gewitter geben  - wir werden sehen.

Dienstag, 11.10.2022

Beim Frühstück habe ich zuerst Courtney und Michelle getroffen, dann Andrew und zuletzt Linda. Ausserdem ist Jenny zur Zeit noch hier, lebt aber in ihrem Trailer und Tina, die aber nicht auf der Anlage wohnt.

Als ich in den Stall kam, hatten die anderen Mädels die Pferde schon reingeholt und gefüttert. Ich habe Highland geputzt, der dieses Jahr mein Leasehorse ist und mich mit den anderen über ihre Pferde unterhalten.

Heute wurden hier die Zäune frisch gestrichen, d.h. angesprüht. Ein paar Pferde fanden das komisch, Highland hat es nicht beeindruckt.

Als Linda dazu kam haben wir die Pferde gespielt und alle anderen haben sich vorbereitet auch zu reiten. Ich habe mit Highland heute am Boden gepielt – mit dem Lasso. Er bewegt sich sehr gern und sein größtes Talent ist das Springen, also habe ich ihn alles springen lasse, was uns in den Weg kam: Stangen, die Reitplatzumrandung, Fässer und selbst Hütchen sind kein Thema, er zieht hin und springt.

Während es morgen noch etwas neblig war ist es relativ schnell warm geworden. Ich habe Highland geduscht und ihn frei gelassen und dann noch beim Reiten und Unterricht zugesehen. Als alle fertig waren, haben wir uns einen Mittagssnack gemacht und jeder für sich etwas Computerwork erledigt.

Am späten Nachmittag habe ich mit den Mädels zusammen gefüttert und dann noch eine Einheit mit Courtney und ihrem jungen Pferd Yuri gemacht. Wir haben begonnen ihm beizubringen die Futterschale von seinem Paddock wieder zum Tor zurück zu bringen. Da er ein ziemliches Maultier ist, lief das gar nicht schlecht 😊

Nach dem Duschen hatte Courtney Sauerteig Foccacia für uns gebacken, das wir alle zusammen mit Salat gegessen haben, bei extrem netter Unterhaltung und witzigen Ratespielen.

Montag, 10.10.2022

Jetzt ist es bei mir Ortszeit gerade schon Dienstag 5h morgens und ich bin gut angekommen und habe auch schon ein paar Stunden geschlafen, aber ich fange von vorne an zu berichten. Am Montagmorgen habe ich das Packen finalisiert und musste natürlich nochmal zum Stall fahren, um meine beiden Schwarzen nochmal zu sehen und mich zu verabschieden.

Gegen 10:15h sind wir gestartet und Ralf und Rumi haben mich zum Flughafen gebracht. Ich fand es ziemlich überraschend und auch etwas erschreckend wie wenig Personen im Flughafen und noch weniger nachher im Flugzeug eine Maske getragen haben, ich würde schätzen es waren sicher unter 20% insgesamt und deutlich unter 10% im Flugzeug.

Nachdem ich vor 4 Jahren zuletzt geflogen bin, musste ich mich erstmal an das neue Prozedere gewöhnen. Zunächst konnte ich vorab für ein Upgrade bieten und tatsächlich ging das auch durch, so dass ich seit Samstag wusste, dass ich Premium Eco fliegen konnte. Mit seinem Online Check In Unterlagen und Reisepass erhält man eigentlich die Banderolen fürs Gepäck. Dort wo das nicht klappt, wie bei mir (Murphys Law) stellt man sich in die Schlange der beiden mit Personen besetzen Schalter an. Gegen 12h hatte ich dann das Gepäck aufgegeben und weiter geht’s durch die Passkontrolle – ebenfalls Automaten und Handgepäck und Personen Durchleuchtung, die unauffällig verlief.

Da ich ja schon wusste, dass ich noch eine ganze Zeit sitzen muss, habe ich die Zeit vor dem Flug genutzt, um meine Füße zu bewegen, ne Menge trinken und mich zu stretchen. Das Boarding hat sich dann noch bis 14h verzögert und als wir alle im Flugzeug waren, mussten wir da noch 1 Std warten, weil noch ein paar Hunde in den Frachtraum geladen werden musste. 13:55h war die ursprüngliche Startzeit, 15:30h sind wir dann gestartet….

Wenn ich fliege ist das der einzige Zeitraum in meinem Leben, wo ich quasi 10 Std am Stück Movies schaue. Bis ich wieder zurück bin, wird das auch meinen Mehrjahresbedarf daran wieder ausreichend gedeckt haben 😉.

Neben mir saß ein Italiener, der als sich allererstes das einzige verfügbare Pferde-Movie ausgesucht hat – sehr sympathisch.

Nach einem überwiegen ruhigen Flug mit wenigen Turbulenzen, sind wir Ortszeit 19:30h bei einem wunderschönen wirklich blutroten Himmel und Sonnenuntergang in Orlando gelandet. Auch hier dauert es für gewöhnlich einige Zeit bis man uns auch aussteigen lässt. Es gibt zwischenzeitlich ein neues sehr viel schöneres Terminal und auch hier hat sich einiges am Einreiseprozess verändert. Jetzt muss man zuerst sein Gepäck holen, was sich diesmal unendlich hingezogen hat, und dann durch die Customs. Bis ich mein Gepäck hatte war es 21h.

Aber dann kam der absolut erfreulichste Teil der Reise! Der Officer bei der Einreise war NETT, machte nur 1 Foto, nahm keine Fingerabdrücke, stellt lediglich 2 Fragen, verzichtete darauf mein Gepäck öffnen zu wollen und ich war durch. WOW, so nett und so schnell bin ich noch NIE in die USA eingereist.

Da mich ein Mietwagen um die 2000-2500$ gekostet hätte, habe ich stattdessen einen persönlichen Shuttle gebucht. Bill, dessen Kontakt ich durch Linda hatte, hat mich direkt nach den Customs abgeholt. Ich war super froh, dass ich nicht selbst fahren musste und hatte eine sehr unterhaltsame Fahrt nach Williston, was noch etwas nördlich von Ocala liegt.

Um kurz 23h sind wir bei Linda vorgefahren – YEY!!!! I made it! Unbelievable! Courtney und Michelle waren auch noch wach und haben mich begrüßt, dann sind wir alle relativ zügig ins Bett gegangen. Für mich war es inzwischen deutsche Zeit 6h, so dass ich eingeschlafen bin, als mein Kopf das Kissen berührt berührt hat.